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Berliner warten im Regen vergeblich auf den Bus (Symbolbild).
Berliner warten im Regen vergeblich auf den Bus (Symbolbild). (Bild: Pawel Kopczynski/Reuters)

Die BVG weiß von dem V-Bus-Phänomen

Den Fehler mit den V-Bussen haben wir bereits gemeldet, er wurde am 23. April 2015 von der BVG zur Kenntnis genommen. Damals ging es auch um das Anzeigesystem Daisy, das dieselben Daten wie die Apps nutzt. Sowohl in der App als auch mit Daisy konnten wir das Problem seinerzeit bereits nachvollziehen. Laut BVG-Aussage von damals kommt es im Falle von "kurzfristigen Umleitungen zu ungesicherten Angaben" der Prognose. Tatsächlich passiert das aber auch ohne Umleitungen.

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Wir haben uns seitdem nicht im Detail damit befasst, da uns versichert wurde, dass die Problematik an die zuständige Fachabteilung gemeldet worden sei. Allerdings hatten wir den Verdacht, dass das Problem noch besteht. Das zu beweisen, ist aber aufwendig. Verspätungen von Bussen sind im Allgemeinen und aufgrund der schwierigen Verkehrssituation im Besonderen kaum zu verhindern, das gilt insbesondere für die Hauptstadt, die kaum noch Reserven im ÖPNV hat. So ist es in der Praxis schwierig und zeitintensiv, das Phänomen V-Busse und vor allem die Gründe dafür zu beobachten.

Ohne genaue und aufwendige Beobachtung einzelner Umläufe ist es kaum möglich. Hilfreich sind dabei größere Verspätungen bei Linien, die sehr selten fahren. Treten sie auf, fahren die Busse nämlich häufig im Rudel, da die verspäteten Busse auf die folgenden, planmäßig fahrenden treffen. Einzelne Busse auf der Strecke umkehren zu lassen, um die Taktlücken zu verringern, ist der BVG nach eigener Aussage zu aufwendig. In solchen Fällen ist also relativ einfach zu erkennen, wenn in der App ein Bus auftaucht, der sich unmöglich an der angegebenen Stelle befinden kann, weil das Rudel noch in der entgegengesetzten Richtung unterwegs ist.

Ausgerechnet Berlins interessanteste Buslinie ist betroffen

Eine erneute Anfrage zum Thema vom gestrigen Abend hat die Pressestelle der BVG bisher nicht beantwortet.

Dass ausgerechnet die Buslinie 204 von dem Problem mit den V-Bussen betroffen ist, verwundert ein wenig. Wie die Linie 109 in Hamburg ist sie mit sehr viel neuer Technik ausgestattet. Die gesamte Linie ist offiziell eine Elektrobuslinie, deren Busse mit dem hocheffizienten Primove-Induktionssystem ausgestattet sind und sogar für WLAN-Tests verwendet werden. Wir haben den Start der Buslinie mit unserem Artikel Eine E-Bus-Fahrt ist lustig ausführlich begleitet.

Die 204 ist allerdings nicht die einzige betroffene Buslinie. Wir haben das Phänomen in Einzelfällen auch auf vielen anderen Buslinien ausmachen können, allerdings nicht mit einer derart genauen Beobachtung der Umläufe. Ein wetterbedingter Ausnahmezustand im Berliner Busverkehr hat doch auch sein Gutes.

Nachtrag vom 10. Juli 2017, 11:30 Uhr

Die BVG hat sich mittlerweile zu den von uns gemachten Beobachtungen geäußert. Die Existenz von V-Bussen weist sie dabei ebenso zurück wie ein bewusstes Generieren nicht vorhandener Fahrten. Laut der BVG ist das Phänomen im Durchschnitt nur bei 10 bis 20 von rund 25.000 täglichen Fahrten zu beobachten. Zu beachten ist allerdings, dass die BVG-Angaben sich auch auf die weniger kritischen Fahrten am Wochenende, zu Tagesrandlagen oder in der Nacht beziehen, die dort eingerechnet sind.

Die Falschprognosen entstehen laut der BVG durch einen Vorschauhorizont des rechnergestützten Betriebsleitsystems (RBL) von 60 Minuten. Steht ein Bus also im Stau, hat er einen Unfall oder einen anderen Zwischenfall, wie etwa das jüngste Unwetter, werden vom RBL weiterhin Prognosen erstellt, selbst für Folgefahrten des Umlaufs. Die Busse müssen in so einem Fall zudem beim RBL angemeldet bleiben, um im Funkkontakt mit dem Disponenten der Leitstelle zu bleiben. Erst wenn der Bus abgemeldet ist, wird eine Fahrt auch gelöscht.

Unserer Einschätzung nach erklärt dies nur einen Teil des Verhaltens, wie etwa konstant anwachsende Verspätungen von Bussen an einer Starthaltestelle. Wo die erfolgreichen Abfahrtmeldungen herkommen, die etwa in der Galerie in der Hertzallee dokumentiert wurden und am Vortag ebenso beobachtet wurden, bleibt unklar. Wie die virtuell an dem Fahrgast vorbeifahrenden Busse entstehen, erschließt sich uns auch nach den Ausführungen der BVG nicht, insbesondere da die Busse anscheinend weiterhin am RBL angemeldet bleiben und damit Daten liefern müssten.

Die Daten sind offenbar da, doch ihre Bewertung erscheint nach den uns bisher vorliegenden Informationen nicht korrekt zu sein. Eine Prognose mit einem derartig langen Vorschauhorizont, der offenbar sowohl tageszeitunabhängig ist und auch in kritischen Situationen wie stadtweitem Unwetter nicht reduziert wird, sorgt offenbar nicht für präzise Angaben.

 ÖPNV in Berlin: Wie die BVG virtuelle Busfahrten erfindet

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Zensurfeind 18. Jul 2017

Virtuelle Fahrzeuge könnten dafür verwendet werden, Statistiken zu schönen.

Walter Plinge 14. Jul 2017

Ja, das kenne ich auch. Besonders auffällig immer dann, wenn aufgrund einer...

perahoky 14. Jul 2017

Ich war bei der Berliner Mauer und habe geschaut wie ich am besten zur Museumsinsel...

asca 10. Jul 2017

Ja, funktioniert super im Westberliner Tramnetz ;-) In Berlin leben wieviele Mio...

Ibob 10. Jul 2017

Ja was denn nun? Sie weisen die Existenz zurück bestätigen sie aber gleichzeitig?



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