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ÖPNV: Deutschlandticket wird 2026 63 Euro kosten

Ab 2026 steigt der Preis für das Deutschlandticket . Das hat Konsequenzen für Millionen von Menschen.
/ Andreas Donath
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Das Deutschlandticket wird teurer. (Symbolbild) (Bild: Stadtbus Dormagen)
Das Deutschlandticket wird teurer. (Symbolbild) Bild: Stadtbus Dormagen

Die Verkehrsminister der Länder haben eine Preisanpassung für das beliebte Nahverkehrsticket beschlossen. Der monatliche Beitrag soll von derzeit 58 Euro auf 63 Euro steigen, wie aus Teilnehmerkreisen eines Treffens in München bekannt wurde, berichtet die Süddeutsche Zeitung.(öffnet im neuen Fenster)

Der Preis für das Deutschlandticket, das aktuell von etwa 13,4 Millionen Menschen genutzt wird, war bereits zum Jahreswechsel 2024/2025 von ursprünglich 49 Euro auf 58 Euro angepasst worden. Die erneute Preiserhöhung erfolgt vor dem Hintergrund einer anhaltenden Finanzierungslücke.

Kostenlücke muss geschlossen werden

Bund und Länder subventionieren das Ticket gemeinsam mit jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr, um Einnahmeverluste der Verkehrsbetriebe auszugleichen. Diese Summe von insgesamt drei Milliarden Euro reicht jedoch nicht aus, um die tatsächlichen Kosten zu decken.

Die Finanzierungslücke wird vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) auf 500 bis 800 Millionen Euro geschätzt. Diese Mittel fehlen den Verkehrsunternehmen, die den regionalen Nahverkehr mit Bussen und Bahnen organisieren.

Koalitionsvertrag suggeriert etwas anderes

Die Preiserhöhung wirft Fragen bezüglich des Koalitionsvertrags zwischen Union und SPD auf. Dort wurde festgelegt, dass der Nutzeranteil bei der Finanzierung erst ab 2029 "schrittweise und sozialverträglich" erhöht werden soll.

Die Formulierung lässt theoretisch Spielraum für frühere Anpassungen, allerdings nur bei gleichzeitiger Erhöhung der staatlichen Zuschüsse. Andernfalls würde sich der Nutzeranteil sofort erhöhen, was dem Koalitionsvertrag widersprechen könnte.

Isabel Cademartori, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, hatte im Juli noch kategorisch erklärt: "Eine Preiserhöhung werden wir nicht mittragen." Die aktuelle Entwicklung zeigt eine Änderung dieser Position.

Zwischen Bund und Ländern herrscht seit Jahren Uneinigkeit über die Finanzierung. Die Verkehrsminister der Länder sehen Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) in der Pflicht, den Bundesbeitrag zu erhöhen.

Klingbeil lehnt dies jedoch ab, da es sich um konsumptive Ausgaben handele, für die derzeit keine zusätzlichen Mittel verfügbar seien. Entsprechend verweigern auch die Länder höhere Zuschüsse.

Die Opposition im Bundestag fordert eine Rückkehr zum ursprünglichen Preis von 49 Euro. Grüne und Linke argumentieren für eine dauerhafte Preisfixierung auf diesem Niveau.


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