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Öffi NG für Android im Test: Luxusversion von Öffi macht Reisen angenehmer

In der Android -Welt ist Öffi der De-facto-Standard einer gelungenen App für Bus und Bahn. Es geht sogar noch besser.
/ Ingo Pakalski
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Öffi NG hilft bei Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Öffi NG hilft bei Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr. Bild: Sean Gallup/Getty Images

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, freut sich über Unterstützung per App. Eine besonders gelungene ist Öffi NG, wobei das NG für Next Generation steht. Dabei handelt es sich um eine stark erweiterte Variante von Öffi. Die NG-Version hat viele sinnvolle Zusatzfunktionen und kennt sogar eine Navigation per Bus und Bahn.

Zwar bieten viele Verkehrsverbünde eigene Apps an, diese stellen jedoch oft nur die Basisfunktionen bereit. Außerdem sind sie meist nur in bestimmten Regionen nutzbar, woanders muss man sich dann mit einer anderen Oberfläche und Bedienung herumplagen.

Hier verfolgt Öffi bereits seit Jahren einen anderen Ansatz: Es kann mit verschiedenen Verkehrsverbünden verwendet werden. Die gleiche App kann also in mehreren Städten oder Regionen genutzt werden. Es muss lediglich der passende Verbund aktiviert werden, Oberfläche und Bedienung bleiben gleich.

Öffi zeigt Verbindungen sehr übersichtlich an

Kommen wir zunächst kurz zu Öffi, bevor wir auf die Unterschiede zur NG-Version eingehen. Die App liefert eine grafisch ansprechende Übersicht anstehender Verbindungen für eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, also per Bus oder Bahn. Dabei sind sowohl Umsteigepunkte als auch Abfahrt- und Ankunftszeiten auf einen Blick gut zu erkennen.

Öffi merkt sich bisherige Anfragen und kann bequem die Reiserichtung umkehren, so dass der Rückweg ohne viel Aufwand in der App zu finden ist.

Öffi NG nutzt im Kern die gleiche Oberfläche. Auch hier werden die Verbindungen von einem Ort zum anderen sehr übersichtlich dargestellt. Wer Öffi kennt, bemerkt beim Start von Öffi NG aber sofort, dass die App viel mehr kann.

Schnelle Ortswahl ist eine clevere Ergänzung

Im Startbildschirm lassen sich Haltestellen als schnelle Ortswahl speichern, so dass sie für künftige Fahrten nur noch angetippt werden müssen. Diese Orte lassen sich zudem als Zwischenziel einfügen, was entsprechende Tipparbeit erspart. Bei Bedarf lässt sich die schnelle Ortswahl deaktivieren.

Wir empfinden die Option als clevere Ergänzung zur bisherigen Funktion zum Speichern häufiger Verbindungen, die weiterhin vorhanden ist. Die Zahl der Einträge bei der schnellen Ortswahl lässt sich anpassen und sollte auf die eigenen Bedürfnisse eingestellt werden.

Kartenausschnitt der ausgewählten Verbindung

Als weitere Neuerung kann auf dem Hauptbildschirm ein Kartenausschnitt der aktuell ausgewählten Verbindung angezeigt werden. Das bietet besseren Überblick, wohin die Reise geht. Außerdem kann das helfen, falls nicht ganz klar ist, ob der Zielpunkt korrekt ist.

Bisherige Verbindungsanfragen lassen sich neuerdings bequem löschen, indem der Eintrag nach links geschoben wird. Wird der Eintrag nach rechts geschoben, wird er als Favorit gespeichert. Dabei werden auch Zwischenstationen berücksichtigt, so dass sie nicht erneut eingegeben werden müssen.

Öffi NG zeigt Informationen, wo wir sie brauchen

Sobald eine Verbindungsanfrage in Öffi NG gestellt wird, fallen sofort die weiteren Änderungen im Vergleich zu Öffi auf. Direkt in der Übersicht der Verbindungen wird immer das Abfahrtsgleis angezeigt – bei Öffi gibt es diese Information auch, aber sie ist erst beim Öffnen der Details zu sehen.

Die Übersicht aller Verbindungen lässt sich in Öffi NG auch neu laden, indem nach unten gewischt wird, wie es in vielen anderen Apps möglich ist. Das ist eher eine Kleinigkeit, erleichtert den Umgang mit der App aber enorm, weil wir nicht mehr den Neu-laden-Button suchen und betätigen müssen.

