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NX4 Networks: Netflix sperrt erneut Glasfasernetzbetreiber

Netflix bekommt seine Probleme mit einzelnen Netzbetreibern nicht in den Griff. Nach einer kurzen Entspannung wird ein Anbieter wieder blockiert.
/ Achim Sawall
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Der Netflix-Hauptsitz in Los Gatos (Bild: Netflix)
Der Netflix-Hauptsitz in Los Gatos Bild: Netflix

Die Kunden des rheinland-pfälzischen Netzbetreibers NX4 Networks werden wieder von Netflix blockiert. Das erklärte Geschäftsführer Jens Winter Golem.de. "Seit Mitte vergangener Woche hat Netflix wieder dicht gemacht. Es wurde bei uns nichts geändert, und es ist rund fünf Wochen her, seit Netflix uns nach ihrer Intervention freigegeben hatte."

Netflix hatte zuvor nicht darauf geantwortet, ob die Freischaltung von Dauer ist. Die sei mehr "als geschäftsschädigend für uns und extrem ärgerlich für unsere Kunden." Laut Winter setzt das Unternehmen weder Proxy noch VPN ein.

Winter hatte zuvor berichtet, dass seine Kunden die Fehlermeldung erhielten, sie sollten ihr VPN oder ihren Proxy abschalten, die es jedoch nicht gab.

Zudem werden von Netflix Freifunker in Rostock blockiert, weil sie ihre Verbindungen von Hotspots zusätzlich über VPNs absichern. Obwohl die Exitnodes bei normalen Hostern liefen, blockiere Netflix die Initiative, erklärte die Opennet Initiative Golem.de. Die Situation sei für freie Funknetzwerke leider völlig normal, erklärte ein Sprecher.

Im Chat mit dem Netflix-Kundendienst hatte ein Betroffener im Jahr 2016 erfahren: "Wir blockieren uns bekannte VPN/Proxydienste, (...) es können aber wohl Kunden betroffen sein, die solche Sachen nicht einsetzen, wenn der Internetanbieter, von denen Sie ihre IP bekommen, eben seinen Verkehr über einen dieser Dienste routet."

Hintergrund ist, dass Netflix-Chef Reed Hastings im Januar 2016 angekündigt hatte, der Streaminganbieter werde mit Technologien der Filmstudios sein Vorgehen gegen Proxys verstärken. Es werde mit Proxy-Servern und Mechanismen zur Umgehung von Zugriffsbeschränkungen nicht mehr möglich sein, auf Inhalte zuzugreifen, die in der eigenen Region nicht verfügbar seien. Dies geschehe auf Druck der Filmstudios, die sich durch Geoblocking höhere Gewinne versprechen.


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