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Schweizer Datenkäse in Deutschland

Das iPhone X verliert seine WWAN-Verbindung beim Zugfahren sogar zwischenzeitlich komplett. Dem Smartphone tut das Zellenroaming gar nicht gut. Während das Lifebook plötzlich sogar LTE-Empfang hat, entscheidet sich unser Apple-Gerät zwischenzeitlich dafür, sich bei Orange in Frankreich mit GPRS einzubuchen. Irgendwann klappt es dann doch mit dem LTE, wenn auch gerade beim iPhone sehr instabil. Es macht jedenfalls keinen Spaß, es als Hotspot für das Macbook zu nutzen. Zwischenzeitlich ist sogar ein Neustart des iPhones notwendig. Um Freiburg herum ist die Verbindung dann immerhin ganz gut, später wieder schlechter. Und weil wir in Zürich waren: Uns kommt die Internet-Abdeckung in Deutschland vor wie der löchrige Schweizer Käse. Der Mobilfunk-Netzausbau ist für Bahnreisende in Deutschland mitunter völlig unbrauchbar. Da ist das Flugzeug im Vorteil, weil die Flughäfen mobilfunktechnisch gut ausgeleuchtet sind und selbst auf der Kurzstrecke im Flieger oft eine gute Internetverbindung angeboten wird. Die Deutsche Bahn plant aber, bald eigene Mobilfunkmasten aufzustellen. Zu spät für unsere Nachtzugfahrt.

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Abseits der altbekannten WWAN- und WLAN-Problematik gibt es noch ein paar Eigenarten, die wir gut aus der Vergangenheit kennen. Sie alle betreffen die Steckdose, die sich hinter dem Spiegel verbirgt und 230 Volt liefert. Hier wurde offenbar ebenfalls in den vergangenen Jahren nicht nachgerüstet. Beim Anstecken des 65-Watt-Netzteils macht die Steckdose schlapp. Das ist zu viel Strom für den alten Wagen, der vermutlich nur Rasierer versorgen sollte. Wir können unser Lifebook also nicht mehr aufladen. Das Personal sagt dennoch, das Laden mit dem 65-Watt-Netzteil sollte eigentlich funktionieren. Nur in stromlosen Gebieten gebe es kurze Unterbrechungen (sogenannte Trennabschnitte) - also immer dann, wenn der Stromabnehmer der E-Lok gerade keine Verbindung zu Fahrdraht hat. So etwas ist in Deutschland selten aber durchaus noch vorhanden.

  • Zürich Hauptbahnhof. Die Sonne geht unter, uns ist langweilig und wir warten auf die Bereitstellung unseres Nachtzugs. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Eine von zwei bereitstehenden Loks, falls eine Nicht-Wendezuggarnitur ankommt. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Das Gleisvorfeld des Kopfbahnhofs (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Ständig ist was los. Die Schweizer sind bahntechnisch sehr eingespielt. Verspätungen minimal. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Noch gar nicht so alt: der zweite große Ausgang des Kopfbahnhofs in der Nähe des Gleisvorfelds (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Unser Nachtzug ist noch nicht da. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • In Deutschland ungewöhnlich: S-Bahnen und Fernbahnen sind übersichtlich sortiert. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Unten ist unser Nightjet 470 schon gelistet. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Unser Nightjet wird gerade bereitgestellt. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die schleppende E-Lok wird sofort abgekoppelt. Was hier nicht zu sehen ist: Die andere Lok fuhr in weniger als einer Minute mit auf das Gleis. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Unser Schlafwagen in ÖBB-Lackierung (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Es ist aber eigentlich ein Deutsche-Bahn-Wagen. Unser Frühstück können wir mit Kreuzchen zusammenstellen. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Viele Beigaben für den Schlaf (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Gulaschsuppe bestellten wir im Nachbar-Schlafwagen. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Hinter dem Spiegel findet sich eine Steckdose. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Ein bisschen beengt. Für den Koffer war gerade noch so genug Platz. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die morgendliche Unordnung bitten wir zu entschuldigen. Vor der Ankunft gibt es den Weckservice samt Frühstück. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Unser Fahrplan in der App. Es gab leichte Verspätungen, die werden aber nicht angezeigt. Bei einem Nachtzug ist das aber auch nicht so schlimm. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Unsere Ankunft in Berlin-Ostbahnhof. Morgens ist hier nichts los. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
Hinter dem Spiegel findet sich eine Steckdose. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Dafür funktioniert aber unser 29-Watt-Apple-Netzteil - und das dauerhaft mit voller Belastung. Sowohl das Macbook als auch das iPhone X lassen sich laden. Dabei ärgert uns dann doppelt, dass Fujitsu per USB Typ C mit Power Delivery sehr wählerisch ist, obwohl die Macher des USB-Standards nicht mit solchen Herstellern gerechnet haben. Sei es drum: Bis zum Schlafengehen reicht der Akku. Die Steckdose dahinter fällt dann übrigens erst einmal komplett aus, wenn zu viele Watt angefordert werden. Auch das kennen wir von früher. Von ICE-Personal wissen wir, dass es auch dort derartige Probleme geben kann, die mit einem Neustart des internen Stromnetzes beseitigt werden. Aus Passagiersicht ist das alles schwer nachvollziehbar. Aber dazu später mehr.

