• IT-Karriere:
  • Services:

ÖPNV: Stuttgarter S-Bahn-Türen halten den Verkehr auf

Während ein Mini Cooper S es in 6,8 Sekunden auf Tempo 100 bringt, können die 430er-S-Bahnen in Stuttgart in derselben Zeit nicht einmal ihre Türen öffnen. Eine kleine Verbesserung ist immerhin in Sicht.

Artikel von veröffentlicht am
Die Baureihe 430 hat keine schnellen Türen.
Die Baureihe 430 hat keine schnellen Türen. (Bild: Von Muns - eigenes Werk/Wikimedia/CC-BY-SA 3.0)

Die modernen Triebwagen der recht neuen Baureihe 430 in Stuttgart haben ein Problem. Das Öffnen der Türen braucht enorm viel Zeit. Acht Sekunden waren es im Auslieferungszustand, wie aus einer wenig beachteten Präsentation vom April 2018 hervorgeht. Optimierungen gab es aber schon. So hat es die S-Bahn Stuttgart mit den Herstellern Alstom und Bombardier geschafft, das Öffnen der Tür samt Schiebetritt auf 7 Sekunden zu reduzieren. Doch das war zunächst nicht genug.

Die elektrischen Triebwagen der Baureihe 430 sind im Vergleich zu den noch in Betrieb befindlichen 423ern extrem langsam. Der Türöffnungsvorgang kostet bei der älteren Baureihe nur 3 Sekunden. Fahrplantechnisch muss also beachtet werden, dass ein 430er, der vor einem 423er fährt, nur zum Aussteigen der Fahrgäste 4 Sekunden extra braucht - und das auf jede Station. Dazu kommt, dass der Fahrplan bei der S-Bahn Stuttgart infrastrukturbedingt keinen längeren Halt als 30 Sekunden vorsehen kann. Zum Jahresende 2018 sollten die 430er daher in die Lage versetzt werden, ihre Türen innerhalb von 5 Sekunden zu öffnen.

Für den Mischbetrieb auf der Stammstrecke ist der Unterschied ungünstig. Das Stuttgarter System arbeitet mit einem Zulaufstrecken-Konzept. Bei dichten Takten zählt im Nahverkehr jede Sekunde. Schon ein Fahrgast, der in eine sich schließende Tür springt, kann eine Taktlücke erzeugen, die zu einer Verspätung führt. Nach der Umstellung dürfte die Stuttgarter S-Bahn hier pro Halt einige Sekunden an Puffer gewonnen haben, um Verspätungen auszugleichen.

Das Problem der langsamen Türen beschäftigt auch die Politik schon eine Weile, wie aus einer kleinen Anfrage der Grünen vom Mai im Bundestag hervorgeht. Die Antwort der Bundesregierung liefert interessante Zahlen. So brauchten alte S-Bahnen mitunter nur jeweils eine Sekunde für das Öffnen und Schließen der Türen. Moderne Züge brauchen hingegen über 10 Sekunden für beide Vorgänge zusammen. Die besagte Baureihe 430 braucht für den gesamten Zyklus 14 Sekunden, der Vorgänger 10 Sekunden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Die alte Baureihe 420 ist in einem engen Taktfahrplan besser 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de

mibbio 08. Aug 2019

Gab die Tage auch gerade vom NDR eine Doku zum Thema Verspätungen im Bahnverkehr, wo man...

format 06. Aug 2019

Das ist nicht korrekt. Londoner Tube: Please mind the gap between the train and the...

altuser 04. Aug 2019

Mit der Bahn per ICE in 4-5h ohne Umstieg von Düsseldorf Hbf nach Berlin Hbf gibt's...

thymythos 03. Aug 2019

Der große Vorteil der fahrerlosen U-Bahn ist ja, dass man deutlich mehr kurze Züge mit...

logged_in 03. Aug 2019

Es wird wohl immer eine Agenda verfolgt. Wer aber die Sache S21 schon seit längerem...


Folgen Sie uns
       


Wo bleiben die E-Flugzeuge? (Interview mit Rolf Henke vom DLR)

Wir haben den Bereichsvorstand Luftfahrt beim DLR gefragt, was Alternativen zum herkömmlichen Flugzeug so kompliziert macht.

Wo bleiben die E-Flugzeuge? (Interview mit Rolf Henke vom DLR) Video aufrufen
Login-Dienste: Wer von der Klarnamenpflicht profitieren könnte
Login-Dienste
Wer von der Klarnamenpflicht profitieren könnte

Immer wieder bringen Politiker einen Klarnamenzwang oder eine Identifizierungspflicht für Nutzer im Internet ins Spiel. Doch welche Anbieter könnten von dieser Pflicht am ehesten einen Vorteil erzielen?
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Europäische Netzpolitik Die Rückkehr des Axel Voss
  2. Mitgliederentscheid Netzpolitikerin Esken wird SPD-Chefin
  3. Nach schwerer Krankheit FDP-Netzpolitiker Jimmy Schulz gestorben

Dauerbrenner: Bis dass der Tod uns ausloggt
Dauerbrenner
Bis dass der Tod uns ausloggt

Jedes Jahr erscheinen mehr Spiele als im Vorjahr. Trotzdem bleiben viele Gamer über Jahrzehnte hinweg technisch veralteten Onlinerollenspielen wie Tibia treu. Woher kommt die anhaltende Liebe für eine virtuelle Welt?
Von Daniel Ziegener

  1. Unchained Archeage bekommt Parallelwelt ohne Pay-to-Win
  2. Portal Knights Computerspielpreis-Gewinner bekommt MMO-Ableger

Generationenübergreifend arbeiten: Bloß nicht streiten
Generationenübergreifend arbeiten
Bloß nicht streiten

Passen Generation Silberlocke und Generation Social Media in ein IT-Team? Ganz klar: ja! Wenn sie ihr Wissen teilen, kommt am Ende sogar Besseres heraus. Entscheidend ist die gleiche Wertschätzung beider Altersgruppen und keine Konflikte in den altersgemischten Teams.
Von Peter Ilg

  1. Frauen in der Technik Von wegen keine Vorbilder!
  2. Arbeit Warum anderswo mehr Frauen IT-Berufe ergreifen
  3. Arbeit Was IT-Recruiting von der Bundesliga lernen kann

    •  /