Österreich: 5G nach Frequenzauktion schneller als in Deutschland

Der österreichische Regulierer hat Frequenzpakete aus dem Bereich 26 GHz und Restfrequenzen bei 3,6 GHz versteigert. Das gab die Telekom-Regulierungsbehörde RTR (Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH) am 26. März 2024 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Die Auktionserlöse im Bereich 26 GHz betrugen insgesamt 16,2 Millionen Euro, bei 3,6 GHz waren es 8,5 Millionen Euro.
Aus dem Bereich 26 GHz wurden insgesamt 7 Blöcke à 200 MHz vergeben. Das Mindestgebot je Block betrug 1.900.000 Euro. Die Frequenzen können bis zum Jahresende 2046 genutzt werden.
Die erfolgreichen Bieter waren die Netzbetreiber A1 Telekom, T-Mobile und Hutchison. A1 erwarb zwei Blöcke für rund 4,6 Millionen Euro und T-Mobile ebenfalls zwei Blöcke zum selben Preis. Der chinesische Netzbetreiber Hutchison (Drei) kaufte drei Blöcke für 6,9 Millionen Euro. "Wir erwarten mit unserer erworbenen Frequenzausstattung Spitzendatenraten von rund 4 GBit/s im Downlink im Single-User-Szenario" , sagte Drei-Sprecher Tom Tesch Golem.de auf Anfrage.
Im 26-GHz-Spektrum im Millimeterwellenbereich ist die Datenrate sehr hoch, dabei ist die Reichweite jedoch beschränkt: Sie liegt bei freier Sicht bei 600 Metern und ohne Sichtverbindung bei nur 300 Metern.
Deutschland: 26 GHz steht nicht bundesweit zur Verfügung
Das Frequenzspektrum um 26 GHz wird in Deutschland von der Bundesnetzagentur zugeteilt. Eine Nutzung ist derzeit hierzulande auf lokale und regionale Anwendungen beschränkt. Im 26-GHz-Bereich würden beispielsweise bei 800 MHz Bandbreite je nach Konfiguration Datenübertragungsraten zwischen 800 MBit/s bis knapp 2 GBit/s erreicht. Deutsche Telekom, Ericsson und Qualcomm hatten im Januar 2023 5G-Frequenzen bei 3,7 GHz mit dem 26-GHz-Spektrum im Millimeterwellenbereich kombiniert. In den Testszenarien konnten Datenraten von 5 GBit/s im Downlink und 700 MBit/s im Uplink erzielt werden. Die kombinierten Datenraten der beiden Frequenzbereiche in Österreich dürften höher sein als das, was Netzbetreiber derzeit in Deutschland anbieten können.
Erstmals räumte die Regulierungsbehörde in den Versorgungsauflagen zwischen 0 Uhr und 5 Uhr die Möglichkeit zur Abschaltung dieser Frequenzen ein, was bei moderner Antennentechnik seit Jahren üblich ist.
"Bei den Frequenzen aus dem Bereich 3.600 MHz handelt es sich um Rest-Frequenzen der 5G-Pionierbandvergabe aus dem Jahr 2019, die in einigen Regionen aufgrund fehlender Nachfrage von regionalen Anbietern nicht vergeben wurden" , erklärte der Regulierer.
Drei ist gut ausgestattet
Vergeben wurden 7 Blöcke mit jeweils unterschiedlicher Frequenzausstattung für 7 unterschiedliche Regionen. Die erfolgreichen Bieter waren A1 Telekom und T-Mobile. A1 Telekom erwarb Frequenzen in 4 Regionen zu insgesamt rund 2,6 Millionen. Euro. T-Mobile erwarb Frequenzen in 3 Regionen zu insgesamt rund 5,9 Millionen Euro. Die Frequenzen können bis zum Jahresende 2039 genutzt werden.
"Wir haben in diesem Falle Frequenzen erfolgreich ersteigert und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Mit den zusätzlich regionalen Frequenzen für Wien und Kärnten steigern wir die Qualität und Leistungsfähigkeit unserer 5G-Netze" , sagte T-Mobile(öffnet im neuen Fenster) -Sprecherin Elisabeth Blaschke Golem.de auf Anfrage.
"Die Kombination aus den ersteigerten 26-GHz-Frequenzen und den Frequenzen im 3,4 bis 3,8 GHz-Bereich, über die Drei bereits seit der letzten Frequenzauktion österreichweit verfügt" , sicherten dem Netzbetreiber nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) ausreichende Kapazitäten. 2023 wuchs das im Drei-Netz transportierte Datenvolumen um fast 20 Prozent auf 1,68 Milliarden Gigabyte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und habe sich damit im Vergleich zu vor der Pandemie beinahe verdoppelt.
A1 erwarb 400 MHz im 26-GHz-Band. Hierbei handelt es sich nach Unternehmensangaben(öffnet im neuen Fenster) um Frequenzen, die sich besonders für industrielle Anwendungen eignen und lokal sehr hohe Übertragungskapazitäten ermöglichen. Damit verfügt A1 Österreich jetzt je nach Region über ein Spektrum von 100 bis 180 MHz im 3,5 GHz-Band.



