OEM-Grafikkarten: AMDs Radeon RX 600 sind für Komplett-PCs

AMD hat – möglichst ohne viel Aufsehen zu erregen – die Radeon RX 600(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Die Grafikkarten sind jedoch nicht die vermeintlichen Nachfolger der Radeon RX 590 (Test) , sondern OEM-Modelle für Komplett-PC-Hersteller wie Medion. Technisch basieren die fünf Pixelbeschleuniger wohl auf Chips von 2016 und 2013, die Namen sind reines Marketing, um weniger gut informierten Käufern ein neues Produkt präsentieren zu können.
Die Radeon RX 640(öffnet im neuen Fenster) nutzt offenbar einen Polaris-12-Chip und wird mit 640 sowie 512 Rechenkernen verkauft. Das kennen wir bereits von der Radeon RX 550 und von der Radeon RX 550X , selbst der GPU-Takt fällt mit 1.287 MHz identisch aus. Offenbar hat AMD aber das GDDR5-Speicherinterface von 128 auf 64 Bit halbiert, sofern das kein Fehler in den Spezifikationen ist. Die Radeon 630(öffnet im neuen Fenster) nutzt 512 Shader mit geringerem Takt, das GDDR5-Interface soll ebenfalls nur 64 Bit breit sein.
Deutlich langsamer rechnet die Radeon 625(öffnet im neuen Fenster) , welche offenbar auf einen Oland-Chip setzt: Hier gibt es 384 ALUs mit einem 64-Bit-GDDR5-Interface, bei der Radeon 620(öffnet im neuen Fenster) sind es 384 oder 320 Shader bei gleicher Busbreite und DDR3-Speicher. Nach unten hin rundet die Radeon 610(öffnet im neuen Fenster) mit 320 Kernen das OEM-Portfolio ab. Oland, ein 28-nm-Design mit GCN-v1-Architektur, wurde ursprünglich in der HD 8670/8570 von 2013 genutzt und seit Jahren immer wieder neu aufgelegt.
Von der Leistung her ist selbst die Radeon RX 640 kaum interessant, gerade wenn das 64-Bit-Interface stimmen sollte. Auch mit doppelter Busbreite würde die Karte nur einer Radeon Pro 450 entsprechen, einem Notebook-Modell von 2016. Immerhin kann der Chip aktuelle Codecs wie H.265 decodieren und beherrscht Displayport 1.2 für hochauflösende Monitore. Die Radeon 625/620/610 können hingegen nicht einmal mit H.264 in 4K umgehen.



