Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Oceangate: Tauchboot-Betreiber stellt den Betrieb ein

Vorerst will Oceangate keine Erkundungsfahrten mehr anbieten. Das Unternehmen war nach einer Katastrophenfahrt zur Titanic mit fünf Toten in die Kritik geraten.
/ Tobias Költzsch
48 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Das Tauchboot Titan von Oceangate (Bild: Oceangate)
Das Tauchboot Titan von Oceangate Bild: Oceangate

Das US-amerikanische Unternehmen Oceangate hat bis auf Weiteres den Betrieb eingestellt. Auf der Webseite(öffnet im neuen Fenster) ist ein entsprechender Hinweis am oberen Rand eingeblendet, eine detaillierte Erklärung gibt es allerdings nicht.

Die restliche Webseite sieht aus wie bisher und bietet unter anderem Informationen zu den Expeditionen von Oceangate – unter anderem zur Titanic. Allerdings wurden die Bilder der Expedition aus der Galerie gelöscht.

Nach dem tragischen Ende der jüngsten Tauchfahrt zur gesunkenen Titanic mit fünf Toten stand Oceangate stark in der Kritik. Am 18. Juni 2023 tauchte der Besitzer von Oceangate, Stockton Rush, mit vier weiteren Passagieren zum Wrack der Titanic in 3.800 Meter Tiefe ab. Die genauen Details sind bislang noch unklar, nach einer Stunde und 45 Minuten brach allerdings der Kontakt zum 6,5 Meter langen Mini-U-Boot Titan ab.

Trümmerteile der Titan liegen in der Nähe der Titanic

Vier Tage später wurden am Meeresboden neben der Titanic Trümmerteile gefunden, die von der Titan stammen. Aktuell wird davon ausgegangen, dass das U-Boot implodierte. Im Nachgang des Unglücks wurde Kritik an Oceangate öffentlich, die die Konstruktion der Titan betraf.

Das Tauchboot bestand zu Teilen aus Titan, zu Teilen aber auch aus Kohlefasern. Kohlefaser dehnt sich anders aus als Titan, weshalb es vor allem an den Berührungspunkten der beiden Materialien zu Schwachstellen kommen kann.

Bereits 2018 wies ein Mitarbeiter von Oceangate das Unternehmen auf Probleme und Mängel hin. Kurze Zeit später wurde David Lochridge gekündigt. Zu den Problemen gehörten Lochridge zufolge sichtbare Fehler in den Kohlefasern, die der Stabilität zusätzlich abträglich gewesen sein dürften. Die Beschwerden und Bedenken wurden von Oceangate abgeschmettert.


Relevante Themen