Obsolete Technologie: Wer benutzt eigentlich noch Disketten?
Fortschrittsverweigernde Ärzte, sicherheitskritische Infrastruktur und ein ganzer Industriezweig: Die Diskette hat sich erstaunlich lange gehalten.
Vor rund 50 Jahren kamen die ersten Disketten im 8-Zoll-Format auf den Markt. Sie bestanden aus einer in einer Plastikhülle geschützten magnetisierbaren Scheibe und waren flexibel und biegbar. Floppy also – ein Begriff, der sich in den folgenden Jahrzehnten für den Datenträger durchsetzte.
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Die Diskette wurde zum dominierenden Speichermedium, bevor sie dann nach und nach von anderen abgelöst wurde. Ganz verschwunden ist die Diskette aber nicht: Es gibt noch einige Institutionen und Unternehmen, die sie verwenden.
Bevor wir zum Warum kommen, erstmal noch einen Schritt zurück: Denn es war gar nicht ausgemacht, dass die Diskette so erfolgreich sein würde. Sie war zwar von Anfang an praktischer als die großen Bänder und Wechselplatten, die zuvor die Lochkarten abgelöst hatten. Zu Beginn waren sie aber auch ziemlich limitiert: Nur 80 KByte passten auf die ersten Disks.
Ein paar Jahr später beauftragte ein Hersteller früher Personal Computer die Firma Shugart Associates mit der Entwicklung einer kompakteren Variante der Floppys. Gerüchten zufolge einigten sich die Ingenieure während eines Essens auf die physischen Dimensionen des neuen Mediums – und nahmen eine Cocktail-Serviette als Größenvorlage.
Die Beteiligten stritten diese Geschichte später ab und beteuerten, die Größe sei lediglich darauf zurückzuführen, dass Disketten mit diesem Formfaktor nicht in Hosen- oder Hemdtaschen passten, was ihnen aus Datensicherheitsgründen wichtig erschien.
Als erster Rechner mit der Shugart SA-400 Minifloppy kam 1977 der Wang 2200 PCS-II auf den Markt.
Das Speichermedium der 1980er Jahre
Den Siegeszug als dominierendes Wechselspeichermedium trat die Minifloppy dann in den 1980er Jahren an, als so ziemlich alle Computerhersteller solche Laufwerke für ihre Rechner im Programm hatten. Ihre Produktion wurde nach Japan an Matsushita Communications Inc. ausgelagert, die weltweit bis in die 1990er Jahre Milliarden Geräte absetzte.
Mit der 3,5-Zoll-Diskette gab es bereits Anfang der 80er eine robustere und noch kompaktere Variante. Da sie außerdem nach einigen Revisionen mehr Speicherplatz bot, konnte sie spätestens 1988 die Floppy als populärstes Medium ablösen.
Eigentlich hätte die Geschichte der Disketten mit dem Aufkommen von USB-Wechselmedien, Zip-Drives und CDs in den 2000ern enden sollen. Sony stellte die Produktion der Datenträger im Jahr 2011 ein.
Es gibt jedoch einige Institutionen und Unternehmen, die sich dem Fortschritt aus verschiedenen Gründen verwehren und die auch nicht auf einen simplen Ersatz wie Floppy-Emulatoren mit USB-Anschluss umrüsten können.
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Kann mir gut vorstellen das ältere Software hier zicken machen kann. Prinzipiell ist es...
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