Nutzungsbedingungen: Pinterest kämpft gegen den eigenen Wild-West-Charakter

Das soziale Bildernetzwerk Pinterest wächst schnell. Doch mit den Nutzermassen kommen auch Urheberrechtsprobleme, fragwürdige Inhalte und Spam.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Beuth/Zeit Online
Nutzungsbedingungen: Pinterest kämpft gegen den eigenen Wild-West-Charakter
(Bild: Karen Bleier/AFP/Getty Images)

Selbst US-Präsident Barack Obama ist jetzt dabei: Pinterest, das soziale Netzwerk, das wie eine Pinnwand für Fotos aus dem Internet funktioniert, hat nach Angaben von Comscore mittlerweile geschätzte 18 Millionen Besucher im Monat allein in den USA. Die pinnen allerdings immer wieder auch Bilder an ihre digitalen Wände, die sogenannten Boards, die andere Leute nicht verbreitet sehen wollen. Pinterest ändert deshalb seine Nutzungsbedingungen. Doch das allein wird nicht reichen, um die derzeitigen Wild-West-Verhältnisse in dem Netzwerk zu beenden.

Inhalt:
  1. Nutzungsbedingungen: Pinterest kämpft gegen den eigenen Wild-West-Charakter
  2. Mit Spam auf Pinterest 1.000 Dollar am Tag verdient

Das Ganze wirkt, als hätten die Erfinder von Pinterest das eine oder andere Problem anfangs schlicht nicht auf dem Schirm gehabt. Magersucht zum Beispiel. Essen ist eines der größten Themen bei Pinterest, hauptsächlich in Form von Fotos verlockender Speisen. Mit Vorliebe werden Backrezepte geteilt, illustriert mit bunten Törtchenbildern. Das ist durchaus im Sinne der Pinterest-Macher.

Nicht-Essen ist allerdings auch ein Thema. Sogenannte Pro-Ana-Fotos landen zu Tausenden bei Pinterest. Mit einem geeigneten Suchwort wie thinspo lassen sich unzählige Pro-Ana-Bilder finden. Das sind Fotos, die Nutzer posten, die an Anorexia nervosa - der Magersucht - oder anderen Essstörungen leiden und Hungern als Schönheitsideal verfolgen. Das Blog Jezebel berichtet, viele Frauen nutzten Pinterest, um Fotos zu verbreiten, die als Motivation dienen sollen, sich immer dünner zu hungern.

Neu ist deshalb in den Nutzungsbedingungen von Pinterest, die ab dem 6. April gelten, die Acceptable Use Policy - also die Einschränkung der erlaubten Inhalte. Dort steht: "You agree not to post User Content that creates a risk of harm, loss, physical or mental injury, emotional distress, death, disability, disfigurement, or physical or mental illness to yourself, to any other person (...)." Übersetzt: Sie sind damit einverstanden, keine Inhalte zu posten, die für Sie oder andere das Risiko eines Verlusts oder von physischen, psychischen oder sonstigen Schäden, von Kummer, Tod, Behinderung, Entstellung oder einer physischen oder psychischen Krankheit bedeuten könnten.

Noch scheint Pinterest aber nicht gegen solche Inhalte vorzugehen, schreibt das Technikblog Mashable. Ab dem 6. April müsste sich das ändern.

Ein anderes Problem von Pinterest sind die ständigen Verletzungen des Urheberrechts. Ein Großteil der Fotos auf Pinterest dürfte von Websites kopiert sein, ohne dass die Rechteinhaber um Erlaubnis gebeten wurden. Das muss kein Nachteil sein, schließlich werden die Links zur Quelle übernommen. Pinterest sorgt also für mehr Zugriffe auf die Seiten, von denen die Bilder stammen.

Doch nicht alle wollen das. Im Februar veröffentlichte Pinterest deshalb einen Codeschnipsel, den Website-Betreiber einbinden können, wenn sie verhindern wollen, dass die Bilder auf ihren Seiten "gepinnt", also als Kopie auf Pinterest landen können. Es reicht aber natürlich nicht aus, die Verantwortung für illegale Kopien auf Dritte abzuwälzen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Mit Spam auf Pinterest 1.000 Dollar am Tag verdient 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Starship Troopers
Paul Verhoevens missverstandene Satire

Als Starship Troopers in die Kinos kam, wurde ihm faschistoides Gedankengut unterstellt. Dabei ist der Film des Niederländers Paul Verhoeven eine beißende Satire.
Von Peter Osteried

25 Jahre Starship Troopers: Paul Verhoevens missverstandene Satire
Artikel
  1. Azure DevOps: Die Entwicklerplattform, die es richtig macht
    Azure DevOps
    Die Entwicklerplattform, die es richtig macht

    Azure DevOps ist eine mächtige und ständig wachsende Plattform. Ich bin Fan - und zwar aus guten Gründen.
    Ein IMHO von Rene Koch

  2. Lügenvorwürfe: Beschwerden über Telekom-Drückerkolonnen auch in Karlsruhe
    Lügenvorwürfe
    Beschwerden über Telekom-Drückerkolonnen auch in Karlsruhe

    Wie in Köln arbeiten Telekom-Werber offenbar auch in Karlsruhe mit fragwürdigen Methoden. Verbraucherschützer fordern ein Verbot solcher Besuche ohne Einwilligung.

  3. Energiekrise: Brauchen wir Atomkraftwerke noch?
    Energiekrise
    Brauchen wir Atomkraftwerke noch?

    Wegen des Kriegs in der Ukraine laufen die letzten drei deutschen Atomkraftwerke bis Mitte April. Ein Weiterbetrieb wird gefordert. Wie realistisch oder sinnvoll ist das?
    Eine Analyse von Werner Pluta

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Kingston NV2 2TB 104,90€ • Patriot Viper VPN100 2TB 123,89€ • Alternate: Weekend Sale • WSV bei MediaMarkt • XIAOMI Watch S1 149€ • Alphacool Eiswolf 2 AiO 360 Radeon RX 6800/XT 227,89€ • MindStar: be quiet! Dark Power 13 1000W 259€ • The Legend of Zelda: Link's Awakening 39,99€ [Werbung]
    •  /