Odroid Go im Test: Nur zum Retro-Daddeln fast zu schade

Was auf den ersten Blick wie ein Bausatz für einen Game-Boy-Klone aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick als recht leistungsfähige tragbare Retrokonsole zum Programmieren. Golem.de hat den Odroid Go ausprobiert - und nicht nur gespielt, sondern auch selbst Programme geschrieben.

Ein Test von Thomas Ell veröffentlicht am
Odroid Go (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Der Hersteller Odroid ist bislang vor allem durch leistungsfähige, aber bezahlbare Bastelcomputer aufgefallen. Zum zehnjährigen Bestehen des Unternehmens hat Odroid den Go-Bausatz vorgestellt, der ganz und gar nicht in das klassische Bastelcomputer-Schema passt: Anstelle einer leistungsfähigen ARM-CPU soll ein ESP32-Mikrocontroller dem Nutzer Retro-Spielspaß bescheren und ihm nebenbei auch mehr über die Hard- und Software eines Spielecomputers beibringen. Golem.de hat getestet, ob der Nutzer übers Daddeln hinaus tatsächlich etwas zur Technik dahinter lernen kann.

Inhalt:
  1. Odroid Go im Test: Nur zum Retro-Daddeln fast zu schade
  2. Spielekonsolen emulieren
  3. Die Programmier- und Elektronik-Spielwiese
  4. Fazit und Verfügbarkeit

Der Odroid-Go-Bausatz wird in einem kleinen Pappkarton geliefert, in dem auch ein klassischer Bastelcomputer von Odroid stecken könnte. Beim Öffnen fällt mir aber nicht nur eine einzelne Platine entgegen, sondern es sind gleich mehrere Tütchen mit Bauteilen. Ein kleines Flugblatt beschreibt die Verwendung des des Spieleemulators, aber nicht den Zusammenbau des Geräts.

Schrauben statt Löten

Den Zusammenbau wird auf einer Webseite des Herstellers mit knappen englischen Texten, aber vor allem mit Fotos, gezeigt. Zuerst wird das 320 x 240 Pixel große Farbdisplay (2,4 Zoll Bildschirmdiagonale) in das transparente Frontpanel aus Plastik eingesetzt, dann folgen die beiden Buttons und ein D-Pad aus grauem Plastik. Vier weitere Buttons aus Gummi vervollständigen das Bedienfeld. Darauf wird die Elektronikplatine verschraubt. Die Platine ist im Grunde nur ein Breakout-Board für das ESP32-Modul, auf ihr befinden sich ein MicroSD-Karten-Slot, eine 10-polige GPIO-Leiste, ein Mikro-USB-Anschluss sowie Anschlüsse für den Akku und den Lautsprecher. Ein kleiner Lautsprecher mit 0,5 Watt Leistung und ein 1.200- mAh-Akku liegen dem Set bei. Sie werden zum Schluss eingesetzt. Danach wird nur noch die Rückseite aufgesetzt und verschraubt.

  • Odroid Go (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Bausatz muss nur verschraubt werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Gerät ist handlich. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Farbdisplay ist brauchbar. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Herz des Odroid Go ist ein ESP32-Mikrocontroller-Modul. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Spiele und Programme können auf einer Micro-SD-Karte abgespeichert werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Per GPIO-Leiste können zusätzliche elektronische Baukomponenten angeschlossen werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Der Bausatz muss nur verschraubt werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Das Gerät entspricht in seinen Abmaßen dem Game Boy Pocket, ist aber dünner (76 x 121 x 16 mm). Es liegt gut in der Hand, das Plastikgehäuse ist verwindungssteif und sauber entgratet.

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Der Zusammenbau des Odroid Go verlangt Umsicht, ist aber grundsätzlich einfach und sollte in maximal einer halben Stunde zu bewältigen sein. Der Bau stellt für Erwachsene keine Herausforderung da. Es gibt nichts zu löten und als Werkzeug reicht ein kleiner Schraubendreher aus. Allerdings bekommt der Schrauber so einen kleinen Einblick in das Innere solcher Geräte und wird ermutigt, kleine Modifikationen, wie zum Beispiel den Einbau eines Kopfhöreranschlusses, selbst vorzunehmen.

Leider nutzt Odroid die Chance nicht, den Bastler beim Zusammenbau auch mehr über die Hardware und ihre jeweilige Funktion zu erklären - obwohl er sie hier direkt in den Händen und vor den Augen hat. Da die Buttons auch noch im Spritzguss-Rahmen sitzen und erst herausgetrennt werden müssen, liegt die Vermutung nahe, der Bausatz soll vor allem den Preis niedrig halten.

  • Odroid Go (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Bausatz muss nur verschraubt werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Gerät ist handlich. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Farbdisplay ist brauchbar. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Herz des Odroid Go ist ein ESP32-Mikrocontroller-Modul. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Spiele und Programme können auf einer Micro-SD-Karte abgespeichert werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Per GPIO-Leiste können zusätzliche elektronische Baukomponenten angeschlossen werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Das Farbdisplay ist brauchbar. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Einschalten und loslegen

Fertig gebaut, kann ich sofort loslegen und das Gerät einschalten. Im 16 MByte großen Flashspeicher des ESP32-WROVER-Moduls ist ein Bootloader vorinstalliert, mit dem Programme auf dem Odroid Go installiert werden können. Die Programme, bei Odroid Application Firmware beziehungsweise Applikation genannt, müssen auf einer Micro-SD-Karte vorliegen. Die notwendigen Schritte zur Installation sind ebenfalls in einer eigenen Anleitung beschrieben. Von der SD-Karte wird das Programm dann über das Firmware-Menü installiert. Nach dem nächsten Einschalten startet der Odroid Go dann direkt die Applikation. Derzeit stellt Odroid zwei Programme zur Verfügung: go-play, einen Spielekonsolen-Emulator, und MicroPython zum Ausführen von Python-Skripten.

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Spielekonsolen emulieren 
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nuffy 19. Dez 2018

Gestern ist meiner doch noch gekommen. Hatte mich auf die Warteliste setzen lassen...

leed 18. Dez 2018

Vor ein paar Jahren gekauft und top zufrieden mit der Qualität. Kostet aber ein wenig...

elgooG 14. Dez 2018

Eben deshalb ist die PS1 Classic auch so wie sie ist. Sony hat nicht umsonst extrem...

ahoihoi 14. Dez 2018

Naja, ein Gamepad bei dem das Steuerkreuz aus einzelnen Buttons besteht, finde ich jetzt...



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