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Nvidia Tegra Note 7 im Test: Spieglein, Spieglein in der Hand ...

Nvidias erstes Tablet heißt Tegra Note 7 und bietet neben viel Leistung zum Spielen auch einen Eingabestift und gute Lautsprecher. Besser als Googles aktuelles Nexus 7 ist es aber nicht.
/ Sebastian Wochnik
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Das Malen mit dem Eingabestift macht Spaß. (Bild: Fabian Hamacher/Golem.de)
Das Malen mit dem Eingabestift macht Spaß. Bild: Fabian Hamacher/Golem.de

Nvidias erstes Tablet Tegra Note 7 ist ein handliches Android-Gerät mit viel Leistung und einem kapazitiven Eingabestift. Durch eine spezielle Software soll dieser genauer und sogar druckempfindlich sein. Mit Googles Nexus 7 hat das unter der Marke Evga vertriebene Tablet einen harten Konkurrenten.

Nvidia Tegra Note 7 - Testfazit
Nvidia Tegra Note 7 - Testfazit (01:11)

Das Kunststoff-Gehäuse des Tegra Note 7 ist mit 200 x 120 mm etwas breiter als das des Nexus 7. Obwohl es mit 9,7 mm nur 0,8 mm dicker ist, wirkt es im direkten Vergleich deutlich klobiger, was auch am rund 50 Gramm höheren Gewicht liegt - das Nvidia-Tablet ist 357 Gramm schwer.

Die teilgeriffelte Rückseite macht das Tablet zwar griffiger, ist aber schlechter verarbeitet und wirkt nicht sehr hochwertig. Allgemein ist die Verarbeitung verbesserungswürdig. Zwischen Displayglas, Tabletrand und Tabletrückseite sind Spalten, in denen sich schnell feiner Schmutz sammelt. Die Rückseite lässt sich an ein paar Stellen leicht eindrücken - dann knarzt das Tablet unangenehm. Auch ist das Gehäuse nicht verwindungssteif.

Neben der Micro-USB-2.0- und Kopfhörerbuchse bietet das Tablet noch eine Micro-HDMI-Schnittstelle zur Anbindung eines externen Displays. Bei einem 7-Zoll-Tablet ist das eher die Ausnahme. Alternativ kann auch Miracast zur Übertragung von Bildschirminhalten verwendet werden.

Gute Farbdarstellung

Das IPS-Display des Tablets misst 7 Zoll und löst mit 1.280 x 800 Bildpunkten auf, was einer Pixeldichte von nur 215 ppi entspricht und auf dem Level des älteren Nexus 7 (2012) liegt. Deswegen wirken Schriften und andere Inhalte bei genauerem Hinsehen leicht unscharf. Abgesehen davon gefällt uns das Display durch die geringe Blickwinkelabhängigkeit und die gute Farbdarstellung.

Schnell wird jedoch eins klar: Obwohl das Display mit einer durchschnittlichen maximalen Helligkeit von 353 cd/qm ausreichend hell sein sollte, spiegelt es überdurchschnittlich stark. Bei etwas hellerem Umgebungslicht waren die Bildschirminhalte auf einem Nexus 7, dessen Helligkeit auf 200 cd/qm gedimmt wurde, besser ablesbar als auf dem Tegra Note 7 mit maximaler Bildschirmhelligkeit. Selbst bei nicht direkt einstrahlendem Sonnenlicht lässt sich mit dem Tablet nicht mehr arbeiten. Es scheint, als ob das Display mit einer spiegelnden silbernen Folie überzogen wurde.

Nur eine Spielerei

Nvidia hat dem Tegra Note 7 einen im Gehäuse verstaubaren Stylus beigelegt. Der Stift ist deutlich größer und schwerer als die sonst sehr filigranen Digitizer aus Samsungs Galaxy-Note-Reihe . Anders als diese arbeitet der Eingabestift im Nvidia-Tablet kapazitiv und funktioniert damit, wie die Eingabe mit einem Finger. Mit einer Gummispitze und durch eine spezielle Software soll der Stift druckempfindlich sein. Die Gummispitze ähnelt dabei der Spitze eines Textmarkers.

