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Nuvia: Qualcomm will erneut Server-CPUs bauen

Neuer Anlauf nach den gescheiterten Centriq 2400: Qualcomm soll an Server-Chips mit Nuvia-Kernen arbeiten, Unterstützung gibt es von Amazon.

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Der Centriq 2400 schaffte es nie wirklich in den Markt. (Bild: Qualcomm)

Offenbar lässt Qualcomm die Idee, einen Server-Prozessor mit ARM-Kernen anzubieten, wieder aufleben: Basierend auf der Übernahme von Nuvia soll das Unternehmen an einer entsprechenden CPU arbeiten und kann bereits Interesse seitens Amazon vermelden, wie Bloomberg berichtet. Es wäre Qualcomm zweiter Versuch.

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Vor rund einem Jahrzehnt hatte der Hersteller begonnen, einen ARM-basierten Server-Chip zu entwickeln, die 24-Kern-Variante wurde später als Centriq 1400 bezeichnet. 2017 folgte der 48-kernige Centriq 2400 mit 48 selbstentwickelten Falkor-Kernen, der Nachfolger hätte Saphira-Ableger verwenden sollen - dieser erschien aber nie.

Denn obwohl unter anderem Microsoft als Partner für die Centriq-CPUs mit dabei war, scheiterte das Projekt unter anderem am Ökosystem und Anand Chandrasekher, bis dato der Server-Chef bei Qualcomm, verließ 2018 das Unternehmen. Der damalige Präsident Cristiano Amon sagte, die Sparte werde nicht verkauft und man suche strategische Optionen.

Mit Phoenix gibt es bereits einen Server-CPU-Kern

Tatsächlich hatte Nuvia vor der Übernahme durch Qualcomm an einem ARM-basierten CPU-Kern gearbeitet, der für genau dieses Umfeld ausgelegt war: den Phoenix. Nuvia wurde von Gerard Williams III mitbegründet, er zeichnete bei Apple als Senior Director for Platform Architecture von 2010 bis 2019 für alle CPU-Entwicklungen verantwortlich.

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Der Centriq 2400 war Qualcomms erste kommerzielle Server-CPU. (Qualcomm) [1/7]

Gefertigt wurde er mit Samsungs 10LPE, damals ein moderner Node. (Qualcomm) [2/7]

Basis waren 48 CPU-Kerne mit Falktor-Architektur und bis zu 2,6 GHz. (Qualcomm) [3/7]

Hinzu kamen sechs Speicherkanäle für DDR4-2667. (Qualcomm) [4/7]

Gedacht war das Design für Cloud-Systeme. (Qualcomm) [5/7]

SKU-Liste der Centriq 2400 (Qualcomm) [6/7]

Der Nachfolger mit Saphira-Kernen erschien nie. (Qualcomm) [7/7]

Dass ausgerechnet AWS zugesagt haben soll, sich Qualcomm neues Projekt anzuschauen, überrascht nicht: Das Unternehmen setzt seit Jahren auf ARM-basierte Server, konkret die selbst entwickelten Graviton-Chips mit derzeit bis zu 64 Kernen.

Microsoft hat sich hingegen für die 80-kernigen Altra von Ampere Computing entschieden, welchen ARMs Neoverse-N1-Plattform zugrundeliegt. Die Altra-CPUs werden auch von Google und Oracle verwendet, ARM ist also im Cloud-Himmel angekommen.

Von anderen Anbietern wie Marvell und deren ThunderX4 war zuletzt wenig zu hören, weshalb es spannend ist zu verfolgen, ob Qualcomms zweiter Anlauf tatsächlich von Erfolg gekrönt sein wird.