Nutzt Störstrahlung: Sony bringt Modul für Energy Harvesting
Einfach zu nutzen, bis zu mehreren Milliwatt geerntete Leistung: Erstmals ist Energy Harvesting kompakt integriert. Ob es im Smart Home funktioniert, ist fraglich.
Elektromagnetische Felder sind überall, weshalb seit Jahren die Idee kursiert, ihre Energie zum Betreiben kleiner Geräte zu nutzen. Wissenschaftliche Veröffentlichungen dazu gibt es viele, Seriengeräte bislang allerdings nicht. Das könnte sich bald ändern, Sony Semiconductor Solutions bietet erstmals ein vollständig integriertes Modul zum Ernten von Energie aus elektromagnetischen Schwingungen.
Der 7 x 7 mm große Chip soll zwischen "mehreren Dutzend μW bis zu mehreren Dutzend mW" elektrische Leistung gewinnen können. Als Quelle der Energie nennt Sony die elektromagnetische Strahlung von Lampen, Monitoren und Elektromotoren, etwa von Industrierobotern. Da der Chip in einem sehr weiten Frequenzbereich funktioniert, laut Sony von wenigen Hertz bis zu 100 MHz, müssen die Geräte nicht einmal eingeschaltet sein. Im Gegensatz zu anderen Ansätzen, die etwa die Energie von WLANs ernten, setzt Sony auf eigentlich unerwünschte Emissionen, sprich: Störstrahlung.
Interessant ist das für IoT-Geräte (Internet of Things), etwa vernetzte Sensoren. Das Modul soll den Großteil der benötigten Komponenten integrieren, Sony verspricht, es sei mit wenig Aufwand zu integrieren. Als Antenne soll das Gehäuse dienen.
Genug Strahlung im Privathaushalt?
Die Pressemitteilung sieht das Modul in Büros, Fabriken sowie im Handel im Einsatz – also überall da, wo ausreichend Geräte Störstrahlung aussenden. Die ist eigentlich unerwünscht, weshalb Gerätehersteller versuchen, sie zu minimieren. Da zudem die Leistungsdichte kubisch mit der Entfernung zur Quelle abnimmt, dürften bereits zur Gewinnung einiger Milliwatt einige Geräte im Umfeld erforderlich sein.
Ob in einem Privathaushalt ausreichende Leistungsdichten erreicht werden, halten wir für fraglich, zumal unklar ist, ob das Modul gleichzeitig im gesamten Spektrum ernten kann oder auf einen Ausschnitt begrenzt ist. Der Hinweis, die Technik sei von Tunern für Fernseher abgeleitet, lässt vermuten, dass das Modul lediglich in einem Teilspektrum Energie gewinnt.
Aktuell sucht Sony noch nach Interessenten, die das Modul integrieren wollen. Abseits der Pressemitteilung finden sich allerdings noch keine Informationen – zur Effizienz etwa erfahren wir nur: Sie ist hoch.
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Danke für die Klarstellung. Das wusste ich so nicht.
Wenn die Module nicht teuer sind könnte man ja mehrere zusammen schalten wenn die Energie...