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Früher war es einfacher - und unsicherer

Die potenziellen Auswirkungen auf den Verkehr sind dementsprechend enorm. Im Berliner S-Bahn-System, das ohne Trittsysteme auskommt, sind beispielsweise Haltezeiten von 0,4 bis über 0,5 Minuten vorgesehen, so die Bundesregierung. Letzteres ist für Bahnhöfe mit hohem Fahrgastpotenzial vorgesehen. Wenn dann die Türsteuerung einer S-Bahn 5 Sekunden extra braucht, gefährdet das den Fahrplan und macht das Verkehrsmittel insgesamt unattraktiver.

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Eine S-Bahn der Baureihe 430 würde - beispielhaft und unabhängig von dem inkompatiblen Stromsystem und Lichtraumprofil - beim Berliner S-Bahn-Ring vermutlich nicht ohne erhebliche Investitionen funktionieren. Die Linien S41 und 42 sind nämlich auf eine Umrundung alle 60 Minuten ausgelegt, weswegen die Berliner S-Bahn dort gerne ihre sprintstarken Züge einsetzt.

Auf dem Ring befinden sich 27 Stationen. Eine ungünstige, neu eingeführte Türsteuerung bedeutet dann schnell den Kauf eines zusätzlichen Zuges je Fahrtrichtung (Betriebsreserven nicht eingerechnet) und das Anstellen eines zusätzlichen Triebfahrzeugführers je Schicht. Da sind schnell Aufwände im Bereich von mehreren Millionen Euro erreicht.

Das Problem gibt es trotzdem auch in Berlin. Wie in vielen anderen Bundesländern sind dort ebenfalls Züge mit besonders langsamer Türsteuerung unterwegs. Die sehr sprintstarken Talent 2 von Bombardier nerven im Regionalverkehr Fahrgäste regelmäßig beim Fahrgastwechsel. Auch Redakteure von Golem.de nutzen diese Züge und konnten dabei häufig beobachten, dass Fahrgäste verfrüht auf den noch funktionslosen Türöffner drücken.

Auch nach Freigabe wird weiter draufgedrückt, da die sich bewegende Trittstufe die Tür blockiert. Nutzer des ÖPNV verstehen die Problematik dahinter nicht und werden ungeduldig. Das passiert selbst uns: Obwohl wir wissen, was passiert, drücken wir mehrfach auf den Öffnenknopf.

Es handelt sich dabei insgesamt durchaus um ein Problem der Moderne. Früher war es besser, aber auch unsicherer. Tatsächlich fehlen alten Bahnen zahlreiche Sicherheitsmechanismen, die heute mit Software gelöst werden. Noch vor etwas über zwei Jahrzehnten war es in Berlin beispielsweise möglich, die S-Bahn-Türen während der Fahrt zu öffnen. Die Baureihe 475 stammt aus den 1920er Jahren. Besonders eilige Fahrgäste stiegen dann auch mal beim Bremsvorgang aus. Und manch ein Lebensmüder versuchte sich am sogenannten S-Bahn-Surfen.

Ausfahrbare Trittsysteme im Nahverkehr gab es früher auch nicht. Da musste der Spalt überwunden werden. Noch heute sind viele Züge ohne solche Systeme unterwegs. Das liegt auch daran, dass Züge nicht so schnell wie Busse ausgetauscht werden müssen. Ein gut gewarteter Fahrzeugpark lässt sich leicht ein halbes Jahrhundert einsetzen.

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 Die alte Baureihe 420 ist in einem engen Taktfahrplan besser
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mibbio 08. Aug 2019

Gab die Tage auch gerade vom NDR eine Doku zum Thema Verspätungen im Bahnverkehr, wo man...

format 06. Aug 2019

Das ist nicht korrekt. Londoner Tube: Please mind the gap between the train and the...

altuser 04. Aug 2019

Mit der Bahn per ICE in 4-5h ohne Umstieg von Düsseldorf Hbf nach Berlin Hbf gibt's...

thymythos 03. Aug 2019

Der große Vorteil der fahrerlosen U-Bahn ist ja, dass man deutlich mehr kurze Züge mit...

logged_in 03. Aug 2019

Es wird wohl immer eine Agenda verfolgt. Wer aber die Sache S21 schon seit längerem...


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