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O2 und Mobilfunk: Telefónica schwächelt - Verlust von 1&1 wiegt schwer

Lange profitierte Telefónica von der Partnerschaft mit dem Wettbewerber 1&1 . Diese ist beendet, die Einnahmen sind weggebrochen.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Telefónica-Finanzvorstand Markus Rolle will den 1&1-Wegfall ausgleichen. (Bild: Telefónica Deutschland)
Telefónica-Finanzvorstand Markus Rolle will den 1&1-Wegfall ausgleichen. Bild: Telefónica Deutschland

Telefónicas Geschäftszahlen für das vergangene Jahr in Deutschland fallen nicht gut aus. Der Umsatz sank 2025 um 3,8 Prozent auf rund 8,2 Milliarden Euro und das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) sackte um 8,8 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro ab.

Jahrelang nutzte der Konkurrent 1&1 das O2-Mobilfunknetz und zahlte dafür an Telefónica. 1&1 nutzt seit einiger Zeit Vodafones Mobilfunknetz und nahm rund zwölf Millionen Kunden mit. Telefónica gewann zwar neue Partner, aber die große Lücke konnte damit nicht geschlossen werden.

Neben dem 1&1-Effekt begründete Telefónica die negative Entwicklung mit der Kaufzurückhaltung der Verbraucher, was auch zu schwächeren Geschäften beim Verkauf neuer Smartphones führte. Die Kunden warten länger, bis sie sich ein neues Gerät kaufen.

Darum schmerzt der 1&1-Verlust doppelt

Dass es für Telefónica beim Betriebsgewinn steiler nach unten geht als beim Umsatz, liegt daran, dass das Großhandelsgeschäft besonders profitabel ist. Dadurch schmerzt der Verlust von 1&1 gewissermaßen doppelt. Bei eigenen neuen Handykunden muss Telefónica großen Aufwand betreiben und Vertriebsprovisionen zahlen, im Großhandel ist dies Aufgabe des Partners.

Dieser bucht seine Kunden in das O2-Netz ein und zahlt pro Kunde zwar recht wenig, dafür fallen bei Telefónica aber auch sehr geringe Kosten an.

Hinzu kommt, dass der Wettkampf hart ist. Der Privatkunden-Mobilfunkmarkt gilt in Deutschland als gesättigt, die Preise sinken. Neben dem Mobilfunkgeschäft verkauft Telefónica auch Verträge für Festnetz-Internet. Damit ging es im vergangenen Jahr etwas aufwärts. Allerdings ist dieser Geschäftsbereich nur klein. Telefónica hat keine eigenen Festnetzanschlüsse und greift auf andere Anbieter zurück, denen das Unternehmen dafür Geld zahlt. Hier ist Telefónica quasi selbst Mieter.

Plus an Handyvertragskunden

Zuversichtlich stimmt Telefónica die Tatsache, dass die Nachfrage im Kerngeschäft, das Geschäft mit eigenen Mobilfunkkunden, steigt. Im vierten Quartal des Jahres 2025 nahm die Anzahl der Mobilfunkvertragskunden den Angaben zufolge um 192.000 auf 18 Millionen zu.

"Unser Kundenwachstum unterstreicht ein robustes Kerngeschäft in einem wettbewerbsintensiven Markt" , sagte Finanzvorstand Markus Rolle mit Blick auf die Gesamtzahlen. "Die aktuelle Entwicklung von Umsatz und Ergebnis ist derzeit beeinflusst von temporären Effekten, die wir im späteren Jahresverlauf zunehmend überwinden werden."

Der langjährige Telefónica-Chef Markus Haas verließ das Unternehmen im vergangenen Jahr. Seit Anfang 2026 leitet der Deutsch-Spanier Santiago Argelich Hesse Telefónica . Der Manager leitete zuvor die polnische Tochterfirma von Cellnex.


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