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Nvidia RTX Titan Ada: Prototyp einer RTX 4090 Ti im Müll gefunden

Um eine noch schnellere Variante der Grafikkarte mit 4-Slot-Kühler gab es immer wieder Gerüchte. Jetzt gibt es Fotos eines vollständigen Prototyps.
/ Martin Böckmann
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Diese 4-Slot-Grafikkarte soll der Prototyp einer nie erschienenen Nvidia Geforce RTX 4090 Ti sein. (Bild: Reddit/This_Explanation_514)
Diese 4-Slot-Grafikkarte soll der Prototyp einer nie erschienenen Nvidia Geforce RTX 4090 Ti sein. Bild: Reddit/This_Explanation_514

Ein Reddit-Nutzer hat einen Grafikkarten-Prototyp im Elektroschrott gefunden. Dabei handelt es sich augenscheinlich um den Prototyp der nie auf den Markt gebrachten Nvidia Geforce RTX 4090 Ti, die immer wieder auch als RTX Titan Ada in Gerüchten aufgetaucht war. Warum die Grafikkarte letztendlich nicht erschien, wurde von Nvidia nie öffentlich kommentiert. Ob die Karte funktionsfähig ist, will der jetzige Besitzer in den nächsten Tagen herausfinden.

Auffällig für den Prototyp ist die einzigartige Position der Platine, die auf der Unterseite des Kühlers liegt und einen um 90 Grad angewinkelten PCI-Express-Anschluss hat, um mit dem Mainboard verbunden zu werden. Der große 4-Slot-Kühler kann dadurch anders konzipiert werden, weil keine Platine auf der Rückseite des Kühlers im Weg ist.

Für einen offenen Aufbau ähnlich eines CPU-Kühlers hat sich Nvidia aber in diesem Fall nicht entschieden, dieses Konzept wird weiterhin nur für die hintere Hälfte des Kühlers angewendet. Im vorderen Bereich in Richtung der Slotblende wird der Luftstrom zu einem Teil aus dem Gehäuse geleitet, die restliche Abluft verbleibt im Gehäuse. Die maximale Leistungsaufnahme der Grafikkarte liegt vermutlich bei 600 Watt, da nur ein einziger 12VHPWR-Anschluss auf den Bildern zu sehen ist.

Zu wenig GPUs für eine Serienfertigung?

Gerüchte, dass die Grafikkarte sich durch ihre hohe Leistungsaufnahme selbst zerstört hätte, sind vermutlich frei erfunden. Tatsächlich lässt bereits die Nvidia Geforce RTX 4090 Founder's Edition bis zu 600 Watt per Einstellung in der Nvidia-App oder Tools wie dem MSI Afterburner zu. Auch mit diesem erweiterten Leistungslimit erreicht die Grafikkarte diese Werte aber nur selten in der Praxis, die GPU braucht selbst unter Vollast in den meisten Szenarien gar nicht so viel Energie.

Wenn man dies erzwingt, ist der Kühler der Grafikkarte deutlich hörbar, kann die Grafikkarte aber ausreichend kühlen. Ein größerer Kühler würde bessere Temperaturen und leiseren Betrieb ermöglichen, technisch machbar ist eine 600-Watt-Grafikkarte in jedem Fall. Der Grund für das Nichterscheinen der RTX 4090 Ti oder einer RTX Titan Ada dürfte ein Mangel an AD102-GPUs mit genügend funktionsfähigen SMs (Shader-Multiprozessor) sein.

Von den 144 vorhandenen SMs der AD102 werden beim AD102-300A1 der Geforce RTX 4090 nur 128 genutzt. Ein paar Defekte bei der Herstellung sind also hinnehmbar. Für die Workstation-Grafikkarte RTX 6000 Ada nutzt Nvidia hingegen eine AD102-Variante mit 142 aktiven SMs. Die fast fehlerfreien GPUs sind offenbar selten genug, dass die Stückzahlen für eine Consumer-Grafikkarte nicht ausreichen.


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