Öffentlicher Nahverkehr: Deutschlandticket kostet 58 Euro ab 2025

Das 49-Euro-Ticket wird ab dem 1. Januar 2025 zum 58-Euro-Ticket, das berichtet die dpa. Das beschlossen die Verkehrsminister der Länder am Montag. Der Anstieg um 9 Euro ist laut den Landesministern nicht zu vermeiden , da die Kosten der Verkehrsbetriebe anderweitig nicht vollständig gedeckt werden können. Verbraucherverbände kritisieren die Erhöhung und befürchten eine Abwanderung zu anderen Verkehrsmitteln.
Bereits seit einigen Monaten gab es Gespräche, Verhandlungen und Untersuchungen zur möglichen Preisgestaltung im nächsten Jahr. Die Verkehrsbetriebe sehen aufgrund der gestiegenen Fahrgastzahlen die Notwendigkeit zu Investitionen in neue Infrastruktur und höhere Kapazitäten, gleichzeitig liegen die Einnahmen unterhalb des Niveaus vor der Einführung des bundesweiten Fahrscheins.
Aus Sicht des Vorsitzenden der Verkehrsministerkonferenz, Oliver Krischer (Grüne) wäre ein höherer Ticketpreis nur vermeidbar gewesen, wenn es weitere Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt gegeben hätte. Dazu gibt es derzeit aber keine Pläne, weshalb man sich auf eine "maßvolle Preissteigerung" geeinigt habe.
Analyse zur Preisgestaltung sieht Erfolgschancen
Eine im Vorfeld beauftragte Untersuchung des Bundes hatte ergeben, dass die Einnahmen bei einer Preissteigerung von bis zu 10 Euro weiter steigen. Erst darüber hinaus würden mehr Nutzer ihr Abo kündigen und entweder auf andere Verkehrsmittel oder eigene Angebote der Verkehrsbetriebe umsteigen, etwa Jahrestickets.
Kritik gibt es von mehreren Seiten, sowohl aus der Opposition als auch vom Verbraucherzentrale Bundesverband und dem ökologischen Verkehrsclub (VCD). Dessen Vorsitzende Kerstin Haarmann befürchtet, dass "eines der wichtigsten Projekte für die Verkehrswende" zu scheitern droht.
Auch bei den Verkehrsverbünden selbst herrscht Uneinigkeit. So warnt die Sprecherin des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR): "Je höher die Preissteigerung ausfällt, desto stärker werden Kunden mit Abwanderung reagieren." Einer Umfrage von Yougov zufolge sind bereits 49 Euro für viele Menschen das Maximum, das sie zu zahlen bereit sind. Ein Drittel der derzeitigen Abos könnte nach der Erhöhung nicht mehr verlängert werden.