Office Malware: AGB gegen Spammer

Ein russischer Entwickler möchte nicht, dass seine Office Malware MWI von Spammern verwendet wird. Doch seine allgemeinen Geschäftsbedingungen zeigen nur begrenzt Wirkung. Ein kurioser Blick in den Malware-Markt.

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Mit MWI lassen sich Viren über Office-Dokumente verbreiten.
Mit MWI lassen sich Viren über Office-Dokumente verbreiten. (Bild: Jim Urquhart/Reuters)

Der russische Virenentwickler Objekt hat sein Office-Malware-Kit MWI (Microsoft Word Intruder) mit allgemeinen Geschäftsbedingungen versehen, die den Einsatz der Software für Spamangriffe verbieten. Dafür, so der Hersteller, habe er andere Werkzeuge im Angebot. Das Paket, das Objekt zum Preis von 140 US-Dollar anbietet, solle nur für gezielte Angriffe eingesetzt werden.

Gabor Szappanos, der die Malware im Auftrag von Sophos untersucht hat, vermutet dahinter vor allem ökonomische Motive. Nachdem die Malware 2013 erstmals entdeckt wurde, sei die Aufmerksamkeit zu groß geworden. Mit dem Aufruf, das Programm nur für gezielte Angriffe zu verwenden, habe der Entwickler versuchen wollen, "unter dem Radar (von Antivirenprogrammen) zu fliegen", um die Software möglichst lange gewinnbringend vertreiben zu können.

MWI nutzt Schwächen in Microsoft Word aus

Mit MWI können Angreifer ohne großen Aufwand infizierte RTF-Dateien erstellen, die dann wiederum Sicherheitslücken in Microsoft Word ausnutzen, um Schadcode ans Ziel zu bringen. Dabei können sie wählen, ob sie den Schadcode direkt in das Dokument integrieren oder von einer Webressource nachladen wollen. Der MWI-Entwickler stellt außerdem ein Tool mit dem Namen MWISTAT zur Verfügung, das die Kommunikation mit einem Command-and-Control-Server ermöglicht.

Am Anfang einer infizierten Datei speichert MWI den verschlüsselten Payload, also den eigentlichen Schadcode - erst danach folgen verschiedene Word-Exploits, um den Schadcode auch ans Ziel zu bringen. Durch den Aufruf einer infizierten Datei wird der Payload in den Speicher geladen und der Office-Shellcode wird aktiv. Dieser sucht im Speicher nach bestimmten Markern, um den Schadcode zu finden - diese Technik wird als Memory-Egg-Hunting bezeichnet - und ihn dann schließlich auszuführen.

Mehr kriminelle Banden nutzen Malware-Kits

MWI wurde laut dem Sophos-Bericht in der Vergangenheit genutzt, um Malware verschiedener Art zu verteilen. Unter den untersuchten Beispielen war viel bekannter Schadcode wie der Bankentrojaner Zeus/Zbot oder das Erpresservirus Cryptowall. Dieses verschlüsselt die Festplatte seiner Opfer und gibt sie erst gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder frei.

Diese Art von Malware wird häufig von Straftätern eingesetzt, um an Kreditkartendaten oder andere vertrauliche Informationen zu kommen - und zu Geld zu machen. Laut den Autoren des Berichts zeichnet sich in der Verwendung von Office-Malware-Kits ein neuer Trend ab: Wurden diese in der Vergangenheit vor allem für Angriffe auf Geheimdienstniveau genutzt, so nutzen heute immer mehr kriminelle diese Werkzeuge. Das dürfte auch den Entwickler in seiner Entscheidung bestärkt haben, sein Produkt mit allgemeinen Nutzungsbedingungen zu versehen - offensichtlich nur mit begrenztem Erfolg.

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