Welche Behörde soll die Passwörter cracken?

Ist es daher wirklich nur möglich, die Hashwerte von Passwörtern "mit sehr hohem technischen Aufwand" zu cracken, wie es die Bundesregierung behauptet? Diese Aussage trifft sicherlich nicht zu. Wenn man die erforderliche Hardware installiert hat, ist es sogar ziemlich trivial, mit den von den Anbietern bereitgestellten "anderen Daten" ein Programm wie Hashcat zu starten. Die Erfolgsaussichten hängen wie gesagt davon ab, welches Hashverfahren genutzt wurde und wie gut beziehungsweise lang das gewählte Passwort ist.

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Die technische Ausrüstung für solch eine Aufgabe könnte beispielsweise die Zentrale Stelle für Sicherheit in der Informationstechnik (Zitis) bereitstellen. Auf Anfrage von Golem.de teilte das Bundesinnenministerium mit, dass die Zitis "die Sicherheitsbehörden durch die Bündelung der wissenschaftlichen und technischen Expertise im Umgang mit verschlüsselten Daten beraten und unterstützen" könne. Zu konkreten operativen Fähigkeiten der Sicherheitsbehörden im Bereich der Kryptoanalyse nehme das Ministerium jedoch grundsätzlich keine Stellung. Daher blieb die Frage unbeantwortet, ob es solche Systeme bereits gibt und, falls ja, in welchem Umfang sie genutzt werden.

Rechnen bis zum nächsten Big Bang

Ist ein Passwort lang genug gewählt, können sich auch die am besten ausgerüsteten Geheimdienste die Zähne daran ausbeißen. Allerdings bedeutet auch ein längeres Passwort keinen absoluten Schutz. Selbst wenn ein vollständiges Durchprobieren aller Kombinationen zehn Jahre dauern würde, kann die richtige Kombination zufällig nach einem Tag gefunden werden. Das ist wie bei einem Sechser im Lotto.

Wem dieser Schutz daher noch nicht reicht oder wer sich nicht auf das Hashverfahren verlassen will, kann darüber hinaus die Inhalte beim Diensteanbieter schon vor dem Hochladen verschlüsseln. Die Sicherheit von Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist noch mal ein ganz anderes Thema. Mit dem geplanten Gesetz könnte der jeweilige Anbieter zur Herausgabe der 2FA-Codes oder TOTP-Schlüssel gezwungen werden. Einzig bei Fido kann der Anbieter den Schlüssel nicht herausgeben, weil dieser nur auf den Geräten des Nutzers vorhanden ist - allerdings wird Fido häufig mit sogenannten Fallback-Codes eingesetzt, mit diesen ist der Login auch ohne Fido-Stick möglich - also auch für die Polizei. Daher dürfte 2FA in den wenigsten Fällen vor einem Zugriff durch die Polizei schützen, wenn die Dienste zu einer Kooperation gezwungen sind.

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Trotz der stark erweiterten Möglichkeiten stellt sich am Ende die Frage, was die Hashwert-Herausgabe an die Behörden bringt. Denn Kriminelle oder Terroristen, deren Zugänge geknackt werden sollen, dürften vermutlich wissen, dass man "Passw0rd1" nicht wählen sollte, obwohl GMX dies als "sicheres, komplexes Passwort" akzeptiert. Etwas mehr Mühe sollte man sich auch als Nutzer geben, der sich keiner gesetzlichen Verfehlungen bewusst ist. Dann gibt Hashcat sowohl staatlichen als auch kriminellen Hackern folgende Berechnungsdauer an: "Time.Estimated...: Next Big Bang"

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 Wie lang sollte ein Passwort sein?
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peter.peter 04. Mai 2020

Ohne Salt wäre der HASH schnell gefunden worden, da sehr wahrscheinlich bei "a" gestartet...

Chaot 04. Mai 2020

Die Verfassung hatte ihren Sinn, die Gewaltenteilung auch. Beides sollte uns vor erneuter...

wurstdings 04. Mai 2020

Dummerweise liegt das Passwort da aber schon auf dem Server, denn für CRA müssen beide...

KaHe10 04. Mai 2020

Hier hinkt aber der Vergleich. So kann eine Onlinedurchsuchung zum Beispiel ohne Wissen...



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