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Nvidia: DLSS 5 bringt nächste Stufe der KI-Grafik ins Spiel

Nach inoffiziellen Experimenten erscheint DLSS 5 regulär. Die Technik verändert mit generativer KI Beleuchtung, Haut, Haare und Materialien.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von DLSS 5 (Bild: Nvidia)
Artwork von DLSS 5 Bild: Nvidia

Mit DLSS 5 führt Nvidia eine neue Form des KI-Renderings erstmals regulär in einem fertigen Spiel ein. Ab dem 4. September um 6 Uhr deutscher Zeit stehe die Technik in NBA 2K27 von Visual Concepts zur Verfügung, schreibt Nvidia im Firmenblog(öffnet im neuen Fenster). Unterstützt werden sämtliche Desktop- und Notebook-GPUs der Geforce-RTX-50-Serie sowie Geforce Now.

Passende Grafikkarten sind inzwischen gut verfügbar: Die günstigsten RTX-5050-Modelle kosten rund 300 Euro, eine RTX 5060 ist ab etwa 400 Euro zu bekommen. Ältere RTX-Generationen bleiben zumindest offiziell zunächst außen vor.

Ganz unbekannt ist DLSS 5 Spielern allerdings nicht mehr. Ende August war eine rund 158 MByte große Nvidia-Bibliothek namens nvngx_dlssnr.dll aus einer Early-Access-Version von NBA 2K27 aufgetaucht. Modder integrierten das darin enthaltene Neural Rendering anschließend unter anderem in Control, Cyberpunk 2077, Red Dead Redemption 2 und Starfield.

Dabei waren teilweise deutliche Veränderungen von Gesichtern und Lichtstimmung sowie hohe Performanceverluste zu beobachten. Diese Experimente waren jedoch keine reguläre DLSS-5-Integration. Die Modder schleusten die Nvidia-Technik nachträglich in Spiele ein, deren Entwickler weder passende KI-Modelle ausgewählt noch Masken für Figuren und Objekte angelegt oder die Intensität auf einzelne Szenen abgestimmt hatten.

Die jetzt in NBA 2K27 eingesetzte Fassung ist dagegen direkt ins Spiel integriert und von Visual Concepts auf dessen Grafik abgestimmt. Nvidia gibt Entwicklern dafür wesentlich mehr Kontrolle, als die geleakten Experimente vermuten ließen.

Super Resolution rekonstruiert Bilder in höherer Auflösung, Frame Generation erzeugt zusätzliche Frames. Ray Reconstruction übernimmt bei Raytracing dagegen sowohl die Bildrekonstruktion als auch das Denoising der berechneten Lichteffekte.

Das neue 3D-Guided Neural Rendering soll dagegen das eigentliche Erscheinungsbild des fertigen Bildes verändern. Ein spezialisiertes generatives KI-Modell ergänzt beispielsweise realistischere Beleuchtung, Reflexionen, Kontaktverschattungen oder die Lichtdurchlässigkeit von Haut und Haaren.

Nvidia bezeichnet DLSS 5 als erste DLSS-Technik, die das endgültig angezeigte Erscheinungsbild generiert, statt lediglich aufwendig berechnete Rendering-Ergebnisse zu rekonstruieren.

Anders als klassische generative Bildmodelle arbeitet DLSS 5 dabei nicht mit Text-Prompts. Ausgangspunkt ist das von der Spiele-Engine berechnete Bild zusammen mit Bewegungsvektoren und weiteren zeitlichen Informationen.

Das Modell soll deterministisch arbeiten: Identische Eingangsdaten führen zu identischen Ergebnissen. Außerdem nutzt DLSS 5 die Bewegungsvektoren der Engine, damit generierte Details zwischen aufeinanderfolgenden Frames nicht flimmern, schwimmen oder ihre Position verändern.

Entwickler bekommen vergleichsweise weitreichende Kontrolle über die KI. Sie können unterschiedliche Modelle für einzelne Szenen verwenden und mit Structure Intensity und Tone Intensity unter anderem feine Details sowie größere Änderungen an Beleuchtung und Farbwiedergabe steuern. Über semantische und von den Entwicklern angelegte Masken lässt sich Neural Rendering zudem auf einzelne Figuren, Objekte oder Bereiche einer Szene beschränken.

"Das Entscheidende ist die Kontrolle, die wir dadurch bekommen", sagt Peter Kavic, Senior Producer beim NBA-2K-Entwickler Visual Concepts. Das Team könne den grundsätzlichen Stil an die vorhandene Art Direction anpassen und anschließend "pixelgenau dort nachjustieren, wo es besonders wichtig ist", etwa bei den Gesichtern der Spieler.

In NBA 2K27 nutzt Visual Concepts das Verfahren unter anderem für Subsurface Scattering. Licht kann dadurch beispielsweise realistischer durch die Ohren der digitalisierten Basketballspieler scheinen.

Entwickler versprechen mehr Fotorealismus

Auch Haut, Haare und Kontaktverschattungen sollen natürlicher wirken, während die aus Scans realer Sportler gewonnene Gesichtsgeometrie erhalten bleibt. Kavic spricht von einem "deutlichen Sprung beim Fotorealismus" von Materialien und Beleuchtung.

DLSS 5 ersetzt keine klassischen Rendering-Techniken. Im Gegenteil: Je besser das Ausgangsmaterial ist, desto besser soll das KI-Ergebnis ausfallen. Nvidia demonstriert das in Trailern anhand derselben Szene mit Rasterisierung, Raytracing und Pathtracing.

Präzisere Beleuchtungsinformationen geben dem neuronalen Modell eine bessere Grundlage für seine Ergänzungen. DLSS 5 lässt sich außerdem parallel zu Super Resolution, Multi Frame Generation und Ray Reconstruction einsetzen.

Technisch hat Nvidia die Anforderungen seit der ersten Präsentation im März deutlich reduziert. Damals lief DLSS 5 noch auf zwei Geforce RTX 5090. Inzwischen soll das Modell rund fünfmal schneller arbeiten und auf einer einzelnen GPU der RTX-50-Serie laufen. Weitere Optimierungen sind für Herbst 2026 angekündigt.

Nvidia warnt allerdings vor zu großen Erwartungen. DLSS 5 erweitere die vorhandene Rendering-Pipeline und ersetze sie nicht."Wir behaupten nicht, dass Fotorealismus damit gelöst ist", heißt es von den Entwicklern. Vielmehr stehe Echtzeit-KI-Rendering erst am Anfang.

Für NBA 2K27 ist zum Start ein neuer Game-Ready-Treiber erforderlich. Anschließend lässt sich "DLSS Neural Rendering" separat in den Grafikeinstellungen aktivieren und während des Spiels per F9 ein- und ausschalten.


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