Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Win, Win, Win

Um es im Businessjargon auszudrücken: Für die Konzerne ist das eine Win-Win-Aktion der österreichischen Bundesregierung. Die hat aber noch ein drittes "Win" draufgelegt. Die Zahl der bei Youtube, Tiktok oder Instagram registrierten User aus Österreich wird durch dieses Gesetz deutlich steigen.

"Die Altersverifikation ist einmalig notwendig, wenn ein Konto bei der Plattform angelegt wird. Bei anonymer Nutzung ohne Konto kann die Verifikation öfter nötig sein", heißt es auf der Website des Staatssekretariats für Digitalisierung. User, die dann und wann einmal ein Video anklicken, wenn es in ihrer Timeline auftaucht, müssen jedes Mal den Alterskontrollvorgang durchlaufen.

Im Doppelblindflug

Ein Teil dieser User wird sich registrieren, die übrigen werden den Aufwand des ID-Providers erheblich erhöhen. Double-Blindverfahren sind ja wesentlich rechenintensiver als ein bloßer Datenbankabgleich. In der Folgenabschätzung zum Gesetzesentwurf (PDF)(öffnet im neuen Fenster) wird keine der hier aufgezählten Folgewirkungen auch nur erwähnt.

Bei fortgeschrittener Lektüre dieses Konvoluts an juristischen Texten(öffnet im neuen Fenster) wird immer klarer, dass die Autoren von Internetservices und deren Implementation nicht viel Ahnung haben. Hier sind das Medienministerium, das den Entwurf verfasste, und das Staatssekretariat für Digitales quasi im Doppelblindflug unterwegs.


Relevante Themen