• IT-Karriere:
  • Services:

Spielekonsolen emulieren

Ich probiere go-play aus. Es enthält Emulatoren für das NES, den Game Boy und Game Boy Color, Coleco Vision, Sega Master System und Game Gear. Das ist bereits beeindruckend. Ein Emulator ist ein Programm, welches die Eigenschaften eines Mikroprozessors oder gleich eines ganzen Computersystems nachahmt. Hardwareeigenschaften per Software nachzubilden, geht üblicherweise mit einem großen Verlust der Geschwindigkeit einher. Damit trotzdem beim emulierten System der Eindruck entsteht, dass es genauso schnell läuft wie das Original-System, muss der emulierende Computer im Allgemeinen um ein Mehrfaches schneller sein. Bislang liefen Emulatoren deshalb vor allem auf klassischen Rechnern. Dass der ESP32-Mikrocontroller des Odroid Go das auch schaffen soll, beeindruckt mich.

Stellenmarkt
  1. HETTENBACH GMBH & CO KG, Heilbronn
  2. IFS Deutschland GmbH & Co. KG, Erlangen, Stuttgart, Neuss

Nicht dabei sind allerdings Spiele für diese Konsolen. Die muss ich selbst in Form von ROM-Abbildern bereitstellen. Odroid beschreibt ebenfalls auf einer eigenen Webseite, wie die ROMs auf einer MicroSD-Karte gespeichert werden müssen. Über go-play können die Spiele dann sortiert nach Emulator gestartet werden. Der Odroid Go merkt sich das zuletzt ausgewählte Spiel, so dass es nach dem nächsten Einschalten automatisch wieder gestartet wird.

Kein Wort verliert die Anleitung, wo es überhaupt ROMs gibt. Und wer sich im Internet auf die Suche danach begibt, dürfte größtenteils auf illegale Angebote treffen, da kaum ein Hersteller der Spiele ihre kostenlose Verbreitung erlaubt.

Ich habe für alle sechs mitgelieferten Emulatoren verschiedene Spiele ausprobiert, zum Beispiel das Original Game Boy Tetris oder Super Mario Bros DX für den Game Boy Color. Bei den meisten gibt es keine Probleme, manchmal scheitert aber der Start wie zum Beispiel bei Frogger unter der Coleco Vision. Alle sechs Emulatoren sind standardmäßig so eingestellt, dass sie die Original-Auflösung des Spiels an die Display-Auflösung des Odroid Go hoch skalieren. Das kann aber für Probleme sorgen: Bei Galaxian für der Coleco Vision ist mir aufgefallen, dass die gezeigte Darstellung nicht hundertprozentig mit der Kollisionsabfrage übereinstimmt. Ohne Skalierung tritt das Problem nicht auf. Dafür ist dann die Darstellung sehr klein.

  • Odroid Go (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Bausatz muss nur verschraubt werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Gerät ist handlich. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Farbdisplay ist brauchbar. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Herz des Odroid Go ist ein ESP32-Mikrocontroller-Modul. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Spiele und Programme können auf einer Micro-SD-Karte abgespeichert werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Per GPIO-Leiste können zusätzliche elektronische Baukomponenten angeschlossen werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Spiele und Programme können auf einer Micro-SD-Karte abgespeichert werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Die Lautstärke kann in drei Stufen geregelt und auch abgestellt werden. Wenn der Lautsprecher leise gestellt ist, scheint er subjektiv etwas krächzend zu sein und wenn er laut gestellt ist, dann ist er sehr laut. Bei vielen Spielen merken sich die Emulatoren den aktuellen Zustand und starten diesen beim nächsten Einschalten wieder. Der Akku hielt etwa acht Stunden durch, danach musste ich ihn zirka zwei Stunden wieder per USB-Anschluß aufladen.

C64 wird emuliert

Neben den sechs Emulatoren als Bestandteil von Go-play, gibt es noch fünf weitere Emulatoren für den Odroid Go: die beiden Spielekonsolen Atari 2600 und 7800 sowie die Homecomputer C-64, MSX und ZX Spektrum. Diese kommen in Form einzelner Applikation daher, und müssen jeweils einzeln installiert werden. Nach dem Herunterladen werden die Applikationen in das gleiche Verzeichnis auf der Micro-SD-Karte kopiert wie Go-play. Wird die SD-Karte anschließend wieder eingesteckt und der Odroid Go bei gedrückter B-Taste eingeschaltet, erscheint wieder das Auswahlmenü zum Installieren einzelner Applikationen.

