ÖPNV: Bund reagiert zurückhaltend auf Vorschlag zu 69-Euro-Ticket

Die Verkehrsunternehmen wollen an den Erfolg des 9-Euro-Tickets anknüpfen - allerdings zu einem höheren Preis. Das Verkehrsministerium will abwarten.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Öffentlicher Nahverkehr - hier in Berlin
Öffentlicher Nahverkehr - hier in Berlin (Bild: LwcyD/Pixabay)

Das Verkehrsministerium hat zurückhaltend auf einen Vorschlag aus der Verkehrsbranche zur Einführung einer dauerhaften 69-Euro-Fahrkarte als Nachfolger des 9-Euro-Tickets reagiert. Ein Sprecher von Ressortchef Volker Wissing sagte am 15. Juli, es gebe ein verabredetes Verfahren, wonach im Herbst Ergebnisse einer Arbeitsgruppe von Bund und Ländern zur Zukunft und Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vorliegen sollen.

Stellenmarkt
  1. Inhouse ERP Manager (m/w/d)
    baramundi software AG, Augsburg
  2. IT-Systemadministrator (m/w/d)
    Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz, Konstanz
Detailsuche

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) spricht sich für ein dauerhaftes 69-Euro-Ticket aus, das bundesweit für den ÖPNV gelten soll. Das 9-Euro-Ticket läuft Ende August aus.

"Ausgehend von der Prämisse, dass die ÖPNV-Tarife der Verkehrsverbünde für das Gros der Fahrgäste weiterhin attraktiv sein werden, schlagen wir insbesondere für diejenigen, die sich in der Marktforschung als relevante Zielgruppe erwiesen haben - zahlungswillige Autofahrerinnen und -fahrer - ein bundesweit gültiges ÖPNV-Klimaticket für 69 Euro pro Monat als einfache Fahrtberechtigung der 2. Klasse vor", sagte VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff.

Anders als das 9-Euro-Ticket würde die 69-Euro-Fahrkarte nicht automatisch für Abonnenten gelten. "Die Branche ist in der Lage, ab dem 1. September ein solches Klimaticket anzubieten", erklärte Wolff. "Dafür brauchten wir allerdings sehr schnell den entsprechenden Auftrag seitens der Politik."

Golem Karrierewelt
  1. Adobe Photoshop Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    31.08.-02.09.2022, Virtuell
  2. Adobe Premiere Pro Aufbaukurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    17./18.10.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Kosten für ein solches Angebot bezifferte Wolff auf rund zwei Milliarden Euro im Jahr. Für dieses Jahr ließen sich diese Kosten noch über den mit der Politik ausgehandelten Rettungsschirm für die Verkehrsunternehmen finanzieren. "Für das neue Jahr braucht es dann eine neue Regelung."

Diskussion um 9-Euro-Ticket-Nachfolger

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Stefan Gelbhaar, sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei gut, dass die Diskussion voranschreite. "Das Verkehrsministerium ist nun an der Reihe, einen konkreten Vorschlag auf den Tisch zu legen, verbunden mit einem plausiblen Finanzierungsvorschlag. Dann kann rasch eine Entscheidung gefällt werden."

Der FDP-Politiker Wissing machte mehrfach deutlich, dass er erst über Reformen im Nahverkehr und dann über Finanzierungsfragen sprechen wolle. Die Organisation des ÖPNV liege bei den Ländern.

SPD-Fraktionsvizechef Detlef Müller plädierte im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland ebenfalls für eine Nachfolgeregelung. "Ob ein Anschlussticket dann 39, 49 oder 69 Euro kostet, ist zweitrangig", sagte er. "Es muss aber in einem Rahmen sein, der psychologisch wirkt und sich für Menschen lohnt, ihr Auto stehen zu lassen."

Der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, forderte in der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten neben günstigeren Tagestickets den Ausbau des Angebots. "Man kann nicht allein mit Tarifmaßnahmen die Welt revolutionieren."

Der Interessenverband Allianz pro Schiene befürwortete derweil den Vorschlag des VDV. "Das ist der richtige Ansatz", schrieb Verbandsgeschäftsführer Dirk Flege auf Twitter. "Eine Flatrate für den Nahverkehr in ganz Deutschland. Wichtig: unmittelbar im Anschluss an das 9-Euro-Ticket und ermäßigte Sozialtickets mitgedacht." Der Verband Mofair, in dem vor allem die Wettbewerber der Deutschen Bahn organisiert sind, äußerte sich auf Twitter ähnlich wie Naumann. Es müsse nicht nur ein günstiges Ticket, sondern auch eine gute Infrastruktur geben.

Mit dem 9-Euro-Ticket können Fahrgäste für 9 Euro im Monat im ÖPNV durch ganz Deutschland fahren. Mit der dreimonatigen Aktion sollen Bürger entlastet werden. Zudem soll der Umstieg auf Busse und Bahnen attraktiver werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Elektromobilität
Wohnmobile werden unter Strom gesetzt

Auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf werden die ersten Wohnmobile mit Elektroantrieb gezeigt. Doch die Branche tut sich schwer mit der Antriebswende.
Ein Bericht von Franz W. Rother

Elektromobilität: Wohnmobile werden unter Strom gesetzt
Artikel
  1. Quadcopter Pixy: Snap stellt fliegende Kamera ein
    Quadcopter Pixy
    Snap stellt fliegende Kamera ein

    Nur vier Monate nach der Einführung ist für die Snap Pixy Schluss: Der Snap-CEO streicht die Weiterentwicklung der Drohne.

  2. Hacking: Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher
    Hacking
    Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher

    Mit einer neuen Version des Bad-USB-Sticks Rubber Ducky lassen sich Rechner noch leichter angreifen und neuerdings auch heimlich Daten ausleiten.

  3. Aonic übernimmt Exmox: Hamburger Adtech-Start-up für 100 Millionen Euro verkauft
    Aonic übernimmt Exmox
    Hamburger Adtech-Start-up für 100 Millionen Euro verkauft

    Mit der schwedischen Aonic Group investiert nach Unity ein weiteres Unternehmen in die Monetarisierung von Mobilegames.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (MSI RTX 3090 Gaming 1.269€, Seagate Festplatte ext. 18 TB 295€) • PS5-Deals (Uncharted Legacy of Thieves 15,38€, Horzizon FW 39,99€) • HP HyperX Gaming-Maus -51% • Alternate (Kingston Fury DDR5-6000 32GB 219,90€ statt 246€) • Samsung Galaxy S22+ 5G 128 GB 839,99€ [Werbung]
    •  /