Österreich: Netzsperre legt Teile des Internets lahm

Die Sperrung von IP-Adressen hat in Österreich unbeteiligte Anbieter getroffen. Doch niemand will daran die Schuld tragen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Sperrung von IP-Adressen kann unerwünschte Nebenwirkungen haben.
Die Sperrung von IP-Adressen kann unerwünschte Nebenwirkungen haben. (Bild: Pixabay)

Eine von Rechteverwertern durchgesetzte Sperrung von IP-Adressen hat in Österreich zu unbeabsichtigten Folgen geführt. Wie die Tageszeitung Der Standard berichtet, konnten verschiedene Internetangebote am Nachmittag des 28. August 2022 nicht mehr abgerufen werden, weil diese dieselben IP-Adressen wie eine Musikstreamingplattform verwendeten. Mit den Netzsperren wollte demnach die Wahrnehmung von Leistungsschutzrechten GmbH (LSG) gegen Urheberrechtsverstöße vorgehen. Doch die LSG behauptet nun, selbst keine IP-Adressen übermittelt zu haben.

Stellenmarkt
  1. Embedded Linux-Programmierer (m/w/d) Entwicklung
    wenglor MEL GmbH, Eching
  2. IT-Systemadministrator (m/w/d) Projekte
    Bayerischer Jugendring, München
Detailsuche

Dem Bericht zufolge ist unklar, wie es zu Sperrung der IP-Adressen gekommen ist. Demnach behauptet die LSG, gar nicht die Möglichkeit zu haben, die Sperre von IP-Adressen zu verlangen. Das Mittel müssten die Provider selbst wählen, bei geteilten IP-Adressen wäre das wohl eine DNS-Sperre gegen den Domainnamen. Die betroffenen Provider wie Magenta Telekom oder A1 blieben jedoch bei ihrer Darstellung, wonach der Antragsteller die Blockade der IP-Adressen zurückgezogen habe.

So zitiert der Standard aus einer Mail von A1: "Mittlerweile wurde uns gegenüber klargestellt, dass in diesen konkreten Fällen eine IP-Sperre nicht notwendig ist, sondern eine DNS-Sperre als ausreichend angesehen wird. Somit werden die IP-Sperren wieder aufgehoben."

Magenta Telekom verwies in diesem Zusammenhang auf eine neue Regelung, wonach für Provider nicht mehr die Möglichkeit bestehe, die Rechtmäßigkeit einer Netzsperre bei der Regulierungsbehörde RTR überprüfen zu lassen. "Im aktuellen Fall können wir daher leider nur darauf warten, dass die RTR die Zulässigkeit im Nachgang einer Sperre prüft. Bei Unzulässigkeit schalten wir die betreffende Seite natürlich unverzüglich wieder frei."

Golem Karrierewelt
  1. Automatisierung (RPA) mit Python: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    03./04.11.2022, Virtuell
  2. Angular für Einsteiger: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    19./20.12.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die RTR selbst sieht dem Bericht zufolge das Blockieren von IP-Adressen generell als problematisch an. Dadurch bestehe die Gefahr eines Overblockings. Bisher müssten die Provider selbst beurteilen, welche Sperranordnung richtig sei. Bei einer falschen Entscheidung bestehe das Risiko einer Klage, sowohl von Seiten der Rechteverwerter als auch von Seiten der Internetdienste. Denn eine falsche Sperrung könnte auch als Verstoß gegen die Netzneutralität angesehen werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Minority Report wird 20 Jahre alt
Die Zukunft wird immer gegenwärtiger

Minority Report zog aus, die Zukunft des Jahres 2054 vorherzusagen. 20 Jahre später scheint so manches noch prophetischer.
Von Peter Osteried

Minority Report wird 20 Jahre alt: Die Zukunft wird immer gegenwärtiger
Artikel
  1. Luftfahrt: Wisk Aero zeigt autonomes Flugtaxi
    Luftfahrt
    Wisk Aero zeigt autonomes Flugtaxi

    Das senkrecht startende und landende Lufttaxi soll in fünf Jahren im regulären Einsatz sein.

  2. Gegen Agile Unlust: Macht es wie Bruce Lee
    Gegen Agile Unlust
    Macht es wie Bruce Lee

    Unser Autor macht seit vielen Jahren agile Projekte und kennt "agile Unlust". Er weiß, warum sie entsteht, und auch, wie man gegen sie ankommen kann.
    Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  3. Firefly Aerospace: Rakete erreicht den Orbit
    Firefly Aerospace
    Rakete erreicht den Orbit

    Der zweite Start der Alpha-Rakete war erfolgreich. Sie hat Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn ausgesetzt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindFactory (u. a. PowerColor RX 6700 XT Hellhound 489€, ASRock RX 6600 XT Challenger D OC 388€) • Kingston NV2 1TB (PS5) 72,99€ • be quiet! Silent Loop 2 240 99,90€ • Star Wars: Squadrons PS4a 5€ • Acer 24"-FHD/165 Hz 149€ + Cashback • PCGH-Ratgeber-PC 3000 Radeon Edition 2.500€ [Werbung]
    •  /