Offener Befehlssatz: Wenig Hoffnung auf Raspberry Pi mit RISC-V

Mit einem vollständig offen gelegten SoC wäre der Raspberry Pi noch attraktiver. Leider wird daraus vorerst nichts.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
Der Raspberry Pi bekommt keinen Nachfolger mit RISC-V.
Der Raspberry Pi bekommt keinen Nachfolger mit RISC-V. (Bild: Raspberry Pi Foundation)

Der Raspberry Pi baut stark auf Open Source, doch ausgerechnet die verbauten VideoCore SoCs von Broadcom legen dem Steine in den Weg. Die Dokumentation ist dürftig, wenn Broadcom sie denn veröffentlicht. Es wäre ein Traum, würde die Raspberry Pi Foundation auf ein offeneres SoC umschwenken - beispielsweise mit RISC-V.

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Ein Traum wird es jedoch auch mittelfristig bleiben, obwohl man zur RISC-V-Foundation zählt. Im Interview mit The Register sagte Gründer Eben Upton, er sehe aktuell kein RISC-V SoC mit vergleichbarer Leistung. Durch die geplatzte Übernahme von ARM durch Nvidia sei zudem die Wahrscheinlichkeit, dass bis 2030 ein RISC-V Raspberry eingeführt werde, "von 20 auf 10 Prozent gesunken".

Uptons Argument ist nicht zu widerlegen: Die erhältlichen RISC-V SoCs haben entweder gar keine Grafikeinheit (wie SiFives U74-MC) oder lediglich einen unbenannten 2D-Beschleuniger wie der Allwinner D1. Hingegen floss viel Arbeit in den Open-Source-Treiber für den Grafikkern des VideoCore. Eine geringere Rechenleistung wäre vielleicht für viele noch akzeptabel - hier hat ARM nun einmal Jahrzehnte Vorsprung. Eine grafische Oberfläche ist jedoch zentral für die Zielgruppe des Raspberry Pi.

Ein Prozessorkern macht noch kein SoC

Zwar erfreut sich die RISC-V-Architektur großer Beliebtheit. Damit ein SBC daraus wird, müssen jedoch noch viele weitere Komponenten hinzu kommen. Diese können als Intellectual Property (IP) zugekauft werden. Speziell die Grafikhardware stellt hier jedoch eine Schwierigkeit dar, da es nur wenige Anbieter gibt. Zwar gab es auch einige Bestrebungen, einen Open-Source-Beschleuniger zu entwickeln. Besonders erfolgreich war jedoch keine davon.

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Erfreulicherweise veröffentlichte Imagination Tech kürzlich einen Open-Source-Treiber für seine PowerVR. Dadurch könnte es für Anbieter wie MediaTek, Rockchip oder Allwinner interessant werden, leistungsfähige RISC-V-SoCs zu entwickeln. Und vielleicht wird dann auch ein Raspberry Pi mit RISC-V wahrscheinlicher - hier bestimmt das Angebot den Weg.

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1ras 10. Mär 2022

Die Raspberry Pi Foundation ist geübt darin, auf das falsche Pferd zu setzen. Beim Pi 4...

ulink 10. Mär 2022

Bisher war das so, ja :-) Er meint Jim Keller mit seinem geradezu unglaublichen...

Hoernchen 09. Mär 2022

Der Leistungsabstand zwischen dem Raspberry Pico und den normalen Raspis ist ja nicht...



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