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Nvidia-Grafikkarte: Gefälschte Geforce GTX 660 bei deutschen Versendern

Bei vielen deutschen Hardwarehändlern wird derzeit eine vermeintliche GTX 660 von Nvidia mit der ungewöhnlichen Bestückung von 4 GByte RAM angeboten. Dabei handelt es sich jedoch um eine Fälschung, die auf einer vier Jahre alten und viel langsameren Grafikkarte basiert. Der Importeur der Karten erstattet den Kaufpreis zurück.

Artikel veröffentlicht am ,
Die gefälschte GTX 660
Die gefälschte GTX 660 (Bild: c't)

Die Redaktion der Zeitschrift c't hat eine aufwendig gefälschte Grafikkarte entdeckt. Das Gerät, das bei mehreren Versendern als "GTX660 4096 Nvidia Bulk" angeboten wird, ist eine seltsame Mixtur aus einer alten GPU und billigem Speicher. Die Grafikkarte funktioniert, entspricht aber in ihrer Leistung und Ausstattung keinesfalls einer GTX 660.

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Bei diesem noch aktuellen Modell ist im Referenzdesign eine GPU vom GK106 mit 960 Rechenwerken zu erwarten. Ebenso gehört eine Speicherausstattung von bisher maximal 2 GByte GDDR5-Speicher zu diesem Design. Auf der von c't bei einem Versender gekauften Karte steckt aber nur viel langsamerer und auch über einen schmaleren Bus angebundener DDR3-Speicher, davon aber tatsächlich 4 statt 2 GByte.

  • Diese Grafikkarte wird als GTX 660 verkauft, ist aber eine Fälschung. (Bild: c't)
Diese Grafikkarte wird als GTX 660 verkauft, ist aber eine Fälschung. (Bild: c't)

Auch die GPU ist keinesfalls ein GK106, sie besitzt nur 144 Rechenwerke, was beispielsweise für einen GF106 spricht, wie er auf der GT 440 OEM zu finden war, die 2010 auf den Markt kam. Der genaue Typ des Grafikchips ist auch anhand der Beschriftung des Chips nicht identifizierbar, es scheint sich aber um ein Modell aus der vier Jahre alten Fermi-Serie zu handeln. Gegenüber einer echten GTX 660 mit Kepler-GPU erreicht die Fälschung dem Bericht zufolge im 3DMark Firestrike mit 949 Punkten nicht einmal ein Viertel der zu erwartenden Leistung.

Den Typ der GPU und den Hersteller der Grafikkarte haben die Manipulierer über zahlreiche veränderte Einträge im BIOS der Karte verschleiert, Tools wie GPU-Z erkennen die Komponenten daher nicht. Die Nvidia-Treiber zeigen jedoch eine GTX 660 an, geben aber auch nur 144 Rechenwerke aus. Auch das sollte schon stutzig machen. Laut Angaben des Großhändlers, von dem die Karte ursprünglich vertrieben wurde, soll es sich um ein Modell des Herstellers Point of View handeln - beworben wurde und wird das Gerät mit einem Foto einer Grafikkarte von Zotac. Beide Unternehmen sagten der c't, dass das Gerät nicht von ihnen stamme. Dem Bericht zufolge wurde die Karte beim Händler Jakob Elektronik verkauft, der sie vom Großhändler Kosatec erhalten haben will. Beide Anbieter nahmen die Karte inzwischen aus dem Programm, etliche andere Anbieter listen sie immer noch. Nvidia nahm dazu bisher nicht Stellung.

Das Foto der Karte, das wir mit freundlicher Genehmigung der c't auch hier zeigen, weist auf das schmucklose Design einer OEM-Grafikkarte hin. Solche Modelle werden von großen Auftragsherstellern - zu denen auch Markenanbieter zählen können - für PC-Hersteller gefertigt. Oft landen manche Chargen dieser billig zu erstehenden Geräte bei Fälschern, die sie als höherwertige Produkte anbieten. Von solchen Manipulationen waren neben Grafikkarten auch schon Prozessoren und andere PC-Komponenten betroffen.

Nachtrag vom 27. August 2014, 15:30 Uhr

Der Großhändler Kosatec hat sich mit einer Stellungnahme zu Wort gemeldet. Demnach hat das Unternehmen die Grafikkarten seit dem 2. Juli 2014 direkt vom Hersteller Point of View bezogen. Dafür existieren auch Belege, in die Golem.de in elektronischer Form Einblick nehmen konnte. Die Unterlagen wirken nach erstem Augenschein authentisch. Demnach erhielt Kosatec knapp 300 fälschlich als GTX 660 bezeichnete Karten sowie rund 100 GTX 650, die sich inzwischen auch als manipuliert herausgestellt haben. Beide Modelle hat der Händler aus dem Sortiment genommen.

Kosatec betont: "Wir versichern hiermit ausdrücklich, dass wir zu keinem Zeitpunkt Kenntnis von einer Manipulation der Ware hatten oder uns ein dahingehender Verdacht bekannt war." Händler, welche die Grafikkarten beim Distributor Kosatec gekauft haben, sollen sich bei dem Unternehmen melden, es will den Kaufpreis ersetzen. Dies gilt jedoch nicht für Endkunden, welche die Geräte bei einem anderen Versender erstanden haben, denn dabei ist dieser Händler der Vertragspartner. Dank des Angebots von Kosatec sollte es aber auch für direkte Kunden des Großhändlers kein Problem sein, die gefälschten Grafikkarten zurückzunehmen und den Endkunden den Kaufpreis zu erstatten.

Nachtrag vom 29. August 2014, 13:27 Uhr

Point of View hat der c't eine Stellungnahme zukommen lassen. "Wir werden uns die Karten von Kosatec schicken lassen und überprüfen. Zudem untersuchen wir intern sowie in der chinesischen Fabrik, wie es zu dieser Situation kommen konnte. Bereits erhältliche Karten werden zurückgerufen", sagte Geschäftsführer Bjorn Solli.



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plutoniumsulfat 30. Aug 2014

http://www.ebay.de/itm/like/370940429118?lpid=106&_configDebug=ViewItemDictionary...

Voyager 28. Aug 2014

Bei Amazon ist auch eine GTX 660 4GB Fälschung bekannt , diese wird in einem...

Dwalinn 28. Aug 2014

Die 780 Ti ist beim Zocken sogar viel stärker. Wer will schon Double Precision wenn er...

das_mav 27. Aug 2014

Genau dasgleiche Spiel wie damals bei Ankermann. Der Computerbase Artikel ist für weitere...


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