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O2 Mobile mit Grow-Funktion: Datenvolumen der Smartphone-Tarife steigt jedes Jahr

Telefónica verändert seine bisherigen O2-Mobilfunktarife . In alle neuen Tarifen wird die Grow-Funktion integriert – aber viel eingeschränkter als zuvor.
/ Ingo Pakalski
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Neue O2-Tarife bekommen eine Grow-Funktion. (Bild: Christian Charisius/Reuters)
Neue O2-Tarife bekommen eine Grow-Funktion. Bild: Christian Charisius/Reuters

Telefónica verändert das Portfolio der Mobilfunktarife grundlegend. Die Smartphone-Tarife der Free-Marke sind Geschichte. Ab dem 5. April 2023 tragen die Tarife die Bezeichnung O2 Mobile und bekommen alle die Grow-Funktion des gleichnamigen O2-Grow-Aktionstarifs. Grow steht dafür, dass das ungedrosselte Datenvolumen im Tarif jedes Jahr erhöht wird. Im Unterschied zum bisherigen O2-Grow-Tarif gibt es gravierende Nachteile.

Kommen wir zuerst zu den Besonderheiten von O2 Grow : Der im Mai 2022 gestartete Tarif hat ein ungedrosseltes Datenvolumen von 40 GByte pro Monat und jedes Jahr wird das Datenvolumen um 10 GByte monatlich aufgestockt. Zudem gehört zum Tarif die Connect-Option dazu, es lassen sich also bis zu zwei Multi-Cards sowie sieben Daten-Karten ohne Aufpreis dazu buchen. Alle SIM-Karten teilen sich dann das Datenvolumen des Haupttarifs.

Die neuen O2-Mobile-Tarife bieten zwar auch eine Grow-Funktion, aber die 10 GByte mehr pro Jahr gibt es nur im teuersten Tarif, in den übrigen Tarifen fällt das jährlich dazu kommende Datenvolumen kleiner aus. Wie auch bei den O2-Free-Tarifen gibt es wieder sogenannte Boost-Tarife. In diesen Tarifen gibt es ein doppelt so großes Datenvolumen und die Connect-Option ist dann dabei, um das Datenvolumen des Tarifs mit mehreren SIM-Karten teilen zu können.

O2 Mobile S wird 15 Prozent teurer

Der kleinste neue Telefónica-Tarif nennt sich O2 Mobile S und soll die Nachfolge von O2 Free S antreten. Im Unterschied zum Vorgängertarif gibt es nun 4 GByte ungedrosseltes Datenvolumen statt der bisher üblichen 3 GByte. Als weiterer Unterschied können diese Tarife dann auch das 5G-Mobilfunknetz von Telefónica nutzen. Die Grow-Funktion führt dazu, dass das ungedrosselte Datenvolumen jedes Jahr um 1 GByte steigt. Werden 24 GByte monatlich erreicht, erhöht sich das Datenvolumen in dem Tarif nicht weiter.

Für O2 Mobile S erhöht sich der Monatspreis von 19,99 Euro auf 22,99 Euro. Das entspricht einer Preissteigerung von 15 Prozent. Damit wird die Zusicherung des Unternehmens nicht eingehalten, neue O2-Tarife maximal zehn Prozent teurer zu machen . Zu allen O2-Mobile-Tarifen gehört marktüblich eine Telefon- und SMS-Flatrate in alle deutschen Netze. Bei allen Tarifen beträgt der einmalige Anschlusspreis 39,99 Euro und Kunden können wählen, ob der Tarif monatlich kündbar ist oder ob ein Zweijahresvertrag abgeschlossen wird.

O2 Mobile S Boost verfehlt Teuerungsversprechen

Auch der Tarif O2 Mobile S Boost wird teurer als die maximal zugesicherten zehn Prozent: Der bisherige Monatspreis von 24,99 Euro steigt auf 27,99 Euro – das sind 12 Prozent mehr. Für diesen Preisaufschlag gibt es 8 GByte ungedrosseltes Datenvolumen statt bisher 6 GByte. Zudem sind die Connect-Option, die 5G-Nutzung sowie die Grow-Funktion im Tarif enthalten. Auch dieser Tarif wächst pro Jahr um 1 GByte und das Ende ist mit 28 GByte monatlich erreicht.

Der Tarif O2 Mobil M umfasst 25 GByte Datenvolumen statt bisher 20 GByte; jedes Jahr kommen 5 GByte dazu. Maximal können es monatlich 125 GByte pro Monat werden. Der Preis steigt von 29,99 Euro auf 32,99 Euro pro Monat. Im Tarif O2 Mobil M Boost steigt der monatliche Preis von 34,99 Euro auf 37,99 Euro und das im Tarif enthaltene Datenvolumen erhöht sich von 40 GByte auf 50 GByte. Zudem gibt es hier die Connect-Funktion und Grow liefert jedes Jahr 5 GByte zusätzlich, das Ganze ist auf maximal 150 GByte monatlich beschränkt.

10 GByte mehr pro Jahr erst ab O2 Mobile L

Aus O2 Free L wird O2 Mobile L und das enthaltene Datenvolumen wird von 60 GByte auf 70 GByte erhöht. Erst ab diesem Tarif gibt es – wie bei O2 Grow – pro Jahr 10 GByte mehr. Hier ist ab einem monatlichen Datenvolumen von 270 GByte Schluss. Der Monatspreis für O2 Mobile L steigt von 39,99 Euro auf 42,99 Euro. Zum Vergleich: Der Grow-Tarif mit jährlich 10 GByte mehr kam für ursprünglich 29,99 Euro auf den Markt, mittlerweile kostet er 34,99 Euro.

Und eigentlich müsste der O2-Grow-Tarif bezüglich des 10-GByte-Jahreswachstums mit der Boost-Variante verglichen werden, weil nur hier die Connect-Option dabei ist. O2 Mobile L Boost steigt im Monatspreis von 44,99 Euro auf 47,99 Euro. Das Datenvolumen wird im Vergleich zu O2 Free L Boost von 120 GByte auf 140 GByte erhöht. Auch hier wird das Datenvolumen durch Grow um 10 GByte alle zwölf Monate erhöht; beim Erreichen von 340 GByte ist dann Schluss damit.

Parallel zu den neuen O2-Mobile-Tarifen hat Telefónica die drei unbegrenzten Datenflatrates überarbeitet. Die Tarife O2 Mobile Unlimited haben keine Grow-Funktion oder etwas damit Vergleichbares.

Im Zuge der Tarifumstellung wird die bisherige Marke O2 Free von Telefónica vom Markt genommen, die ohnehin nicht mehr zeitgemäß gewesen ist. Die ersten O2-Free-Tarife boten 2016 die Möglichkeit, auch in der Drosselung noch eine so hohe Geschwindigkeit zu erhalten, dass eine normale Internetnutzung möglich gewesen ist. Allerdings wurde diese Besonderheit Anfang 2020 aus den Tarifen entfernt , ohne die Bezeichnung anzupassen. Die nun erfolgte Umbenennung war somit längst überfällig.


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