Abo
  • IT-Karriere:

OECT: Polymer-Elektrode soll bessere Daten aus dem Gehirn liefern

Elektroden aus einem Polymer und einem flüssigen Elektrolyt können Signale aus dem Gehirn besser erfassen als herkömmliche Elektroden. Forscher aus Frankreich fanden ein bemerkenswertes Detail über die Funktionsweise der neuartigen Elektroden heraus.

Artikel veröffentlicht am ,
Menschliches Gehirn (Symbolbild): genauer und günstiger als siliziumbasierte Elektroden
Menschliches Gehirn (Symbolbild): genauer und günstiger als siliziumbasierte Elektroden (Bild: Darpa)

Bessere Daten aus dem menschlichen Gehirn sollen organische, elektrochemische Transistoren (Organic Electrochemical Transistor, OECT) liefern. Sie sollen empfindlicher sein als herkömmliche Elektroden und zudem günstiger in der Herstellung.

Stellenmarkt
  1. operational services GmbH & Co. KG, Braunschweig
  2. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden

OECTs bestehen aus einem leitfähigen Polymer und einem flüssigen Elektrolyt. Sie sollen als Verbindung zwischen Gewebe, etwa dem Gehirn, und konventionellen elektronischen Geräten dienen. Allerdings verstehen Forscher noch nicht genau, wie die OECTs funktionieren. Eine Gruppe um George Malliaras von der École Nationale Supérieure des Mines in Saint-Étienne in Frankreich hat eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Die Leistung der OECTs hängt von ihrer Dicke ab.

Die Transkonduktanz gibt an, in welchem Maß ein Gerät ein Signal verstärkt. Bei einem OECT werde sie dadurch bestimmt, wie dick der Transistor sei, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Science Advances. Die OECTs arbeiten mit einem Austausch von Ionen aus dem Elektrolyt in den Halbleiterkanal aus Polymer. Sind die Polymerkanäle dicker, funktioniert das System besser.

Die Forscher wiesen das mit zwei verschieden dicken OECTs nach, die sie auf dem Schädel einer Testperson anbrachten, um ein Elektroenzephalogramm zu schreiben. Die eine Elektrode war 230 Nanometer dick, die andere 870 Nanometer. Die Transkonduktanz der dickeren Elektrode war dabei etwa doppelt so hoch wie die der dünneren.

Ein OECT könne eine sehr geringe Änderung eines elektrischen Potenzials zu einer sehr großen Änderung des Stroms verstärken, sagte Malliaras dem US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum. Ein OECT ist ungefähr zwei Größenordnungen empfindlicher als eine siliziumbasierte Elektrode.

Bei siliziumbasierten Elektroden wird die Transkonduktanz von der Fläche der Elektrode bestimmt. Soll eine Elektrode jedoch auf einen Schädel oder auf ein Gehirn aufgesetzt werden, lässt sich ihre Fläche nicht ohne weiteres vergrößern.

Da OECTs aus Polymer bestehen, sollen sie sich einfach mit einem Druckverfahren herstellen lassen. Sie sollen nur wenige US-Cent kosten - eine Silizium-Elektrode kostet mehrere US-Dollar. Malliaras glaubt, dass OECTs für die Anwendung außen am Körper in naher Zukunft zur Verfügung stehen. Implantate werden länger dauern, da sie eine Zulassung von den Behörden brauchen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. 279,90€
  3. 64,90€ (Bestpreis!)

Folgen Sie uns
       


Golem.de hackt Wi-Fi-Kameras per Deauth

WLAN-Überwachungskameras lassen sich ganz einfach ausknipsen - Golem.de zeigt, wie.

Golem.de hackt Wi-Fi-Kameras per Deauth Video aufrufen
Alexa: Das allgegenwärtige Ohr Amazons
Alexa
Das allgegenwärtige Ohr Amazons

Die kürzlich angekündigten Echo-Produkte bringen Amazons Sprachassistentin Alexa auf die Straße und damit Datenschutzprobleme in die U-Bahn oder in bisher Alexa-freie Wohnzimmer. Mehrere Landesdatenschutzbeauftragte haben Golem.de erklärt, ob und wie die Geräte eingesetzt werden dürfen.
Von Moritz Tremmel

  1. Digitaler Assistent Amazon bringt neue Funktionen für Alexa
  2. Echo Frames und Echo Loop Amazon zeigt eine Brille und einen Ring mit Alexa
  3. Alexa Answers Nutzer smarter Lautsprecher sollen Alexa Wissen beibringen

WLAN-Kameras ausgeknipst: Wer hat die Winkekatze geklaut?
WLAN-Kameras ausgeknipst
Wer hat die Winkekatze geklaut?

Weg ist die Winkekatze - und keine unserer vier Überwachungskameras hat den Dieb gesehen. Denn WLAN-Cams von Abus, Nest, Yi Technology und Arlo lassen sich ganz einfach ausschalten.
Von Moritz Tremmel

  1. Wi-Fi 6 Router und Clients für den neuen WLAN-Standard
  2. Wi-Fi 6 und 802.11ax Was bringt der neue WLAN-Standard?
  3. Brandenburg Vodafone errichtet 1.200 kostenlose WLAN-Hotspots

Cyberangriffe: Attribution ist wie ein Indizienprozess
Cyberangriffe
Attribution ist wie ein Indizienprozess

Russland hat den Bundestag gehackt! China wollte die Bayer AG ausspionieren! Bei großen Hackerangriffen ist oft der Fingerzeig auf den mutmaßlichen Täter nicht weit. Knallharte Beweise dafür gibt es selten, Hinweise sind aber kaum zu vermeiden.
Von Anna Biselli

  1. Double Dragon APT41 soll für Staat und eigenen Geldbeutel hacken
  2. Internet of Things Neue Angriffe der Hackergruppe Fancy Bear
  3. IT-Security Hoodie-Klischeebilder sollen durch Wettbewerb verschwinden

    •  /