Offener Brief: Betreiber fordern Netzausbau-Beteiligung von Google und Co
Technologieunternehmen, die hohen Traffic erzeugen und am meisten vom Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur profitieren, sollen sich an dessen Kosten beteiligen. Das fordern 20 europäische Telekommunikationsunternehmen in einem offenen Brief, wie Faz(öffnet im neuen Fenster) und Financial Times(öffnet im neuen Fenster) bereits im Vorfeld der Veröffentlichung berichten.
Der offene Brief ist an die Europäischen Kommission und Mitglieder des Europäischen Parlaments gerichtet."Zukünftige Investitionen stehen unter erheblichem Druck und es sind regulatorische Maßnahmen erforderlich, um diese zu sichern", heißt es darin.
"Ein fairer und angemessener Beitrag der größten Traffic-Erzeuger zu den Kosten der Netzinfrastruktur sollte die Grundlage eines neuen Ansatzes bilden", so die Forderung. Der Datenverkehr würde durchschnittlich um 20 bis 30 Prozent im Jahr ansteigen und vor allem von einer "handvoll" großer Unternehmen verursacht werden.
Unternehmen wie Netflix und Google würden "fast nichts für den Datentransport in unseren Netzen" bezahlen. Die Telekommunikationskonzerne müssten derweil Milliarden für den Ausbau von 5G- und Glasfaser-Netzen ausgeben, so die Unterzeichner des offenen Briefes.
Zu denen gehört auch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges. Darüber hinaus werden die Forderungen von zahlreichen europäischen Telekommunikationskonzerne, darunter Vodafone, Orange, Telefónica und Telecom Italia, unterstützt.
In der EU wurde bereits 2022 über eine mögliche Abgabe für Internet-Konzerne diskutiert. Die Bundesregierung lehnte eine solche Abgabe ab. Der EU-Kommissar Thierry Breton arbeitet einem Bericht von Golem.de zufolge an einem Entwurf für einen Telecom-Act, der Anfang 2024 fertig sein soll.
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