Offenes Parlament: Bundestagsdebatten werden emojionaler

Die Open Knowledge Foundation hat die Bundestagsprotokolle in ein besser durchsuchbares Datenbankformat gebracht. Allerdings ist die Umsetzung noch nicht ganz praxistauglich.

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Deutlich anschaulicher als PDF-Protokolle: die Debatten auf OffenesParlament.de
Deutlich anschaulicher als PDF-Protokolle: die Debatten auf OffenesParlament.de (Bild: offenesparlament.de/Screenshot: Golem.de)

Die neu gestartete Plattform OffenesParlament.de will die Protokolle des Deutschen Bundestags leichter durchsuchbar und auswertbar machen. Dazu brachte die Datenschule der Open Knowledge Foundation in Zusammenarbeit mit Abgeordnetenwatch.de die 245 Sitzungen der abgelaufenen Legislaturperiode in ein eigenes Datenbankformat, das über die Webseite des Projektes abrufbar ist. Dadurch ist es beispielsweise möglich, alle Debattenbeiträge zu bestimmten Themen, Begriffen oder Personen abzufragen. Auch Verknüpfungen bei den Abfragen sind möglich.

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Der Bundestag stellt die Plenarprotokolle als stenografische Berichte im PDF-Format zeitnah im Internet zur Verfügung. Zwar gibt es eine rudimentäre Suchfunktion, doch diese reichte den Beteiligten nicht aus. Ziel ihres Projektes war es, "die Verbindungen zwischen Themen und Akteuren verständlicher und die Arbeit des deutschen Parlaments für Interessierte zugänglich und nachvollziehbar zu machen".

Verknüpfungen möglich

Mit einem auf Github veröffentlichten Parser werden die zum Teil mehrere hundert Seiten langen Bundestagsprotokolle zunächst in eine tabellarische Form gebracht. Dabei erhält jedes einzelne Element mit einem neuen Sprecher oder Akteur einen eigenen, verlinkbaren Datenbankeintrag. Das gilt nicht nur für Redebeiträge, sondern auch für jede Zwischenfrage, jeden Zwischenruf und sogar die im Protokoll vermerkten Reaktionen der Abgeordneten wie "Heiterkeit" oder "Beifall".

Die einzelnen Elemente sind mit den Tagesordnungspunkten verknüpft. Diese sind wiederum unter 28 Themengebiete subsumiert, wie dies auch beim Bundestag üblich ist. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise herausfinden, ob und wie oft sich ein bestimmter Abgeordneter zu einem spezifischen Thema geäußert hat. Zudem erlaubt die Seite Analysen nach Themen, Sprechern und deren Hintergrund.

Tool lässt sich noch verbessern

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Allerdings hat das Tool zum Start noch einige Tücken. So waren in den Protokollen sämtliche Redebeiträge verschwunden, die nicht von Abgeordneten stammen. Häufig reden im Bundestag jedoch Mitglieder der Bundesregierung, die keine Abgeordneten sind. Das traf in der 18. Legislaturperiode beispielsweise auf Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) zu. Nach einem Hinweis von Golem.de wurden die Beiträge inzwischen nachgetragen. Noch besser wäre es, wenn sämtliche Redner über die Kategorie "Person" aufgerufen werden könnten.

Zudem unterscheidet das Tool nicht zwischen eigentlichen Redebeiträgen und kurzen Zwischenfragen. Die zielgenaue Verlinkung der einzelnen Beiträge funktioniert derzeit nicht bei allen Browsern. Bei unserem Test klappte das unter Windows 10 nur bei Chrome und Opera. Dabei ist die Funktion an sich sehr praktisch, wenn auf einen bestimmten Redebeitrag direkt verlinkt werden soll.

Die Betreiber wollen künftig aber nicht nur ihr eigenes Angebot optimieren. Die Open Knowledge Foundation erarbeitet zusätzlich einen Katalog von Problemen bei der Nutzung von Daten des Deutschen Bundestags. Dieser soll der Bundestagsverwaltung übergeben werden, damit das Datenangebot direkt an der Quelle verbessert wird.

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