Abo
  • IT-Karriere:

Nutzungsbedingungen: Whatsapp verbietet Newsletter und Massennachrichten

Der Messengerdienst Whatsapp will stärker gegen den Missbrauch seiner Dienste vorgehen. Anbietern droht demnächst eine Klage bei Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen.

Artikel veröffentlicht am ,
Whatsapp will Anbieter von Newslettern verklagen.
Whatsapp will Anbieter von Newslettern verklagen. (Bild: Thomas White/Reuters)

Der Messengerdienst Whatsapp will bei einem unzulässigen Massenversand von Nachrichten juristisch gegen die Anbieter vorgehen. Die Facebook-Tochter werde "ab dem 7. Dezember 2019 rechtliche Schritte gegen diejenigen einleiten, bei denen wir feststellen, dass sie beispielsweise mit automatisierten Nachrichten, Massennachrichten oder einer nicht personenbezogenen Verwendung gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen oder andere Personen bei diesem Missbrauch unterstützen", heißt es in den aktualisierten FAQ zur unerlaubten Nutzung des Dienstes. Auch die Whatsapp Business App und die Whatsapp Business API seien "nicht für den Massenversand oder den automatisierten Nachrichtenaustausch bestimmt", schreibt das Unternehmen.

Stellenmarkt
  1. SEG Automotive Germany GmbH, Stuttgart-Weilimdorf
  2. Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), Düsseldorf, Münster, Hagen

Der Messengerdienst weist darauf hin, dass nicht nur interne Hinweise auf eine missbräuchliche Nutzung ausgewertet werden sollen. Dazu zählten auch "öffentliche Behauptungen von Unternehmen in Bezug auf ihre Fähigkeit, Whatsapp in einer Weise zu verwenden, die gegen unsere Nutzungsbedingungen verstößt". Konkrete Beispiele nennt das Unternehmen nicht. Doch die Nachrichtenagentur Reuters hatte berichtet, dass vor den Parlamentswahlen in Indien Anbieter damit geworben hätten, die Whatsapp-Restriktionen auf verschiedene Weise zu umgehen.

Dazu zählten geklonte Apps, Software-Tools für den automatisierten Versand von Nachrichten und die Möglichkeit, über eine Website Massennachrichten zu verschicken. Ein Anbieter sagte Reuters, er habe im Auftrag zweier Politiker über ein Software-Tool zum Preis von 14 US-Dollar rund 100.000 Whatsapp-Nachrichten verschickt. Um die Verbreitung von Falschnachrichten einzudämmen, hatte Whatsapp Anfang 2019 das Weiterleiten von Nachrichten auf maximal fünf Kontakte beschränkt.

Betroffen wären von den neuen Restriktionen wohl auch deutsche Anbieter. So wirbt die Berliner Zeitung derzeit noch für ihre "Whatsapp-News" und verweist darauf, dass mehr als 5.000 Berliner diesen Dienst nutzten. Sogenannte Sneaker-Affiliate-Seiter haben nach eigenen Angaben sogar 100.000 Nutzer für ihren Whatsapp-Kanal.

Automatische Missbrauchserkennung

Whatsapp hat nach eigenen Angaben bereits "Millionen von missbräuchlichen Accounts gefunden und verhindert, dass sie für unseren Service verwendet werden". Einem im Februar 2019 veröffentlichten Papier zufolge (PDF) versucht der Dienst schon bei der Registrierung missbräuchliche Accounts zu stoppen. Da die Nachrichten der Nutzer verschlüsselt sind, können herkömmliche Inhaltsanalysen zur Spambekämpfung nicht genutzt werden. Stattdessen analysiert Whatsapp das Nutzerverhalten. Versende ein neuer Account kurz nach der Anmeldung innerhalb weniger Sekunden Hunderte von Nachrichten und lege Dutzende von Chatgruppen an, liege vermutlich ein Missbrauch vor. Um solche Accounts besser zu erkennen, habe Whatsapp eine KI-basierte Software entwickelt.

