ÖPNV: Infraserv Höchst baut Wasserstofftankstelle für Züge

Höchst hat eine neue Verwendung für Wasserstoff, der als Nebenprodukt anfällt: Damit werden künftig Brennstoffzellen-Züge betrieben.

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Brennstoffzellenzug Coradia iLint (bei der Präsentation im April 2018 in Wiesbaden): Reichweite wie ein Dieselzug
Brennstoffzellenzug Coradia iLint (bei der Präsentation im April 2018 in Wiesbaden): Reichweite wie ein Dieselzug (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

In Frankfurt werden die Voraussetzungen für den Einsatz von Brennstoffzellenzügen geschaffen: Auf dem Gelände des Industrieparks Frankfurt-Höchst haben die Bauarbeiten für eine Wasserstofftankstelle begonnen. Dort will der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) künftig seine Brennstoffzellenzüge betanken.

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An der Grundsteinlegung nahmen laut RMV Vertreter des Landes Hessen, des RMV, des Industrieparkbetreibers Infraserv Höchst sowie des Fahrzeugherstellers Alstom teil, der die Brennstoffzellenzüge vom Typ Coradia iLint baut. Der Bau der Tankstelle soll einige Monate dauern. An dem Standort gibt es bereits seit 2006 eine Wasserstofftankstelle für Autos.

Der RMV hat 27 Brennstoffzellenzüge bestellt

Insgesamt 27 Coradia iLint hat der RMV bestellt. Der Start des Regelbetriebs ist für Dezember kommenden Jahres geplant. Sie sollen auf verschiedenen nicht elektrifizierten Linien im Taunus die Dieselzüge ersetzen, die dort derzeit noch im Einsatz sind. Ziel ist, die Schadstoffemissionen, vor allem Kohlendioxid, zu senken.

Ganz sauber sind die neuen Züge allerdings nicht: Sie werden nicht mit grünem Wasserstoff betrieben, also Wasserstoff, der mit Strom aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird. Der Wasserstoff, den sie in Höchst tanken werden, stammt aus der chemischen Industrie: Es ist ein Nebenprodukt, das bei der Produktion organischer Grundstoffe in der Chlor-Chemie anfällt. Bisher wird ein großer Teil des Gases zur Stromgewinnung verbrannt.

Der Tagesbedarf für die Züge wird bei etwa 2,2 Tonnen liegen. Pro Kilometer benötigt der Coradia iLint zwischen 0,18 und 0,28 kg Wasserstoff, abhängig davon, wie anspruchsvoll Strecke und Fahrplan sind. Die Fahrtkosten pro Kilometer liegen zwischen 5,5 und 6,50 Euro. Die Reichweite eines Coradia iLint beträgt mit einer Tankfüllung etwa 1.000 Kilometer. Das ist vergleichbar mit der Reichweite eines Dieselzuges.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Der Coradia iLint basiert auf dem mit Diesel betriebenen Nahverkehrstriebwagenzug Coradia Lint, den Alstom seit 1999 baut. 2012 hatten zwei Alstom-Ingenieure die Idee, den Zug mit einem Brennstoffzellenantrieb auszustatten. 2016 stellte der französische Konzern den Prototyp des iLint auf der Fachmesse Innotrans in Berlin vor. Im April fuhr der Zug erstmals auf einer öffentlichen Strecke, von Wiesbaden nach Frankfurt.

Neben dem RMV wollen weitere Verkehrsbetriebe den Wasserstoffzug anschaffen, unter anderem in Baden-Württemberg, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Thüringen. In Niedersachsen sind zwei der Brennstoffzellenzüge seit September 2018 im regulären Einsatz unterwegs. Eine Studie kam jedoch kürzlich zu dem Schluss, dass Akkuzüge günstiger sind als Brennstoffzellenzüge.

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M.P. 28. Okt 2020

Tante Google sagt, dass ein Liter Flüssigwasserstoff knapp 71 g wiegt ... An der...

iu3h45iuh456 27. Okt 2020

Bislang gibt es ja erst einen Wasserstoff-Zug: Den Lint. Der Lint ist natürlich ein...

Yaehnz 27. Okt 2020

Hier wäre vielleicht eine Art automatisierter Akkutausch von Vorteil. Bei Nio läuft das...

senf.dazu 27. Okt 2020

Die paar Züge sind doch (anwendungsnahe) Forschung ? Und möglicherweise ist ja die...


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