Offenlegung: 1&1 greift Deutsche Telekom wegen Vectoring-Liste an

Damit alle Bürger in Deutschland von der Vectoring-Technologie profitieren, fordert 1&1, dass die von der Telekom verwaltete Liste der geplanten Ausbaugebiete allen Unternehmen und relevanten Stellen zugänglich sein müsse. Es gebe keinen Grund, die Liste geheim zu halten, sagte Martin Witt, VATM-Präsident, CEO bei 1&1 Telecommunication und Vorstand Access bei United Internet, auf dem VATM-Glasfasertag in Köln(öffnet im neuen Fenster) .
Telekom-Sprecher Philipp Blank erklärte auf Nachfrage von Golem.de, dass der Konzern die Liste ausschließlich im Auftrag der Bundesnetzagentur verwalte. "Deshalb sollte die Frage an die Behörde gerichtet werden" , sagte Blank.
Die Telekom hatte am 28. August 2014 in den ersten 20 deutschen Ortsnetzen in Deutschland das Vectoring aktiviert. Damit könnten über 200.000 Haushalte Vectoring nutzen, erklärte der Netzbetreiber. Der Konzern hatte den Ausbau bereits am 31. Juli 2014 angekündigt, für jedes Ortsnetz brauchte die Telekom noch die Genehmigung durch die Bundesnetzagentur über die Vectoring-Liste.
Die Vergabe der 700-MHz-Frequenzen, die derzeit noch durch den Rundfunk genutzt werden, wird Digitale Dividende II, genannt. Eine äußerst wichtige Aufgabe nannte Witt die Vergabe dieser Frequenzen im kommenden Jahr. Kritisiert wurde der Plan der Bundesregierung, erst mit den Erlösen dieser Vergabe den Breitbandausbau zu fördern. "Die Zeit drängt. Förderszenarien müssen jetzt nach Sachkriterien entwickelt werden und die Fördermittel des Bundes dürfen nicht erst Ende 2015 bereitstehen" , forderte Witt.
Wie die aktuelle VATM-Marktstudie 2014 zeigt, werden lediglich 24 Prozent aller verfügbaren FTTB/H-Anschlüsse in Deutschland tatsächlich nachgefragt. Letztlich werde erst die Vielzahl von multimedialen Anwendungen, Inhalten und Diensten den Ausbau von Glasfasernetzen zwingend machen und die erforderlichen Einnahmen sicherstellen können.