Zieht der Nutzer den Stift aus dem Gehäuse, öffnet sich ein Pop-up-Menü mit einer Auflistung der für die Stifteingabe geeigneten Apps. Bisher sind das ein Schreib- und ein Zeichenprogramm, welche von Nvidia vorinstalliert sind. Ansonsten kann der Stylus als Fingerersatz verwendet werden. Einen wirklichen Mehrwert bietet er dabei allerdings nicht, da weder eine systemweite Schrifterkennung noch irgendwelche anderen nützlichen Funktionen unterstützt werden. Nvidia hat nur ein Tool zusätzlich integriert, mit dem beliebige Bildschirminhalte per Stylus ausgeschnitten und verschickt werden können.

Beim Zeichnen stellt sich heraus, dass der Stift trotz spezieller Software nicht wirklich druckempfindlich ist. Je nachdem, wie der Stift mit der angeschrägten Gummilippe gehalten wird, werden unterschiedlich breite Strichstärken erzeugt. Das funktioniert in der Praxis gut, allerdings ist es nicht möglich, die Deckkraft der Farbe mithilfe des Drucks zu verändern. Ansonsten macht das Zeichnen auf dem Tablet Spaß und funktioniert besser als auf einem Tablet ohne Nvidias Software. Mit dem Funktionsumfang der Zeichenapp der Note-Geräte kann die Nvidia-Software allerdings nicht mithalten.

Stifterkennung nicht ausgereift

Ins Android-System integriert hat Nvidia eine Stifterkennung, so sollen nur Stylus-Eingaben erkannt werden. Im Alltag stellt sich aber heraus, dass auch manchmal Eingaben erkannt werden, wenn unabsichtlich mit dem Fingernagel oder dem Handknöchel über das Display gestrichen wird. Vor allem beim Verfassen von Notizen kam es öfters zu Fehleingaben, wenn der Handballen auf das Display gelangte.

Gut ausgestattet

Das Tablet basiert auf einem Tegra 4 , dem aktuellen Tablet-SoC von Nvidia, der auch in Nvidias Shield Handheld arbeitet. Das System-on-a-Chip (SoC) besteht aus fünf Cortex-A15-Kernen(öffnet im neuen Fenster) , wovon einer hauptsächlich für Hintergrundanwendungen genutzt wird und niedriger getaktet ist. Die restlichen vier Kerne takten mit bis zu 1,8 GHz. Die Benchmarkwerte sind für ein Tablet sehr gut: Im 3DMark Icestorm Unlimited erreicht das Nvidia-Gerät 16.558 Punkte im Graphic Score und 14.887 Punkte im Physics Score. Das aktuelle Nexus 7 erreicht schlechtere Benchmarkwerte.

Es wird zu warm

Im Alltag reicht somit die Leistung für alle gängigen Anwendungen aus. Auch aufwendigere Spiele wie Riptide GP2 und Nova 3 laufen flüssig, doch wird das Tablet beim Spielen sehr warm: Nach einer halben Stunde Spielzeit haben wir auf der Tabletvorderseite mehr als 40 Grad gemessen, auf der Rückseite etwas weniger. Bei dieser Temperatur lässt sich das Tablet nicht mehr angenehm halten. Immerhin werden diese Werte nur bei absoluter Volllast erreicht.

Das Tablet hat 1 GByte Arbeitsspeicher und 16 GByte Flash-Speicher. Löblicherweise werden beide Speicherbereiche zu einem zusammengefasst. Zudem gibt es einen Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis 32 GByte, App2SD wird löblicherweise unterstützt. Das Tablet unterstützt nur Single-Band-WLAN nach 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0 LE und es hat einen GPS-Empfänger, aber kein Mobilfunkmodem und keinen NFC-Chip.