Das nächste Problem ist freilich die Steckdose selbst. Ein Zug, der in die Schweiz verkehrt, sollte eigentlich auch den sehr kompakten Steckertyp J akzeptieren. Die Schweiz nutzt nämlich diesen Stecker mit drei Stiften. Für das Lifebook haben wir den sogar dabei. Der Dose hinter dem Spiegel fehlt aber der dritte Aufnahmekontakt. So gesehen hätten wir unseren Schuko-Stecker auch nicht einsetzen sollen, da der Schutzkontakt keine Verbindung hat. Aber darauf achtet kaum jemand und auch wir haben es vergessen. Abseits des Euro- und Konturensteckers lässt sich immerhin auch der Typ A nutzen, der in den USA und Japan stark verbreitet ist, so mancher Tourist hat es also einfacher als der Schweizer. Übrigens bedeutet ein zweipoliger Stromstecker nicht unbedingt, dass nur wenig Leistung aufgenommen wird. 65 Watt und mehr sowie Steckertyp A oder Eurostecker sind beispielsweise bei Notebooks durchaus verbreitet.

Für einen Teil der Fahrt haben wir also erst einmal gar keinen Strom. Allen Reisenden empfehlen wir, in Nachtzügen nur sehr schwache Netzteile zu verwenden, und den ÖBB raten wir, wenigstens einen Sticker mit einer klaren Wattangabe anzubringen. "Steckdose für Rasierapparat" ist jedenfalls kein uns bekannter Standard für Steckdosen. Nachtrag vom 5. April 2018, 9:51 Uhr: Eine Energieversorgung für Rasierapparate ist doch standardisiert und in IEC 61558-2-5:2010 definiert.

Eigentlich kann man eine bessere Ausstattung mittlerweile erwarten, wenn etwa in und um Barcelona bereits in den Zügen der Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya (FGC) Steckdosen verteilt werden. Es handelt sich dabei um ein Bahnsystem, das teilweise als U-Bahn in der Stadt den Nahverkehr bedient, aber auch als Regionalverkehr unterwegs ist.

 Wo ist eigentlich das WLAN?Strom-Reset und baldige Verbesserungen bei Nachtzügen 
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kreien 16. Apr 2018

kleiner Nachtrag: Ein Wissender hat mir erklärt, warum das so ist und, dass die...

kreien 15. Apr 2018

Die Verlinkung der IEC 61558-2-5:2010 auf den Schweizer Webstore der IEC ist unglücklich...

as (Golem.de) 11. Apr 2018

Hallo, Also bei mir war es Arbeit, kein Ausflug. Man muss dabei bedenken: Nachtzugfahrten...

as (Golem.de) 09. Apr 2018

Hallo, Ja, ich weiß, in der Schweiz habe ich schon seltsame Konstellationen gesehen...

SanderK 06. Apr 2018

Da ist was Dran, der Van zumindest ist hinten voll gepackt und das bei Leichten Gepäck.


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