ÖPNV: Verkehrsbetriebe fordern Verlängerung des 9-Euro-Tickets

In der Diskussion um ein mögliches Nachfolgeangebot für das 9-Euro-Ticket will sich der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mehr Zeit verschaffen und fordert deshalb eine Verlängerung des vergünstigten Nahverkehrstickets, das eigentlich als einmalige und zeitlich begrenzte Aktion geplant war. Der Hauptgeschäftsführer des VDV, Oliver Wolff, sagte der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) : "Am besten wäre es, die Aktion als Übergangslösung um weitere zwei Monate zu verlängern. Das Ticket könnte im September und Oktober weiter gelten und so die Bürgerinnen und Bürger von den hohen Energiepreisen entlasten."
Hauptargument für den Vorschlag von Wolff ist es, mehr Zeit zur politischen Diskussion darüber zu haben, wie und ob es nach dem offiziell beschlossenen Ende des 9-Euro-Tickets Ende August mit einem günstigen Nahverkehrsticket weitergehen könnte. "Die Menschen sollten Ende August nicht in ein Loch fallen" , so Wolff. Er rief außerdem dazu auf, dass sich Bund und Länder schnell zusammensetzen sollten.
Diskussion um Nachfolge des 9-Euro-Tickets läuft
In den vergangenen Wochen gab es vermehrt Diskussionen um den Effekt des 9-Euro-Tickets sowie um eine mögliche Weiterführung der Idee unter unterschiedlichen Voraussetzungen. So sprach sich etwa Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) für eine Reform des Öffentlichen Nahverkehrs aus, um "den Tarifdschungel in Deutschland zu beenden" . Eine Komplettfinanzierung des Fahrscheins durch den Bund lehnt der Minister aber ab.
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) plädierte Mitte Juli für eine teurere Alternative , die nach dem Ablauf des 9-Euro-Tickets aber ebenfalls bundesweit einheitlich gelten solle und bereits ab 1. September umsetzbar sei. Der Bund reagierte zurückhaltend auf diesen Vorschlag. Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Markus Söder brachte die Idee eines 365-Euro-Tickets für den ÖPNV ins Spiel.
Bei dieser eher diffusen Gemengelage und wohl noch vielen zu klärenden Fragen zwischen Bund, Ländern und auch den Verkehrsunternehmen lässt sich derzeit schwer sagen, ob hier schnell eine Lösung für die Nachfolge des 9-Euro-Tickets gefunden werden kann. Doch genau darauf zielt der Vorschlag von VDV-Hauptgeschäftsführer Wolff ab.