Hohe Bildqualität und geringe Latenz beim Online-Spiele-Streaming
Gamestream ist altbekannt, die Funktion unterstützte schon das Shield Portable von 2013: Auf einem mit einer Geforce-Grafikkarte ausgestatteten Windows-PC wird ein Spiel gestartet und über die Geforce-Experience-Software per lokalem WLAN oder Ethernet zu einem Shield-Gerät gestreamt, das an einen Fernseher oder Projektor angeschlossen ist. Ein typisches Szenario ist der Gaming-PC im Arbeitszimmer und der Smart-TV samt einem Shield-Modell im Wohnzimmer.
Grundlegend ähnelt Gamestream also stark Valves Steam In-Home Streaming, was mit einem Linux-, Mac- oder Windows-PCs funktioniert.
Neu ist seit vergangener Woche, dass die Early-Access-Betaversion von Geforce Experience das Bild und den Ton von PC-Titeln mit Ultra-HD-Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde sowie sechs Soundkanälen statt in 1080p60 und Stereo übertragen kann. Im Kurztest mit controllertauglichen Titeln wie Trine 3 klappte das problemlos. Im direkten Vergleich zum Steam In-Home Streaming, also jeweils im 1080p-Modus, empfanden wir Gamestream als genauso gut. Keine der zwei Streaminglösungen hat einen signifikanten Vorteil, was bei der Übertragung eines H.264-Streams plus Sound wenig überrascht.
Abomodell für alle und Vollpreistitel optional
Apropos Trine 3: Das ist einer von sieben kaufbaren Titeln, die online statt lokal per Geforce Now gespielt werden können. Das ist Nvidias Spiele-Streaming-Dienst exklusiv für Shield-Geräte, der rund anderthalb Jahre als offene Beta unter dem Namen Grid lief. Geforce Now unterscheidet zwischen Kauftiteln und einem Abomodell mit einer Vielzahl an Spielen.
Gegen Geld sind neben Trine 3 die Redux-Version von Metro 2033, zwei Saint-Row-Teile, Resident Evil Revelations 2, Moto GP 15 und The Witcher 3 erhältlich. Die Preise liegen bei 15 bis 55 Euro, bei den meisten Angeboten liefert Nvidia jedoch einen GoG- oder Steam-Key mit. Demnächst sollen Mad Max, Metro Last Light Redux und Shadow of Mordor folgen.
Umgekehrt klappt das übrigens nicht: Wer The Witcher 3 bei GoG kauft, erhält keine Lizenz für Geforce Now. Das bietet dafür ein Abomodell, zu dessen Umfang Titel wie Alan Wake, mehrere Batman-Teile (Arkham Asylum, Arkham City und Arkham Origin), Darksiders, Dirt Showdown, Grid 2, Homefront, Orcs Must Die, viele Lego-Titel inklusive Der Hobbit (aber ohne Jurassic World), Psychonauts, Street Fighter X Tekken, The Vanishing of Ethan Carter oder The Walking Dead Season One zählen.
Wie aber funktioniert Geforce Now? Nvidia hat weltweit Serverfarmen mit Tesla-Grafikkarten auf Basis der Kepler-Architektur, offenbar Grid-K2-Modelle (PDF), stehen. Beim ersten Start von Geforce Now wird die Internetverbindung zu den Servern geprüft, die Anforderungen lesen sich wie folgt: 10 MBit pro Sekunde sollten es mindestens sein, für 1.280 x 720 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde empfiehlt Nvidia 20 MBit pro Sekunde und für 1.920 x 1.080 Bildpunkte bei einer Bildrate von 60 fps rät der Hersteller zu 50 MBit pro Sekunde. Höhere Auflösungen werden aktuell nicht angeboten, andere Spiele-Streaming-Dienste wie Sonys Playstation Now liefern ohnehin nur 720p30.
Aus Frankfurt ins Wohnzimmer streamen
In Frankfurt am Main steht die europäische Serverfarm, die hierzulande die Daten für Geforce Now liefert. The Witcher 3 samt Patch v1.10 werden nicht zeitintensiv heruntergeladen und installiert - das sind zusammen 32 GByte -, sondern das Spiel wird schlicht in der Cloud gestartet. Das klappt bei allen Spielen in deutlich unter einer Minute - kein Vergleich zu beispielsweise den Ladezeiten einiger Titel auf den aktuellen Konsolen oder der theoretischen Downloaddauer von rund anderthalb Stunden bei 32 GByte mit 50 MBit pro Sekunde.
Bei jedem Geforce-Now-Spiel steht dabei, wie es gerendert wird: The Witcher 3 wird maximal in 1080p30 dargestellt, die meisten anderen Titel in bis zu 1080p60. Das gilt theoretisch auch für Trine 3, mit unserer 150-MBit/s-Leitung wurde es aber nur als 720p60 ausgegeben. Wer möchte, blendet ingame ein kleines Overlay ein, das die aktuelle Auflösung und die Bilder pro Sekunde anzeigt. Grundsätzlich liegt der Fokus auf der Framerate, ein Street Fighter X Tekken wird also nicht auf 1080p30 herabgeschaltet, sondern auf 720p60, dann auf 540p60 und schlussendlich noch die Bitrate gesenkt.
Grundsätzlich empfinden wir die Bildqualität als beeindruckend gut, ein Unterschied zur PC-Version ist wenn überhaupt erst in der Bewegung und im direkten Vergleich erkennbar. Bedingt durch die 1080p-Auflösung und die Kompression sieht The Witcher 3 teils einen Tick besser aus und spielt sich flüssiger als auf der Playstation 4 (1080p30) oder auf der Xbox One (900p30 bis 1080p30), da die angelieferte Framerate stabiler ist als auf den Konsolen.
Die Frage nach der Eingabeverzögerung beantwortete der Test mit Street Fighter X Tekken: Ja, der Input-Lag ist vorhanden, ungeachtet dessen haben wir mit Yoshimitsu jedes Mal Heihachi verprügelt. Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad gegen die künstliche Intelligenz versteht sich.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed
| Nvidia Shield TV im Test: Geforce Now macht den Unterschied | Geforce Now hat noch Startschwierigkeiten |










Was für ein TV ist das?
Um hier nochmals verspätet meinen Senf dazu zu geben: es ist schon viel Geschmackssache...
schäme dich :) Die nehmen halt den offiziellen Preis... auf gog bezahlt man ja auch 60...
Steam Link hat auch noch ein gravierenderes Problem: man kann nicht vom MAC dorthin...