Nvidia-Quartalsbericht: Investoren wollen mehr Geld, Gamer bekommen weniger GPUs
Nvidia hat seine Aktionäre in den vergangenen Jahren ein ums andere Quartal mit rasant steigenden Umsätzen beglückt. Das Schlussquartal des Finanzjahres 2026, dessen Zahlen das Unternehmen präsentierte(öffnet im neuen Fenster) , ist da keine Ausnahme. Doch vom neuen Umsatzrekord kann die Aktie laut der Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) kaum profitieren, da von Nvidias Rekordgewinnen wenig bei den Anlegern ankommt.
Ein Blick auf die Zahlen ( Präsentation, PDF(öffnet im neuen Fenster) ) unterstreicht das: So weist Nvidia nach US-Buchhaltungsregeln (GAAP) allein für das vierte Quartal des Geschäftsjahrs 2026 einen operativen Gewinn von 44,3 Milliarden US-Dollar aus. An Investoren flossen im gleichen Zeitraum lediglich 4,1 Milliarden US-Dollar, der Großteil davon über Aktienrückkäufe. Dividendenausschüttungen sind im Diagramm nur bei genauem Hinsehen erkennbar: Nvidia zahlt gerade einmal einen US-Cent pro Aktie.
Dabei hat das Unternehmen enormen Spielraum: Der freie Cashflow ist mit 34,9 Milliarden US-Dollar mehr als doppelt so hoch wie noch vor einem Jahr. Nvidia will das Geld für Investitionen und Zukäufe nutzen, um langfristig seine Position zu sichern.
Auch die gestiegene Unsicherheit, ob es sich beim KI-Boom um eine Blase handelt, spielt bei der Unsicherheit der Investoren eine Rolle. Dem zum Trotz erwartet Nvidia im laufenden ersten Quartal des Geschäftsjahrs mit 78 Milliarden US-Dollar Umsatz ein weiteres Plus von 15 Prozent. Die 300 Milliarden, die Jensen Huang für das gesamte Geschäftsjahr in Aussicht stellte , könnten deutlich übertroffen werden.
Vorerst keine Einnahmen, dafür mehr Konkurrenz aus China
Obwohl Nvidia wieder H200-GPUs nach China liefern darf , sind im Ausblick hierdurch keine Einnahmen eingeplant. Das Chinageschäft ist weiter von Unsicherheiten geprägt .
Zudem sorgten zuletzt mehrere chinesische Hersteller von KI-Beschleunigern mit starken Börsengängen für Aufsehen. Nvidia erwartet hier zunehmend stärkere Konkurrenz, auch wenn chinesische Hersteller keinen direkten Zugriff auf moderne Fertigungsprozesse haben.
Doch auch ohne die Volksrepublik laufen Nvidias Geschäfte bestens. Wie in den vergangenen Jahren ist Rechenzentrums-Hardware der Umsatztreiber. Im Vergleich zum Vorjahresquartal legte der Umsatz um 75 Prozent von 35,6 auf 62,3 Milliarden US-Dollar zu. Der eigentliche Star der Präsentation war allerdings nicht das Compute-, sondern das Networking-Segment. Den Umsatz mit Netzwerk-Hardware für Nvlink, Infiniband und Ethernet konnte Nvidia im Jahresvergleich fast vervierfachen – er stieg von 3 auf 11 Milliarden US-Dollar.
Analysten bereitet allerdings das Erstarken der Konkurrenten AMD und Google größere Sorgen. AMD konnte in den vergangenen Monaten Verträge mit Meta und OpenAI schließen, welche umfangreiche Lieferungen von MI450-Chips vorsehen. Antropic nutzt bereits Googles TPUs; auch Meta denkt über deren Nutzung nach .
Gamer nun offiziell Kunden zweiter Klasse
Die Zahlen lassen fast vergessen, dass Nvidia ja auch noch immer Gaming-GPUs herstellt. Quasi in einem Nebensatz gab es für Gamer erneut schlechte Nachrichten: TSMCs Produktionskapazitäten sind so knapp, dass Nvidia mit Auswirkungen auf das Gaming-Segment rechnet. Laut CFO Colette Kress ( Transkript(öffnet im neuen Fenster) ) rechnet man hier mit Kapazitätsproblemen, ohne jedoch ins Detail zu gehen.
Nvidia bevorzugt bei der Aufteilung der Fertigungskapazität Rechenzentren gegenüber Consumer-Hardware. Investoren beruhigte CFO Kress, man habe ausreichend Inventar und Kapazitäten bei TSMC, um die erwartete Nachfrage zu decken. Privatkunden hingegen müssten mit sinkendem GPU-Angebot rechnen, was weitere Preissteigerungen bedeuten dürfte.
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