Österreich: Ex-Kanzler Kurz wechselt angeblich zu Palantir

Der frühere österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) soll im kommenden Jahr angeblich für die umstrittene Datenanalysefirma Palantir arbeiten. Das berichtet die österreichische Boulevardzeitung Exxpress(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf "gut informierte Kreise" . Nach Angaben der Kronen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) tritt Kurz bereits im Februar 2022 seinen neuen Job "in einem global tätigen Unternehmen im Silicon Valley" an. Palantir hat seinen Firmensitz allerdings schon im Jahr 2020 von Palo Alto nach Denver im US-Bundesstaat Colorado verlegt .
Der 35-Jährige hat im Dezember seinen Rückzug aus der Politik angekündigt, nachdem er bereits im vergangenen Oktober wegen einer Korruptionsaffäre als Bundeskanzler zurückgetreten war. Hintergrund des Rückzugs sind Vorwürfe(öffnet im neuen Fenster) , wonach Kurz zusammen mit Personen aus seinem Umfeld manipulierte Umfragen mit Steuergeldern finanziert hat. Laut Kronenzeitung ist der Vertrag mit dem neuen Arbeitgeber bereits unterschrieben und soll "demnächst publik werden" .
Laut Exxpress soll Kurz bei Palantir einen "Geschäftsführer-Job" übernehmen. Der Kronen Zeitung zufolge "wird der Ex-Kanzler ein klassisches Managerleben zwischen San Francisco, Wien, Deutschland und der Schweiz führen" . Medien weisen darauf hin, dass Kurz nicht der erste österreichische Spitzenpolitiker wäre, der bei Palantir anheuere. Schon 2015 soll die frühere Bundesgeschäftsführerin der SPÖ, Laura Rudas, zu dem US-Unternehmen gewechselt sein.
Nach Angaben der Tageszeitung Die Presse(öffnet im neuen Fenster) ist ein Engagement bei Palantir allerdings auszuschließen. Da das Unternehmen an der Börse notiert sei, widerspräche dies den Compliance-Regeln, solange gegen Kurz noch ermittelt werde. Dennoch könnte Kurz für Palantir-Gründer Peter Thiel tätig werden. Dieser verfüge als Investor und Risikokapitalgeber über ein umfangreiches Firmennetzwerk. Die Zeitung bringt zudem eine Tätigkeit für den früheren Google-Chef Eric Schmidt ins Spiel.
Sollte Kurz tatsächlich für Palantir tätig werden, könnte das Unternehmen von dessen Kontakten in die österreichische und europäische Politik profitieren. So will sich Palantir beispielsweise am europäischen Cloud-Projekt Gaia-X beteiligen . Umstritten ist zudem der Einsatz von Palantir-Tools durch Sicherheitsbehörden, beispielsweise bei der Auswertung polizeilicher Datenbanken . Ebenfalls wollte Palantir bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie Gesundheitsdaten auswerten.



