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Offenes System: Post-Konkurrenten planen privaten Paketkasten

Wem reicht schon ein privater Paketkasten der DHL, der keine Pakete von GLS, DPD, Hermes und UPS annimmt? Die Konkurrenz will den Eigenheimbesitzern jetzt ein für alle Zusteller offenes System bieten.
/ Achim Sawall
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DHL-Paketkasten (Bild: Deutsche Post)
DHL-Paketkasten Bild: Deutsche Post

Die vier größten Post-Konkurrenten GLS, DPD, Hermes und UPS wollen eine Konkurrenz zu privaten DHL-Paketkästen vor Eigenheimen schaffen. Das berichtet die Zeitung Die Welt(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf einen Unternehmensvertreter. Die Paketsparte der Deutschen Post hatte ihren persönlichen Paketbriefkasten, bei dem nur der Kunde und der Paketzusteller einen elektronischen Schlüssel haben, am 12. Mai 2014 angekündigt.

Mit ihm ist das Empfangen und das Versenden von Paketen möglich. Doch die DHL will ihr System nicht für andere Zusteller öffnen, weshalb die Konkurrenten ein eigenes System entwickeln. Nach Informationen der Welt soll der konkurrierende Paketkasten Ende 2014 starten.

Anfang dieser Woche werde eine Gruppe einen Projektplan ausarbeiten und beschließen. Alle Paketdienste, die in Deutschland Sendungen ausfahren, sollen Zugang bekommen. Bei den Preisen will die Firmengruppe unter denen der Post liegen: Sie verlangt rund 200 Euro für eine mittlere Größe.

"Ich fand die Idee von Anfang an gut", sagte Rico Back, Vorstandschef des Paketdienstes General Logistics Systems (GLS), der Welt. "Ich bin zuversichtlich, dass unsere Branche eine gemeinsame Lösung hinbekommen wird". "Es ist sinnvoll, eine Paketbox als alternative Zustelladresse einzurichten und zu schaffen", betonte Hanjo Schneider, der als Vorstand der Otto-Group auch Hermes verantwortet, der Welt. Auch Retouren lassen sich über einen Paketkasten einfach zu Hause abholen.

Der Onlinehandel hat die Branche verändert: Vergangenes Jahr wurden in Deutschland 2,66 Milliarden Pakete und Sendungen zugestellt, das sind 100 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. "Bevor Amazon einen Paketkasten anbietet und die Zustellung organisiert, machen es die Paketzusteller lieber selbst", sagte ein Branchenmanager.

Für den neutralen Paketkasten soll es eine umfangreiche Datenbank geben. Dafür wollen die vier Paketdienste eine Trägerfirma gründen, die alle Informationen für den Paketversand sammelt und allen teilnehmenden Firmen zur Verfügung zu stellen.

Die Deutsche Post wolle keinen unkontrollierten Zugang zu dem System zulassen. "Aus diesem Grund öffnen wir unser System für Dritte nicht", sagte eine DHL-Sprecherin der Welt. Allerdings stehe die Post "durchaus offen" zu weiteren Initiativen.


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