Allerdings will Whatsapp nicht darauf verzichten, mit Unternehmen Geld zu verdienen. "Wir werden auch künftig eine begrenzte Anzahl von Funktionen zur Verfügung stellen, mit denen Unternehmen mit ihren Kunden kommunizieren können", heißt es am Ende der FAQ. Dabei geht es jedoch eher um eine gezielte Kommunikation, beispielsweise um Nutzeranfragen zu beantworten oder Hinweise zu Flugzeitenänderungen oder Terminerinnerungen zu geben. Auch für die Zwei-Faktor-Authentifizierung werde die Whatsapp-API genutzt, berichtete der Dienstleister Messengerpeople.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 8,99€
  2. (-72%) 16,99€
  3. 2,99€

chartmix 15. Jun 2019 / Themenstart

Oder einfach mydealz.de ;-) Gibt ja sogar Browserbenachrichtigungen heutzutage.

chefin 13. Jun 2019 / Themenstart

wer Spam bekommt ist selbst schuld. Trivial? Dummsprech? Ne...ich habe 5 aktive Email...

non_sense 13. Jun 2019 / Themenstart

Warum nicht? Über Telegram bekomme ich alle Störungsinformationen des ÖPNV meiner Stadt...

ip_toux 13. Jun 2019 / Themenstart

Wird noch sehr, sehr viele andere betreffen, wie sieht es mit Gruppen von Radiosendern...

das_mav 12. Jun 2019 / Themenstart

Klar. Bau mir was, lass' andere es verbessern und nutzen und verbiete nach und nach dies...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Cherry Stream 3.0 mit großem ß ausprobiert

Alle möglichen Umlaute auf einer Tastatur: Wir haben Cherrys Europa-Tastatur ausprobiert.

Cherry Stream 3.0 mit großem ß ausprobiert Video aufrufen
Bandlaufwerke als Backupmedium: Wie ein bisschen Tetris spielen
Bandlaufwerke als Backupmedium
"Wie ein bisschen Tetris spielen"

Hinter all den modernen Computern rasseln im Keller heutzutage noch immer Bandlaufwerke vor sich hin - eine der ältesten digitalen Speichertechniken. Golem.de wollte wissen, wie das im modernen Rechenzentrum aussieht und hat das GFZ Potsdam besucht, das Tape für Backups nutzt.
Von Oliver Nickel


    Webbrowser: Das Tracking ist tot, es lebe das Tracking
    Webbrowser
    Das Tracking ist tot, es lebe das Tracking

    Die großen Browserhersteller Apple, Google und Mozilla versprechen ihren Nutzern Techniken, die das Tracking im Netz erschweren sollen. Doch das stärkt Werbemonopole im Netz und die Methoden verhindern das Tracking nicht.
    Eine Analyse von Sebastian Grüner

    1. Europawahlen Bundeszentrale will Wahl-O-Mat nachbessern
    2. Werbenetzwerke Weitere DSGVO-Untersuchung gegen Google gestartet
    3. WLAN-Tracking Ab Juli 2019 will Londons U-Bahn Smartphones verfolgen

    IT-Forensikerin: Beweise sichern im Faradayschen Käfig
    IT-Forensikerin
    Beweise sichern im Faradayschen Käfig

    IT-Forensiker bei der Bundeswehr sichern Beweise, wenn Soldaten Dienstvergehen oder gar Straftaten begehen, und sie jagen Viren auf Militärcomputern. Golem.de war zu Gast im Zentrum für Cybersicherheit, das ebenso wie die IT-Wirtschaft um guten Nachwuchs buhlt.
    Eine Reportage von Maja Hoock

    1. Homeoffice Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
    2. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt
    3. IT-Headhunter ReactJS- und PHP-Experten verzweifelt gesucht

      •  /