Nvidia-CEO Jensen Huang: "Wir sind ein Computer-Architektur-Unternehmen"

Nvidia macht über die Hälfte des Umsatzes mit Geforce-Grafikkarten für PC-Spieler, doch investiert weiterhin stark im Profi-Segment. Hier sollen die Bereiche autonomes Fahren und künstliche Intelligenz für höhere Gewinne sorgen, für die Nvidia neue Plattformen und Chips entwickelt.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Nvidia-CEO Jensen Huang bei seiner Keynote auf der GTC 2018
Nvidia-CEO Jensen Huang bei seiner Keynote auf der GTC 2018 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Nvidia-Chef Jensen Huang ist selten um große Töne verlegen: "Je mehr ihr kauft, umso mehr spart ihr." Gemeint sind die GPUs und die Rechenkarten seines Unternehmens, welche die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen und künstlicher Intelligenz beschleunigen. Das spart Zeit und laut Huang sogar Kosten, weil die Nvidia-Lösungen besonders effizient sind. Bisher macht der Hersteller mit 5,5 Milliarden US-Dollar gut die Hälfte seines Umsatzes mit Geforce-Grafikkarten für Spieler, die Datacenter-Sparte wuchs 2017 um 133 Prozent und schaffte fast 2 Milliarden US-Dollar. Damit das so bleibt, investiert Nvidia viele Ressourcen in neue Chips.

Inhalt:
  1. Nvidia-CEO Jensen Huang: "Wir sind ein Computer-Architektur-Unternehmen"
  2. Neue Geforce-Modelle noch 2018

Partner erhalten überarbeitete Rechenkarten: das Tesla V100 mit jetzt 32 GByte und damit der doppelten Speichermenge wie bisher. Das hilft dabei, große Datensätze lokal vorzuhalten, um Berechnungen um mehrere Faktoren flotter abzuarbeiten. Um die Leistungsdichte weiter zu steigern, hat Nvidia einen dedzierten NV-Switch-Chip entwickelt, über den sich mehr Rechenmodule verbinden lassen und mit bis zu 300 GByte/s miteinander kommunizieren. Eingesetzt wird der Switch im neuen DGX-2, einem System für künstliche Intelligenz.

Statt acht GPUs wie im DGX-1 sind es nun 16 GPUs im DGX-2, zudem haben diese einen gemeinsamen Speicher-Pool von 0,5 TByte. Allein zwei Milliarden Transistoren pro Switch und das moderne 12FFN-Herstellungsverfahren zeigen, dass Nvidia es mit dem Profi-Markt ernst meint - so ernst wie mit dem Preis von rund 400.000 US-Dollar. Dafür ist das DGX-2 bis zu zehn Mal so schnell wie der rund 150.000 US-Dollar teure Vorgänger DGX-1 mit nur halb so vielen GPUs.

Das DGX-2 verwendet Nvidia auch selbst für das Drive-Constellation-Projekt, um damit Roboterautos in einer virtuellen Umgebung zu simulieren. Auch im Projekt Wakanda kommt es zu Einsatz: bei der Fernsteuerung eines Autos, das ein Fahrer mit VR-Headset, Lenkrad und Pedalen in Nvidias Holodeck lenkt. Das Drive-System sorgt dabei für die Übertragung der Steuereingaben. Jensen Huang beschreibt Wakanda markig als "drei Inception-Ebenen", eine Anspielung auf Christopher Nolans gleichnamigen Film.

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Für Drive Constellation nutzt Nvidia die eigenen Drive-Plattformen, deren Daten in ein System mit Volta-GPUs eingespeist werden. Mit Hilfe der virtuellen Welt kann Nvidia unzählige Gefahrensituationen nonstop trainieren, die in der Realität nur selten oder wenige Minuten am Tag auftreten; blendende Sonnenaufgänge oder Untergänge sind nur ein banales Beispiel. Durch die Simulation fahren die Rotoberautos zudem Millionen an Testkilometern, was in der echten Welt angesichts des Zeitbedarfs so nicht möglich ist.

Gerade im Kontext des Uber-Unfalls, bei dem eine Fußgängerin im März 2018 im US-Bundesstaat Kalifornien tödlich verletzt wurde, sind derartige virtuelle Simulationen eine interessante Herangehensweise.

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Neue Geforce-Modelle noch 2018 
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