Abo
  • Services:

NZXT: Lüfter auch unter Linux steuern

Hersteller von Consumer-Elektronik unterstützen oftmals nur Windows und bieten keinen Linux-Support oder Dokumente, die Integrationen leichter machen. Ich habe die Software für eine Lüftersteuerung von NZXT analysiert - und jetzt unterstützt sie Linux!

Artikel von Matthias Riegler veröffentlicht am
Lüfter vor Analysetool
Lüfter vor Analysetool (Bild: Matthias Riegler)

Für Linux-Enthusiasten ist es immer wieder ein Ärgernis: Oftmals werden Treiber und Software nur für Windows entwickelt. Das gilt auch für die Lüftersteuerung Grid+ des Herstellers NZXT. Das habe ich allerdings erst herausgefunden, nachdem ich sie eingebaut hatte, denn leider hatte ich sie ohne weitere Recherche im Angebot bestellt. Die Steuerung wird mit Plug & Play beworben, doch da will Linux nicht mitmachen. Da ich sie nun aber schon einmal habe und mich nicht gleich wieder von ihr trennen will, unternehme ich etwas: Ich mache meine Lüftersteuerung Linux-tauglich - und das ist einfacher als befürchtet.

Ich habe die Lüftersteuerung verbaut, weil ich beim Einbau einer leisen Wasserkühlung für meinen Computer auf ein Problem stieß: Ich brauche fünf Lüfter und eine Pumpe - doch meine Hauptplatine hat nur drei Anschlüsse. Das NZXT-Grid schien die günstigste Lösung zu sein, zumal es im Angebot nur 20 statt rund 40 Euro kostete. Auch ist es leicht einzubauen; die eigentliche Ansteuerung erfolgt über einen USB-Anschluss, die Stromversorgung über einen Molex-Stecker.

Mit Windows klappt es, mit Linux nicht

Nach dem Einbau bootete ich Windows und lud mir die aktuelle Version der Steuerungssoftware herunter. Damit funktionierte alles. Die Oberfläche der Software ist ressourcenhungrig und spricht mich nicht an, aber damit kann ich leben. Die Lüftersteuerung dreht nur dann auf, wenn es notwendig ist.

In Freude über die neu erworbene Ruhe unter meinem Schreibtisch startete ich den PC neu und wählte diesmal das ebenfalls installierte Linux-System. Und schon war es mit der Ruhe vorbei. Die Lüfter drehten sofort auf 100 Prozent hoch. Ein dmesg verrät mir: Es wurde kein Treiber für eine Lüftersteuerung geladen. Stattdessen werde ich von einem neuen seriellen Port begrüßt - vermutlich die Schnittstelle zur Lüftersteuerung. Im Folgenden versuche ich herauszufinden, ob und wie genau ich die Lüftersteuerung darüber ansprechen kann.

Was auf der Platine steckt

Stellenmarkt
  1. SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, Bruchsal
  2. GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH, Darmstadt

Nach kurzer Verwunderung entscheide ich mich, die Lüftersteuerung zu öffnen. Neben sechs identischen Komponentengruppen findet sich auf der Vorderseite ein Chip mit der Kennung MCP2200. Auf der Rückseite sitzen zwei weitere Bauteile mit der Kennung STM800. Mit dem Mikrocontroller STM32 habe ich schon gearbeitet. Eine kurze Suche im Internet ergibt, dass der STM800 eine leistungsschwächere Variante ist. Der Chip mit der Kennung MCP2200 ist ein USB-zu-seriell-Konverter. Deshalb erkennt Linux auch eine neue serielle Schnittstelle, wenn das Grid eingesteckt ist.

  • NZXT Grid+ (Bild: Matthias Riegler)
  • Steuerplatine, Frontseite (Bild: Matthias Riegler)
  • Steuerplatine, Rückseite (Bild: Matthias Riegler)
  • ILSpy (Bild: Matthias Riegler)
Steuerplatine, Frontseite (Bild: Matthias Riegler)

Der Softwaretreiber wird analysiert

Offensichtlich werden die Steuerdaten über die serielle Schnittstelle übermittelt. Ich muss herausfinden, was dabei übertragen wird, um selbst Befehle zu übermitteln. Meinen ersten Gedanken, die seriellen Daten auf der Platine selbst abzugreifen und zu analysieren, verwerfe ich vorerst.

