Nuvia: ARM wirft Qualcomm Ablenkungstaktik vor

In der Klage gegen Qualcomm weist ARM erstmals Anschuldigungen zu neuen Lizenzbedingungen zurück. Diese seien nur Ablenkung.

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ARM-Chips von Qualcomm könnte es bald schon nicht mehr geben, falls ARM vor Gericht gewinnt.
ARM-Chips von Qualcomm könnte es bald schon nicht mehr geben, falls ARM vor Gericht gewinnt. (Bild: Qualcomm)

Der Chipdesigner ARM hat in der Klage gegen Qualcomm nun erstmals auf dessen Anschuldigungen reagiert, wonach ARM ein völlig neues Geschäftsmodell plane, dass auch Qualcomm ausschließen könnte. Das berichtet das Magazin The Register unter Berufung auf Gerichtsakten. ARM wirft Qualcomm demnach vor, von dem eigentlichen Problem der Klage ablenken zu wollen, wie es weiter heißt.

In dem Rechtsstreit wirft ARM Qualcomm vor, keine gültige Lizenz für die Designs des übernommenen CPU-Start-ups Nuvia zu besitzen. ARM fordert letztlich sogar, die damit verbundenen Arbeiten vollständig zu vernichten. Qualcomms geplantes Geschäft für Laptop- und Serverchips dürfte damit grundsätzlich gefährdet sein.

ARM widerspricht Anschuldigungen in Bezug auf Geschäftsmodell

Um diese Designs dennoch weiter nutzen zu dürfen, hätte Qualcomm eine Transfergebühr aushandeln müssen, behauptet ARM. Qualcomm widerspricht dieser Darstellung grundsätzlich und führte zuletzt außerdem an, dass ARM Druck auf Kunden von Qualcomm ausübe und unterstelle, Qualcomm hätte schon bald keine gültige Lizenz mehr für seine Chips. Demnach plane ARM offenbar sein gesamtes bisheriges Geschäftsmodell schon in wenigen Jahren komplett zu ändern.

In einer kurzen Analyse hatten wir zuvor schon beschrieben, dass sich ARM durch solch ein Verhalten langfristig selbst komplett als Unternehmen ruinieren könnte. Darüber hinaus könnte eine konsequente Umsetzung der von Qualcomm beschriebenen Pläne die gesamte IT weltweit in Probleme stürzen.

Der britische Chipdesigner widerspricht diesen Anschuldigungen in Bezug auf das Geschäftsmodell nun aber zunächst in den Gerichtsakten. Auf einzelne Details geht ARM dabei jedoch nicht ein. Ein ARM Sprecher beschreibt die Darstellung von Qualcomm bei The Register als: "nichts weiter als ein verzweifelter Versuch, vom Kernproblem abzulenken: der eklatanten Verletzung der Bedingungen der Nuvia-Lizenzvereinbarung durch das Unternehmen und der fortgesetzten Verwendung von nicht lizenzierter Arm-basierter Technologie".

Weiter heißt es, die Darstellung sei "irreführend". Immerhin werde ARM auch künftig weiter den Zugriff auf "essenzielle Technologie" nicht begrenzen sowie auch mit Halbleiterherstellern und OEMs zusammenarbeiten. Details dazu, was ARM jedoch als essenziell ansieht und wie diese Zusammenarbeit künftig gestaltet werden könnte, nennt das Unternehmen weiter nicht.

Der Autor meint dazu:

Mit der wenig konkreten Aussage versucht ARM, sich einer definitiven Stellungnahme zu den Anschuldigungen seitens Qualcomm zu entziehen. Das Unternehmen vermeidet auch weiterhin öffentliche Details zu der künftig geplanten Lizenzpolitik. Die damit einhergehenden Risiken und Probleme hat ARM also nicht ausgeräumt.

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