ÖPNV: Kölner Verkehrsbetriebe verlassen Handyticket Deutschland

Zum 31. März 2019 verlässt das Verkehrsunternehmen Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) das Partnernetzwerk des ÖPNV-Ticketdienstleisters Handyticket Deutschland. Die Auswirkungen sind dabei sehr stark von den Nutzern abhängig. Für Handyticket Deutschland gilt nämlich, dass Anwender sich bei einem Partner registrieren und dann über das Handyticket-System Tickets für alle integrierten Tarife kaufen können. Wer sich bei den KVB registriert, kann sich also auch beim Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) oder beim Bodensee-Oberschwaben (Bodo) Tickets kaufen.
Diese Nutzer mit KVB-Registrierung haben mit dem Verlassen der KVB auch ein Problem. Alle anderen müssen sich keine Sorgen machen, denn KVB-Tickets oder präziser Tickets des übergeordneten Verkehrsverbund Rhein Sieg (VRS) sind auch nach dem Stichtag über das Handyticket Deutschland erwerbbar, da weder der Verbund noch die Tarife entfernt werden.
Eine Kündigung ist mitunter notwendig
Wer einen KVB-Zugang innerhalb von Handyticket Deutschland hat, der sollte bald seinen Dienstleister im Partnernetzwerk wechseln. Dazu muss der Zugang innerhalb des Handyticket-Systems gekündigt werden. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Wer noch Tickets im Account hat, der sollte sie vorher nutzen. Zudem ist der Kauf mit einem alten Account bereits nicht mehr möglich. Eine Rückzahlung gibt es nur für eventuelles Prepaid-Guthaben, nicht aber für bereits gekaufte Fahrkarten. Bei Papierfahrkarten sind längere Kulanzzeiträume etwa bei Tarifanpassungen üblich. Digital geht das anscheinend nicht.
In der FAQ(öffnet im neuen Fenster) empfiehlt Handyticket Deutschland die Stadt Monheim als alternativen Partner innerhalb des VRS. Dieser übernimmt fortan als VRS-Handyticket-Partner. Prinzipiell kann der Anwender sich aber auch beispielsweise beim Bodo registrieren.
Die Gründe für den Austritt der KVB aus dem System werden nicht groß kommuniziert. Von Hansecom, dem Unternehmen hinter Handyticket Deutschland, gibt es immerhin eine Mitteilung, die sich aber über die Gründe ausschweigt. Eine Pressemitteilung des Unternehmens KVB liegt Golem.de nicht vor. Allerdings gibt es durchaus sichtbare Aktivitäten zur Umstellung. Die KVB verkaufen Tickets über eine eigene App(öffnet im neuen Fenster) und gewährt sogar Rabatte. Zudem fordern auch die KVB von Nutzern der alten KVB-App eine Neuregistrierung bis zum 31. März für das neue Handyticket-System(öffnet im neuen Fenster) . Dort wird immerhin in einem kurzen Satz genannt, dass das System aus vergaberechtlichen Gründen gewechselt wird. In der FAQ steht zudem(öffnet im neuen Fenster) , dass der neue Handyticket-Dienstleister die Cubic Transportations Systems sein wird. Aus Datenschutzgründen ist eine Übernahme der Daten laut KVB nicht möglich.