Für gelegentliche Videochats verfügt das Tegra Note 7 über eine 0,3-Megapixel-Frontkamera mit nur mäßiger Qualität: Die Farben sind verfälscht und die Bilder rauschen stark. Die 5-Megapixel-Rückkamera soll durch den Always-On-High-Dynamic-Range-Modus (AOHDR) mehr Details abbilden und einen besseren Kontrast liefern. Dennoch werden Farben mit einer zu niedrigen Farbtemperatur auf den geschossenen Bildern verfälscht dargestellt und sind leicht überbelichtet. Für mehr als Schnappschüsse reicht die Kamera damit nicht aus.

Gute Akkulaufzeit

Nvidia stattet das Tegra Note 7 mit einem 15,17 Wh starken Lithium-Ionen-Akku aus, so dass bei durchschnittlicher Benutzung der Akku nach 2 Tagen geladen werden muss. Dabei war die Bildschirmhelligkeit auf maximal gestellt. Im Test mit einem 1080p Video machte das Tablet erst nach 7 Stunden schlapp und hielt damit eine halbe Stunde länger als das Nexus 7 durch - dieses besitzt aber auch ein helleres Display mit höherer Auflösung.

Unverändertes Android

Als Betriebssystem setzt Nvidia auf Googles aktuelles Android 4.4.2 alias Kitkat in einer fast unveränderten Version. Anders als bei den meisten anderen Android-Geräten ist auf dem Tegra Note 7 keine herstellerspezifische Oberfläche installiert. Einzig die Software für den Stylus und Nvidias Tegrazone, ein Gamehub, sind vorinstalliert.

Ansonsten wurde noch das Einstellungsmenü etwas erweitert: So sind Einstellungsmöglichkeiten für vom Tablet unterstützte Gamepads vorhanden. Kompatible Eingabegeräte besitzen den Zusatz "Built for Nvidia Tegra".

Vor allem beim Spielen kommt der gute Sound des Tablets zur Geltung. Die Lautsprecher hat Nvidia auf der Vorderseite eingebaut. Hält der Nutzer das Tablet im Querformat, befinden sie sich rechts und links vom Display. So werden sie leider häufig verdeckt, klingen aber selbst dann noch in Ordnung. Eine spezielle Bassreflexkonstruktion soll vor allem die niedrigeren Frequenzen besser zur Geltung bringen und tatsächlich klappt das im Vergleich zu anderen Tablets ganz gut.

Fazit und Verfügbarkeit

Das Nvidia Tegra Note 7 ist bereits im Handel zu einem Preis von rund 200 Euro erhältlich und wird unter der Marke Evga vertrieben. Eine Variante mit LTE ist angekündigt.

Fazit

Das Tegra Note 7 von Nvidia ist an sich kein schlechtes Gerät, hat mit dem Google Nexus 7 aber einen harten Konkurrenten, gegen den es sich nicht durchsetzen konnte. Vor allem vom Display sind wir enttäuscht. Die Auflösung ist für ein 7-Zoll-Gerät in Ordnung und auch die maximale Helligkeit passt, doch spiegelt das Display einfach so stark, dass selbst Geräte mit geringerer Helligkeit besser ablesbar sind.

Auch ist die Verarbeitung des Gehäuses verbesserungswürdig. Es ist nicht verwindungssteif und knarzt bei Druck. In den Spalten zwischen dem Displayrand und Gehäuse sammelt sich auch schnell feiner Schmutz.

Gut gefallen hat uns der Stylus. Zwar kann dieser nicht mit einem Digitizer mithalten, wie er in einem Galaxy-Note-Tablet von Samsung zu finden ist, doch eignet er sich für kleinere Skizzen und kurze Mitschriften.

Insgesamt empfinden wir das Nexus 7 in der aktuellen Version mit seinem etwas schwächeren Prozessor vor allem durch das bessere Display als die bessere Wahl. Bleibt der Nachteil des fehlenden Speicherkartensteckplatzes - die 32-GByte-Version ist derzeit für rund 50 Euro Aufpreis zu bekommen. Wem beim Google-Tablet der Stift fehlt, der sollte lieber gleich zum Galaxy Note 8.0 von Samsung greifen, das derzeit ebenfalls für um die 250 Euro zu haben ist.


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