Die Programmier- und Elektronik-Spielwiese

Doch der Odroid Go hat noch eine andere Seite. Dank integriertem USB-Anschluss kann der ESP 32 des Odroid Go auch ohne Umwege über die Micro-SD-Karte programmiert werden. Und das lohnt sich. Die Emulatoren dürften die beiden bis 240 MHz getakteten CPU-Cores des ESP-32-Moduls zwar ausnutzen, dessen Bluetooth- und WLAN-Fähigkeiten liegen dabei aber brach. Außerdem hat das Odroid Go einen Expansion-Port, an dem ein Teil der GPIO-Pins des ESP 32-Moduls anliegen.

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Schon ohne Extrazubehör kann der Odroid Go damit als mobiler WLAN-Scanner oder heimische IoT-Fernbedienung dienen und zusammen mit angeschlossenen Sensorbausteinen auch als mobile Messstation und Datenlogger.

Programmieren mit der Arduino IDE

Der Hersteller stellt ein mehrteiliges Tutorial bereit, das die Programmierung des Odroid Go sowohl mit zusätzlichen Komponenten als auch ohne diese erklärt. Als IDE kommt dafür die Arduino IDE zum Einsatz. Die Installation der notwendigen Bibliotheken wird ebenfalls als Teil des Tutorials beschrieben. Das Tutorial ist Teil des englischsprachigen Hersteller-Wikis. Darin werden auch Aspekte behandelt, die über die reine ESP-32-Programmierung hinausgehen - etwa Abfrage der Tastatur, der Akkuspannung und Verwendung des Displays und Lautsprechers. Allerdings ist das Tutorial kein klassischer Programmierkurs. Erfahrung mit einer Arduino-Programmiersprache wird vorausgesetzt.

Wer eine Applikation für den Odroid Go erstellt hat, erfährt dort auch, wie er sie als Application Framework inklusive Icon für den Bootloader bereitstellt. Diese kann anschließend auf die SD-Karte kopiert oder im Internet zur Verfügung gestellt werden. Von der SD-Karte aus kann die Datei über das oben beschriebene Verfahren direkt in das Gerät geladen werden.

Odroid Go wiederbeleben

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Wurde einmal erfolgreich über die Arduino-IDE ein Programm auf dem Odroid Go ausgeführt, wurde leider auch der ursprüngliche Bootloader überschrieben. Es können keine Applikationen mehr geladen werden!

Um den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen, werden ein spezielles Programm und der Original-Bootloader benötigt. Die genaue Beschreibung des Wiederherstellungsvorgangs ist ebenfalls Gegenstand des Wikis. Auf die gleiche Weise ist es auch möglich, einen aktualisierten Bootloader zu installieren.

Experimente am Expansion-Port

Dass der Odroid Go nicht nur als Spiele-Konsole gedacht ist, wird auch an seinem Expansion-Port erkennbar. Hier sind einige der Anschlüsse des ESP 32 am Gehäuse herausgeführt, so dass hier direkt elektronische Bauteile angeschlossen werden können. Die Anschlüsse sind zum Teil multifunktional. Es gibt digitale und analoge Ein- und Ausgänge und auch ein I2C-Bus ist vorhanden. Ich habe das einmal mit einer LED ausprobiert.

  • Odroid Go (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Bausatz muss nur verschraubt werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Gerät ist handlich. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Farbdisplay ist brauchbar. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Herz des Odroid Go ist ein ESP32-Mikrocontroller-Modul. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Spiele und Programme können auf einer Micro-SD-Karte abgespeichert werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Per GPIO-Leiste können zusätzliche elektronische Baukomponenten angeschlossen werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Per GPIO-Leiste können zusätzliche elektronische Baukomponenten angeschlossen werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Wird eine LED zwischen Pin 4 (IN/OUT) und Pin 6 (3.3 Volt) gesteckt und startet über die Arduino-IDE nachfolgendes Programm, ist es möglich die Frequenz des Blinkens der LED über die Tasten A und B steuern. Für aufwendigere Experimente empfiehlt sich eine Steckplatine (Breadboard), die über ein paar Steckverbinder an den Odroid Go angeschlossen werden kann. Durch den Expansion-Port kann ich lötfrei mit elektronischen Bauteilen und dem ESP 32 experimentieren.

  1. #include <odroid_go.h> // Die Odroid-Library verwenden
  2.  
  3. int GPIO_LED = 15; // Zu verwendender Pin, in diesem Fall
  4. // der Pin 4
  5.  
  6. void setup() {
  7. GO.begin(); // Den Odroid initialisieren
  8. pinMode(GPIO_LED, OUTPUT); // Pin als Ausgang verwenden
  9. }
  10.  
  11. int delayTime = 50; // Anfängliche Zeitdauer, die der Pin
  12. // an und wieder ausgeschaltet wird
  13.  
  14. void loop() {
  15. digitalWrite(GPIO_LED, HIGH); // Pin auf High schalten
  16. delay(delayTime);
  17. digitalWrite(GPIO_LED, LOW); // Pin auf Low schalten
  18. delay(delayTime);
  19. GO.update(); // Aktuelle Zustände der Tasten abfragen
  20. if (GO.BtnA.isPressed()) { // Ist die Taste 'A' gedrückt worden,
  21. delayTime = delayTime + 10; // dann die Zeitdauer erhöhen
  22. }
  23. if (GO.BtnB.isPressed()) { // Ist die Taste 'B' gedrückt worden,
  24. if (delayTime > 0) {
  25. delayTime = delayTime - 10; // dann die Zeitdauer verkürzen
  26. }
  27. }
  28. }

Mögliche Alternativen

Mit dem Arduboy, dem Tiny Arcade DIY Kit und dem Pocket Arcade gibt es drei Projekte, deren Zielstellung dem Odroid Go ähneln und sich teilweise auch optisch an tragbaren Spielekonsolen orientieren. Auch mit ihnen kann ich spielen und programmieren. Allerdings besitzen sie deutlich schwächere Atmega-Mikrocontroller. Emulatoren laufen darauf nicht, die verfügbaren Spiele sind stattdessen häufig nachprogrammierte Kopien bekannter Spieleklassiker. Ein weiterer Nachteil sind die kleinen Displays. Trotzdem sind sie teurer als der Odroid Go.

Wer ein reines Breakout-Board für den ESP 32 sucht, wird hingegen schnell Angebote finden, die halb so viel wie der Odroid Go kosten.

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nuffy 19. Dez 2018

Gestern ist meiner doch noch gekommen. Hatte mich auf die Warteliste setzen lassen...

leed 18. Dez 2018

Vor ein paar Jahren gekauft und top zufrieden mit der Qualität. Kostet aber ein wenig...

elgooG 14. Dez 2018

Eben deshalb ist die PS1 Classic auch so wie sie ist. Sony hat nicht umsonst extrem...

ahoihoi 14. Dez 2018

Naja, ein Gamepad bei dem das Steuerkreuz aus einzelnen Buttons besteht, finde ich jetzt...



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