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ÖPNV: Hamburger S-Bahn zeigt volle und leere Wagen an

Mehr Bequemlichkeit und einen schnelleren Fahrgastwechsel soll ein Anzeigesystem bei der S-Bahn ermöglichen. Dafür werden die Wagen durchleuchtet.
/ Werner Pluta
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Auslastunganzeige der Hamburger S-Bahn: Wo gibt es noch einen Sitzplatz? (Bild: Deutsche Bahn)
Auslastunganzeige der Hamburger S-Bahn: Wo gibt es noch einen Sitzplatz? Bild: Deutsche Bahn

Wer öfter den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzt, kennt das: Man steht gequetscht in einem vollen S-Bahn-Abteil und stellt mit einem Blick in den Nachbarwaggon fest, dass dort sogar noch Sitzplätze verfügbar sind, Hätte man das doch nur vor dem Einsteigen gewusst. In Hamburg bekommen Fahrgäste künftig angezeigt, welche Waggons sie besser meiden.

Auf dem S-Bahnhof Berliner Tor kündigt die Anzeige nicht nur den nächsten Zug an. Sie zeigt auch an, wo es sich empfiehlt einzusteigen und welchen Wagen man besser meidet. Jeder Wagen ist in drei Segmente unterteilt. Die Auslastung des jeweiligen Segments wird in rot, gelb oder grün angezeigt.

Der Füllstand der S-Bahn-Wagen wird über eine Art Lichtschranke erfasst, die der Zug kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof passiert. Durch den Zug wird ein Lichtstrahl geschickt. Anhand des auf der anderen Seite ankommenden Lichts wird bestimmt, wie viele Menschen sich in dem Wagensegment befinden. Die Genauigkeit soll bei etwa 90 Prozent liegen.

Hamburg digitalisiert den ÖPNV

Das ist ein weiterer Schritt in Richtung Digitalisierung der S-Bahn und des ÖPNV in Hamburg. Dazu gehört auch die erste S-Bahn, die auf einem Teilstück der Linie S21 regulär fahrerlos unterwegs ist . Zudem plant die Hansestadt, bis zum Jahr 2030 bis zu 10.000 autonome Fahrzeuge in der Stadt einzusetzen .

Das Anzeigesystem für die Wagenauslastung wurde von der S-Bahn Hamburg entwickelt. Die will in dem Pilotprojekt Lightgate bis März 16 S-Bahnhöfe damit ausstatten. Ziel ist es, dass alle S-Bahnhöfe eine solche Anzeige bekommen. Ein zweites Pilotprojekt läuft bei der Stuttgarter S-Bahn. Weitere S-Bahnen sollen folgen, darunter die Berliner.

Die Deutsche Bahn wird das System ebenfalls nutzen, zunächst auf der Regionalstrecke zwischen Hamburg und Lübeck. Start ist im Februar. Bis Ende 2024 soll für über 1.500 Wagen der Regionalbahnen eine solche Anzeige eingeführt werden. Neben der Lichtschranke werden auch andere Systeme getestet, beispielsweise Zähler im Türbereich.

"Die Vorteile für die Fahrgäste liegen auf der Hand" , sagte Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) dem NDR(öffnet im neuen Fenster) . "Man weiß, wo man einsteigen muss, um gut einen Sitzplatz zu bekommen."

Schnellerer Fahrgastwechsel heißt weniger Verspätung

Allerdings geht es nicht nur um die Bequemlichkeit der Fahrgäste: "Verzögerungen beim Ein- und Aussteigen sind der Hauptgrund für Haltezeitüberschreitungen und damit für Verspätungen" , teilte die Deutsche Bahn mit(öffnet im neuen Fenster) . Verteilen sich die Fahrgäste besser über den Zug, dauert der Fahrgastwechsel weniger lange, der Zug kann früher abfahren.

Die Auslastung der Züge soll zudem laut Deutsche Bahn künftig in der Bahn-App angezeigt werden. Fahrgäste könnten dann gegebenenfalls auf weniger ausgelastete Züge ausweichen.


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