Bevor ich mir die Mühe mache, das Protokoll von Hand zu entschlüsseln, schaue ich mir die Software genauer an. Im Installationsverzeichnis finde ich CAMV2.Hardware.dll - eine Erweiterung, die namentlich das macht, was ich unter Linux implementieren möchte.

Die Steuerungssoftware läuft nur unter Windows und hat eine aufwendig designte Benutzerschnittstelle. Der Ressourcenbedarf des Programms ist absurd hoch: Bei mir sind es 800 MB Arbeitsspeicher. Erfahrungsgemäß basiert eine solche Software auf dem .NET-Framework von Microsoft.

Microsoft hilft mit 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 83,90€ + Versand

lespocky 04. Apr 2017

Der scheinbar komische Wert 192, der fest mitgegeben werden muss, ist vermutlich ein Byte...

captain_spaulding 27. Mär 2017

Da dieses Teil einen ganz normalen Serial Port benutzt, macht zumindest dieser Teil keine...

aha47 26. Mär 2017

Welche jetzt konkret? Stimmt, leider sind die "meisten Linux User" offenbar aus der...

scheuerseife 25. Mär 2017

Eine Alternative Java Software für das NZXT Grid+ Hat RoelGo schon 2016 unter der MIT...

1ras 24. Mär 2017

Ja, kenne ich. Von den USB nach RS-232 Wandlern gibt es leider ziemlich viele...


Folgen Sie uns
       


Windows 10 on Snapdragon - Test

Wir schauen uns Windows 10 on ARM auf zwei Snapdragon-Notebooks an.

Windows 10 on Snapdragon - Test Video aufrufen
Always Connected PCs im Test: Das kann Windows 10 on Snapdragon
Always Connected PCs im Test
Das kann Windows 10 on Snapdragon

Noch keine Konkurrenz für x86-Notebooks: Die Convertibles mit Snapdragon-Chip und Windows 10 on ARM sind flott, haben LTE integriert und eine extrem lange Akkulaufzeit. Der App- und der Treiber-Support ist im Alltag teils ein Manko, aber nur eins der bisherigen Geräte überzeugt uns.
Ein Test von Marc Sauter und Oliver Nickel

  1. Qualcomm "Wir entwickeln dediziertes Silizium für Laptops"
  2. Windows 10 on ARM Microsoft plant 64-Bit-Support ab Mai 2018
  3. Always Connected PCs Vielversprechender Windows-RT-Nachfolger mit Fragezeichen

Smartphone von Gigaset: Made in Bocholt
Smartphone von Gigaset
Made in Bocholt

Gigaset baut sein Smartphone GS185 in Bocholt - und verpasst dem Gerät trotz kompletter Anlieferung von Teilen aus China das Label "Made in Germany". Der Fokus auf die Region ist aber vorhanden, eine erweiterte Fertigung durchaus eine Option. Wir haben uns das Werk angeschaut.
Ein Bericht von Tobias Költzsch

  1. Bocholt Gigaset baut Smartphone in Deutschland

Krankenversicherung: Der Papierkrieg geht weiter
Krankenversicherung
Der Papierkrieg geht weiter

Die Krankenversicherung der Zukunft wird digital und direkt, aber eine tiefgreifende Disruption des Gesundheitswesens à la Amazon wird in Deutschland wohl ausbleiben. Die Beharrungskräfte sind zu groß.
Eine Analyse von Daniel Fallenstein

  1. Imagen Tech KI-System Osteodetect erkennt Knochenbrüche
  2. Medizintechnik Implantat wird per Ultraschall programmiert
  3. Telemedizin Neue Patienten für die Onlinepraxis

    •  /