• IT-Karriere:
  • Services:

Offener Brief: Digitalverbände kritisieren Corona-Tracing-App

Die Corona-App sei mit einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft nicht vereinbar und eine "Bruchlandung".

Artikel veröffentlicht am ,
Bekommt das Coronavirus mit PEPP-PT unnötige Augen?
Bekommt das Coronavirus mit PEPP-PT unnötige Augen? (Bild: Syaibatul Hamdi/Pixabay)

Nach den Plänen der Bundesregierung, allen voran von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), soll die deutsche Corona-Tracing-App mit einem zentralen Server nach dem PEPP-PT-Konzept arbeiten. Dies wird von mehreren Digitalverbänden in einem offenen Brief (PDF) kritisiert: Mit PEPP-PT setze die Bundesregierung auf den problematischsten der vorliegenden Entwürfe. Eine Neubewertung der verschiedenen Optionen unter Berücksichtigung der Argumente und Vorbehalte vieler Experten sei dringend notwendig, heißt es in dem Brief an Spahn und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Erst in der vergangenen Woche kritisierten 300 Wissenschaftler in einem offenen Brief das Datenschutzkonzept von PEPP-PT.

Stellenmarkt
  1. betzemeier automotive software GmbH & Co. KG, Minden
  2. msg DAVID GmbH, Braunschweig

Eine gemeinsame Bekämpfung der Pandemie benötige Vertrauen und Kooperation aller, dies werde durch solche Maßnahmen, insbesondere durch eine App-Pflicht, verspielt. Vielmehr sei eine Verpflichtung zur Preisgabe sensibler Informationen nicht mit einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft vereinbar. "Auch die Einführung einer indirekten App-Pflicht, die das Betreten bestimmter Orte von ihrer Verwendung abhängig machen würde, lehnen wir ausdrücklich ab", erklären die Digitalverbände.

"Eine Corona-Tracing-App sollte, wenn überhaupt, nur auf Basis eines dezentralen Ansatzes - wie beispielsweise das Konzept DP-3T - aufgebaut und programmiert werden", schreiben der Chaos Computer Club, die SPD- beziehungsweise FDP-nahen Digitalvereine D64 und LOAD sowie die Gesellschaft für Informatik, die Stiftung Datenschutz und das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung. Der geringe Datenschutz des zentralen Ansatzes verspiele ohne Not das Vertrauen der Bevölkerung und unterminiere damit die Akzeptanz für spätere digitale Lösungen.

Bruchlandung mit PEPP-PT

Zwar würden die Nutzerdaten bei beiden Ansätzen pseudonymisiert, allerdings könnten diese bei einem zentralen Ansatz einfacher zurückverfolgt und umgekehrt (de-anonymisiert) werden. So ließen sich beispielsweise besser infizierte Personen identifizieren, schreiben die Autoren. "Durch Forderungen - unter anderem der deutschen Regierung -, Datenschutzanliegen im Angesicht der Pandemie hintenanzustellen, werden Glaubwürdigkeit und Gestaltungswirkung für die Zukunft verspielt", kritisieren die Verbände.

Die Schweiz und Österreich, die beide auf einen dezentralen Ansatz setzen, zeigten, dass es auch anders gehe. Auch Apple und Google arbeiten daran, den dezentralen Ansatz über ihre Betriebssysteme iOS und Android zur Verfügung zu stellen. Insofern sei das Scheitern einer PEPP-PT-App vorprogrammiert, schreiben die Digitalverbände. Allerdings üben Deutschland und andere EU-Staaten derzeit Druck auf Apple und Google aus, um auch die nationalen, zentralen Ansätze in die Smartphone-Betriebssysteme zu bekommen. Eine Technik mit Akzeptanzproblem durchzupeitschen, sei jedoch nicht der richtige Weg, betonen die Digitalverbände: "So wird der Gedanke einer digitalen Lösung zu einer Bruchlandung - und das kann sich in der Bekämpfung der Pandemie niemand leisten."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 24,49€
  2. 8,99€

PhilSt 25. Apr 2020

Ja, ich finde auch, ein noch strengerer Lockdown für alle, bis der Impfstoff da ist, ist...

matok 25. Apr 2020

Du meinst, da steht dann im Gesetz, dass jeder Bürger sich gefälligst ein Smartphone...

hyperlord 25. Apr 2020

Google weiß im Zweifelsfall auch so schon, wann du wo gewesen bist und wie lange. Und das...

goto10 25. Apr 2020

Die Gerichte können nur nach den aktuellen Gesetzten richten. Und die werden gerade im...

Joey5337 24. Apr 2020

In Deutschland muss ein irre kompliziertes Ding gebaut werden, mit zentraler Datenhaltung...


Folgen Sie uns
       


Geforce RTX 3070 - Test

Die Grafikkarte liegt etwa gleichauf mit der Geforce RTX 2080 Ti.

Geforce RTX 3070 - Test Video aufrufen
Tutorial: Wie elektrifiziere ich eine Tiefgarage?
Tutorial
Wie elektrifiziere ich eine Tiefgarage?

Werkzeugkasten Am 1. Dezember 2020 tritt ein Rechtsanspruch auf eine Ladestelle in privaten Tiefgaragen in Kraft. Wie gehen Elektroautofahrer am besten vor?
Eine Anleitung von Friedhelm Greis

  1. Elektroauto Lexus UX 300e mit 1 Million km Akkugarantie
  2. Elektroautos GM steigt offiziell nicht bei Nikola ein
  3. Elektroautos Förderprogramm für private Ladestellen gestartet

Star Wars: Darth-Vader-Darsteller Dave Prowse ist tot
Star Wars
Darth-Vader-Darsteller Dave Prowse ist tot

Er war einer der großen Stars der originalen Star-Wars-Trilogie und doch kaum jemandem bekannt. David Prowse ist im Alter von 85 Jahren gestorben.
Ein Nachruf von Peter Osteried

  1. Spaceballs Möge der Saft mit euch sein
  2. The Mandalorian Erste Folge der zweiten Staffel ist online
  3. Star Wars Disney und Lego legen Star Wars Holiday Special neu auf

Gemanagte Netzwerke: Was eine Quasi-Virtualisierung von WANs und LANs bringt
Gemanagte Netzwerke
Was eine Quasi-Virtualisierung von WANs und LANs bringt

Cloud Managed LAN, Managed WAN Optimization, SD-WAN oder SD-LAN versprechen mehr Durchsatz, mehr Ausfallsicherheit oder weniger Datenstau.
Von Boris Mayer


      •  /