Aber Google will doch Satelliten starten!
Dass Google 2027 zwei mit seinen Tensor Processing Units (TPUs) bestückte Satelliten starten will, mag erst einmal nach dem Beginn einer neuen Ära klingen. Es wird aber nur ein weiterer PR-Stunt sein, wie der des Start-ups Starcloud , das eine Nvidia H100 im All ein KI-Modell trainieren ließ.
Ähnlich ambitioniert werden auch Googles Satelliten aussehen. Zu denen gibt es noch keinerlei Details, aber dass mehr zu erwarten ist als eine Handvoll TPUs, ist allein wegen des engen Zeitfensters auszuschließen. Denn mehr erreicht, wie wir noch sehen werden, eher die Dimensionen der ISS als eines klassischen Satelliten. Die Entwicklungszeit eines so großen Systems dürfte also geringfügig länger sein.
Ständige Sonne gleich ständige Hitze
Und die harten Probleme, die echten Showstopper, werden immer nur am Rande erwähnt, nach dem Motto: Da müsste man sich noch was überlegen, aber wird schon. Googles Team ist da keine Ausnahme. Das wohl mit Abstand größte Problem ist die Kühlung. Auf der Erde lässt sich dank Konvektion und im Zweifel Verdunstung viel thermische Leistung bequem abführen. Im annähernden Vakuum des Alls bleibt nur Infrarotabstrahlung, was eine wesentlich größere Fläche braucht.
Nicht nur die Hardware heizt dabei, auch die Sonne – das ist der Nachteil permanent verfügbaren Solarstroms. Denn sie strahlt eben auch im Infrarotspektrum – zum Glück, sonst gäbe es wohl niemanden, der sich über Weltraumrechenzentren Gedanken machen könnte.
Aber mich treibt noch eine andere Frage um, die sonst nie gestellt wird: Lohnt es sich überhaupt, den Treibstoff für mutmaßlich viele Raketenstarts zu investieren?