ÖPNV: Flotte aus 14 Brennstoffzellenzügen startet in Niedersachsen

Die weltweit erste Flotte von wasserstoffbetriebenen Zügen ist im Nordwesten von Niedersachsen im Einsatz.

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Premiere der Brennstoffzellenzüge in Niedersachsen: Einmal am Tag tanken reicht.
Premiere der Brennstoffzellenzüge in Niedersachsen: Einmal am Tag tanken reicht. (Bild: Sabrina Adeline Nagel/EVB)

Die erste Flotte von Brennstoffzügen ist im Einsatz: Zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude verkehren ab sofort 14 wasserstoffbetriebene Züge. Sie ersetzen Dieselzüge.

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Die von vom französischen Konzern Alstom in Salzgitter gebauten Brennstoffzellenzüge sollen auf der nicht-elektrifizierten Strecke 15 Dieselzüge ersetzen. Es ist nach Angabe der Initiatoren weltweit das erste Netz mit solchen Zügen. "Dieses Projekt hat weltweit Vorbildcharakter, es ist ein hervorragendes Beispiel für eine erfolgreiche Transformation made in Niedersachsen", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). "Als Land der Erneuerbaren Energien setzen wir damit einen Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität im Verkehrssektor."

Die Züge sind von Typ Coradia iLint. Alstom hatte den Prototyp 2016 auf der Fachmesse Innotrans in Berlin vorgestellt. Die Premierenfahrt im öffentlichen Schienennetz fand im April 2018 satt.

Der Testbetrieb startete 2018

Ein Testbetrieb mit zwei Brennstoffzellenzügen startete im September 2018. Der Start des Flottenbetriebs war bereits für Juni geplant.

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Der Coradia iLint ist ein elektrisch angetriebener Triebwagenzug, der von zwei Brennstoffzellen auf dem Dach mit Strom versorgt wird. Diese Brennstoffzellen liefern zusammen eine Leistung von 400 Kilowatt. Das reicht zum Fahren mit annähernd konstanter Geschwindigkeit.

Zum Anfahren oder bei Steigungen benötigt der Zug jedoch mehr Leistung - beim Anfahren das Doppelte dessen, was die Brennstoffzellen bereitstellen. Der Zug verfügt deshalb über Lithium-Ionen-Akkus, die die fehlende Leistung liefern. Die Akkus werden durch Rekuperation der Bremsenergie geladen.

Der Zug fährt so schnell wie ein Dieselzug

Der Zug fährt eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde - so schnell wie ein Dieselzug. Im Netz der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB) wird er allerdings nur mit Geschwindigkeiten zwischen 80 und 120 km/h unterwegs sein.

Betankt werden die Züge an der Wasserstofftankstelle in Bremervörde. Die besteht aus 64 Tanks, in denen das Gas unter einem Druck von 500 bar gespeichert ist. Die Gesamtkapazität beträgt 1.800 Kilogramm. Die beiden Tanks des Zuges haben ein Fassungsvermögen von jeweils gut 90 Kilogramm. Damit kommt der Zug etwa 1.000 Kilometer weit - das reicht für einen ganzen Tag.

Der Wasserstoff kommt derzeit noch aus der Chemieindustrie, wo er als Nebenprodukt anfällt. In Zukunft soll in Bremervörde jedoch ein Elektrolyseur entstehen, der grünen Wasserstoff aus Windenergie erzeugt.

  • Der Brennstoffzellenzug Coradia iLint vor dem Start der ersten öffentlichen Fahrt in Wiesbaden (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Zug basiert auf Alstoms Dieselzug Lint, hat aber einen Brennstoffzellenantrieb. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die beiden Brennstoffzellen sind auf dem Dach angebracht. Außer den Lüftern ist nicht viel davon zu sehen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Brennstoffzellen erzeugen aus einer Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff Strom. Sie emittieren Wasserdampf. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Auf Treibstoff und Emission wird im Design der Sitze hingewiesen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Premierenfahrt startete am Hauptbahnhof in Wiesbaden ... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... und endete in Frankfurt-Höchst. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Der Brennstoffzellenzug Coradia iLint vor dem Start der ersten öffentlichen Fahrt in Wiesbaden (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), der die Züge gehören, hat nach eigenen Angaben bereits 2012 mit der Suche nach einem Ersatz für Dieselzüge begonnen. Aktuell betreibt die LNVG auf ihren Strecken 126 Dieseltriebzüge. Die sollen in Zukunft ersetzt werden - je nach den Streckengebenheiten durch Wasserstoff- oder Akkuzüge.

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