Stellvertretend für die Homecomputer-Emulatoren habe ich den vermutlich am schwierigsten nachzubildenden Computer aus dieser Liste ausprobiert: den auf Frodo basierenden C-64 Emulator. Da der C-64 einige hardwarespezifische Besonderheiten wie Sprites und einen programmierbaren Synthesizer besitzt, ist die Nachbildung für einen Emulator eine besondere Herausforderung.

Auf der Github-Seite des Entwicklers wird die Installation beschrieben. Da vom Original-Frodo für die Nutzung des Emulators einige Dateien notwendig sind, habe ich diese zusammen mit der Applikation und meinen Diskettenabbildern in die dafür vorgesehenen Verzeichnisse auf der SD-Karte kopiert. So konnte ich direkt nach der Installation und einem Neustart auf die Dateien im D64-Format zugreifen. Ist ein Diskettenabbild im Emulator virtuell eingelegt, kann über ein Auswahlmenü auf die einzelnen Dateien der Diskette zugegriffen werden und vorhandene Programme können direkt gestartet werden.

Um alte C64-Datenträger auszulesen und als Dateien speichern zu können, gibt es verschiedene Hardware-Lösungen. Auch alte Tapes und Disketten lassen sich unter Umständen noch lesen und in passende Dateien verwandeln. Ich habe vor vielen Jahren mit Hilfe eines speziellen Kabels eine Commodore 1541-Diskettenstation an einen PC angeschlossen und die alten Disketten als Abbilder in einer Datei gespeichert.

Subjektiv liefen Archon, Arkanoid, Donkey Kong, Jumpman, Krakout, Lode Runner, Repton, Shamus und das Music Construction Set mit normaler Geschwindigkeit. Impossible Mission und Uridium lassen sich starten, spielen ihre Intro-Melodien ab und stürzen dann ab.

Wie wird getippt?

Da dem Original C-64 eine richtige Tastatur zur Verfügung stand, sind viele Programme und Spiele darauf angewiesen und können ohne bestimmte Tasten nicht verwendet werden. Das macht die Verwendung mancher Spiele schwierig.

Es gibt im Emulator zwar eine einblendbare Tastatur, es macht aber keinen Spaß, damit Texte zu schreiben oder alten Code zu editieren. Dennoch ist es möglich, damit bestimmte Tasten auszuprobieren und so zu sehen, ob alte Spiele damit passend reagieren. Die so gefundenen Tasten können anschließend in einer Datei mit dem Namen '[Spiel].ini', als Keymapping auf die Tasten des Odroid Go, auf der SD-Karte abgelegt werden. Beim nächsten Start des Spiels sollten sie dann aktiv werden. Alternativ gibt es mittlerweile eine spezielle Tastatur für den Odroid Go.

Doom

Aber die Applikationen auf dem Odroid Go müssen ja nicht nur Emulatoren sein. Und so gibt es auch ein anderes Relikt aus der Spiele-Entwicklung auf dem Odroid Go zu genießen. In diesem Fall ist es aber die Anfangszeit der 3D-Shooter: Doom.

Auch Doom wird als Applikation auf die SD-Karte kopiert und kann anschließend vom Odroid Go aus geladen werden. Laut Entwickler ist es ein Proof of Concept und wird möglicherweise noch weiterentwickelt. Es gibt keinen Sound und es ist wohl im Moment nicht möglich, verschiedene Level in Form von WAD-Dateien zu laden. Aber es zeigt, dass Doom auf dem ESP 32 realisierbar ist.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Odroid Go im Test: Nur zum Retro-Daddeln fast zu schadeDie Programmier- und Elektronik-Spielwiese 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 23,99€
  2. 16,99€

nuffy 19. Dez 2018

Gestern ist meiner doch noch gekommen. Hatte mich auf die Warteliste setzen lassen...

leed 18. Dez 2018

Vor ein paar Jahren gekauft und top zufrieden mit der Qualität. Kostet aber ein wenig...

elgooG 14. Dez 2018

Eben deshalb ist die PS1 Classic auch so wie sie ist. Sony hat nicht umsonst extrem...

ahoihoi 14. Dez 2018

Naja, ein Gamepad bei dem das Steuerkreuz aus einzelnen Buttons besteht, finde ich jetzt...

elgooG 13. Dez 2018

Ja, es gibt aber sicher viele welche nie die alten Konsolen hatten, oder die inzwischen...


Folgen Sie uns
       


    •  /