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Nyonic: Prominent besetztes KI-Start-up zerfällt offensichtlich

Vier der fünf Gründer, darunter eine ehemalige SAP -Managerin, sollen Nyonic verlassen haben. Der fünfte will das KI - Start-up anders ausrichten.
/ Werner Pluta
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KI-generiertes Bild zu KI: Sitz auf den Kaimaninseln (Bild: KI-generiert mit Stable Diffusion)
KI-generiertes Bild zu KI: Sitz auf den Kaimaninseln Bild: KI-generiert mit Stable Diffusion

Nyonic gilt als eines der wichtigen Start-ups im Bereich künstliche Intelligenz (KI) in Deutschland. Doch das Unternehmen, das Sprachmodelle für die Industrie entwickelt, löst sich nach einem Richtungsstreit offenbar gerade auf.

Vier der fünf Gründer schieden aus, berichtet die Wirtschaftszeitung Handelsblatt (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Informanten aus dem Umfeld von Nyonic. Grund seien Differenzen über die Ausrichtung.

Die Gründer des in Berlin ansässigen Start-ups(öffnet im neuen Fenster) sind bekannte Akteure in der Branche: Feiyu Xu war vorher KI-Chefin beim Software-Konzern SAP. Vanessa Cann kam vom KI-Bundesverband, den sie geleitet hatte. Johannes Otterbach kam vom KI-Inkubator Merantix und hatte auch schon bei OpenAI gearbeitet, dem Unternehmen, das ChatGPT entwickelt hat. Der Informatiker Hans Uszkoreit, Xus Ehemann, ist wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Dong Han schließlich ist KI-Forscher und Unternehmer.

Die Belegschaft wurde per Mail informiert

Dem Handelsblatt liegen zwei interne Mails vor, die Dong an die Belegschaft von Nyonic verschickt hat. In der ersten, datiert auf den 19. Januar, ist die Rede, dass Otterbach, Uszkoreit und Cann aus dem Unternehmen ausschieden und dass ihre Posten neu vergeben seien.

In der zweiten Mail vom 22. Januar informierte er, dass auch Xu Nyonic verlasse. Sie war designierte Unternehmenschefin. Da sie ausscheide, werde er diese Rolle bis auf Weiteres übernehmen, schrieb Dong. "Alle Unternehmensentscheidungen werden von mir überwacht."

Den Quellen des Handelsblatts zufolge haben sich die Gründer über die Ausrichtung des Unternehmens zerstritten. Die vier, die Nyonic verlassen haben, machten sich stark für den Aufbau einer KI-Szene in Europa. Dafür setzen sie sich auch in der Initiative Large European AI Model (LEAM)(öffnet im neuen Fenster) ein.

Dongs Fokus hingegen liegt in China. Er hat einen deutschen Pass, stammt aber aus Schanghai und lebt auch dort. Nach dem Abgang der vier habe er Kompetenzen vom deutschen in den chinesischen Teil von Nyonic übertragen, schreibt das Handelsblatt. Das Büro auf dem Merantix AI Campus in Berlin-Mitte sei gekündigt.

Kritik gab es im vergangenen Jahr über die wirtschaftliche Struktur von Nyonic : Das Unternehmen gehört der Holding Reinvent AI, die ihren Sitz auf den Kaimaninseln hat. Das britische Überseegebiet gilt als Steuerparadies. Einziger bekannter Investor ist Ultimate Limited, eine Investmentgesellschaft des chinesischen Computerkonzerns Lenovo.


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