Zudem werden die Ticketkosten für eine normale Fahrt direkt in der Übersicht eingeblendet – allerdings immer nur der niedrigste Tarif, also der ermäßigte Preis. Es gibt bisher keine Option, das anzupassen oder auszublenden.

Details einer Verbindung mit praktischen Informationen

Auch in den Details der Verbindungen gibt es praktische Zusatzinformationen, die bei Öffi zum Teil nicht vorhanden sind. So wird bei jedem Umstieg die Zeit angezeigt, die zum Wechsel des Verkehrsmittels zur Verfügung steht. Bei Öffi mussten wir das selbst ausrechnen.

Während einer Fahrt wird außerdem in einem angenehm großen Feld die verbleibende Restzeit bis zum Um- oder Ausstieg angezeigt, wir sehen also auf einen Blick, wann wir aus Bus oder Bahn aussteigen müssen. Wem das nicht groß genug ist: Ein Klick auf die Anzeige öffnet eine noch größere Ansicht mit der verbleibenden Fahrtzeit.

Ebenfalls ungemein praktisch: In den Details werden geänderte Gleise hervorgehoben, damit man auf häufig benutzten Strecken Verlegungen bemerkt. Alle Verbindungsanfragen können mit anderen Öffi-NG-Nutzern geteilt werden und Fahrtrouten lassen sich direkt in externen Karten-Apps anzeigen.

Über das Kontextmenü lassen sich für jede Station auf der Strecke nahegelegene Abfahrten anzeigen und die Ticketpreise sind auch in den Details zu finden. Allerdings werden die Kosten nur angezeigt, wenn man sie manuell einblendet. Dadurch ist mehr Platz für andere Informationen.

Öffi NG mit Navigationsfunktionen

Ein besonderer Clou von Öffi NG ist die integrierte Navigationsfunktion. Aus dem Detail einer Verbindung heraus lässt sich die Neuerung aufrufen. Der Unterschied zur normalen Fahrtenansicht: Es gibt Wecktöne und Hinweise, wenn ein Um- oder Ausstieg ansteht. Wer häufig die gleiche Strecke fährt und in andere Aufgaben vertieft ist, kann leicht mal seine Station verpassen. Das soll mit der Navigation verhindert werden.

Wird die Funktion aufgerufen, öffnet sich ein neuer Android-Task mit der entsprechenden Navigation. Bei Bedarf können mehrere davon parallel laufen. Eine laufende Navigation wird dabei auch auf dem Sperrbildschirm angezeigt, ist also sofort beim Einschalten des Smartphone-Displays sichtbar.

Parallel zum Navigationsfenster wird eine permanente Benachrichtigung erzeugt, die im Hintergrund mit aktuellen Fahrplandaten versorgt wird.

Als weitere Besonderheit erlaubt Öffi NG eine Sprachsteuerung, die wir allerdings unterwegs nicht so gerne verwenden. Aber wer die Fahrplan-App lieber per Sprache bedient, kann das nun tun.

Öffi NG hat den Status einer Beta-App, unter anderem aus diesem Grund gibt es sie derzeit nicht im Play Store oder bei F-Droid. Wir haben Öffi NG bereits seit mehreren Wochen auf verschiedenen Geräten im Einsatz und haben keine Probleme mit der Zuverlässigkeit und Stabilität bemerkt.

Öffi NG – Verfügbarkeit und Fazit

Öffi NG(öffnet im neuen Fenster) gibt es für Android-Smartphones und ist nicht im Google Play Store verfügbar. Die App kann über die Github-Seite von Öffi NG oder über Obtainium heruntergeladen werden. Sie hat einen integrierten Update-Mechanismus, so dass bei Bedarf sehr bequem immer die aktuelle Version verwendet werden kann.

Fazit

Wer Öffi kennt und schätzt, wird Öffi NG lieben. Die App bietet viele sinnvolle Komfortverbesserungen, die im Alltag in Bus und Bahn ausgesprochen nützlich sind und einem das Leben entsprechend erleichtern. Erfreulicherweise wurden die neuen Funktionen elegant eingefügt; die App ist trotz des deutlich erhöhten Funktionsumfangs nicht überladen.

Es ist ein großer Gewinn, dass viele Informationen besonders einfach eingesehen werden können und so die Fahrt mit Bus und Bahn vereinfachen. Sehr praktisch ist auch die Navigationsfunktion, die verhindert, dass man den Um- oder Ausstieg verpasst.


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